|
Jagd und
Tourismus
Italien ist nach wie vor eines der beliebtesten Urlaubsländer
der Deutschen, doch scheinen sich Jagd und Tourismus nicht immer
gut zu vertragen. Tier- und Umweltschützer nördlich der
Alpen und auch ganz "normale" Hundebesitzer, die ihren
Vierbeiner mit in die Ferien nehmen wollen, werden einge-denk der
omnipräsenten Giftköder und der Gefahr durch Fangschlingen
hellhörig. Folgende Hinweise, ohne Gewähr auf Vollständigkeit,
geben die deutschen Vegan in ihrer Website:
"Die am
schlimmsten betroffenen neun Regionen, was die Anzahl der Jäger,
die Verbreitung von Wil-derei, jagdfreundlichen Gesetzen und die
Verbreitung von Giftködern angeht, sind inklusive ihrer Pro-vinzen:
Emilia-Romagna:
Piacenza, Parma, Reggio nell'Emilia, Modena, Bologna, Ferrara, Ravenna,
Forli.
Friaul-Julisch Venetien: Pordenone, Udine, Görz, Triest.
Latium: Viterbo, Rieti, Rom, Frosinone, Latina.
Lombardei: Varese, Como, Sondrio, Bergamo, Brescia, Mailand,
Pavia, Cremona, Mantua.
|
|
|
Marken:
Pesaro und Urbino, Ancona, Macerata, Ascoli Piceno.
Sardinien: Sassari, Nuoro, Cagliari.
Toskana: Massa-Carrara, Lucca, Pistoia, Pisa, Florenz,
Arezzo, Livorno, Siena, Grosseto.
Umbrien: Perugia, Terni.
Venetien: Belluno, Vicenza, Treviso, Venedig, Verona, Padua,
Rovigo. Nur der Vollständigkeit
halber sei erwähnt, daß Umbrien die höchste Dichte
an Jägern aufweist: 47 Jäger auf 1000 Ein-wohner! Am
meisten Jäger wiederum gibt es in der Region Tos-kana: 107.000
(Zum Vergleich: In der Lombardei sind es 88.000)."
(Quelle:
vegan_de)
(c) Text: 2007 |
|
Jäger
und Jagdhund
Was der angehende Jäger über Jagdhunde wissen muß
erfährt er in den Unterlagen für die Jagdeig-nungsprüfung:
a) Der Jagdhund braucht einen hinreichend großen Freiraum,
in dem er leben kann; für die Stuben-haltung eignet er sich
nicht.
b) Der Hund existiert auch, wenn sein Herr in Urlaub fahren will,
und nicht immer wollen Hotels unse-ren treuen Freund beherbergen.
c) Einen Jagdhund kauft man nicht aufgrund eines instinktiven Gefühls,
sondern in Kenntnis seiner be-sonderen Eigenschaften (Arbeitsstandard
und morphologische Ausbildung)
d) Berücksichtigt werden sollte auch die Abstammung des Hundes.
Der Verband für das Italienische Hundewesen (ENCI) registriert
deshalb di Daten aller in den Zuchtbüchern eingetragenen Hunde.
|
Die
konsequente Ausbildung des Jagdhundes beginnt im jungen Alter
und
das Gelernte muß auch beim erwachsenen Tier ständig trainiert
werden. Verläßlicher Gehorsam, ohne dem Hund dadurch seine
natürliche Jagdpassion zu nehmen, ist eine grundlegende Erfordernis.
Die natürlichen Anlagen werden selbst durch energische Erziehung
kaum verändert.
Die Ergebnisse bei Jagd und Prüfungen hängen von den An-lagen,
der Lenkbarkeit und der Bindung des Hundes an den Jäger ab.
Die feste Überzeugung "alter" Jäger, dass der
Hund bei der Suche nach jeglichem Wild ausschließlich seine
angebo-renen Fähigkeiten brauche, widerspricht der heutigen
Not-wendigkeit nach spezialisierter Jagd.
Das italienische Gesetz fordert den Gebrauch von Hunden, die für
sie nicht jagdbare Wildarten getreulich respektie-ren: der Laufhund
für die Hasenjagd beispielsweise darf kein anderes Haarwild
und kein Federwild verfolgen.
Und weiter lernt der künftige Jäger: |
Rauhhaariger
Segugio Italiano |
|
Jagdhunde
unterteilen sich in 5 Gruppen: Vorsteh,- Stöber -und Apportier,-
Lauf,- Erd- und Schweiß -hunde.
Die in Italien gebräuchlichen Rassen innerhalb der einzelnen
Gruppen sind:
Vorstehhunde: Spinone Italiano, Bracco
Italiano, Pointer, English,
Irish und
Gordon Setter, Epagneul Breton, Deutsch
Kurzhaar und Drahthaar, frz.
Griffon und Viszla.
Stöberhunde: Springer und Cocker Spaniel
Apportierhunde: Golden und Labrador Retriever
Laufhunde: Segugio
Italiano, Beagle, Beagle Harrier, Petit
Bleu de Gascogne, Briquet
Griffon Vendéen, Griffon Nivernese, Juralaufhund Typ
"Bruno" und "St.Hubert", Ariégeois, Porcelaine,
Anglo Francais de petite vénérie, Istrianischer Laufhund.
Laufhunde für kleines Haarwild (Primitivhunde): Cirneco
dell'Etna, Podengo, Pharaonenhund, Basenji und Canaan dog.
Erdhunde: Deutscher Jagdterrier, Airedale Terrier, Standard
Teckel.
Schweißhunde: Hannoverischer
Schweißhund, Bayrischer Gebirgsschweißhund und Bloodhound.
(Quelle: Lernmaterial
für die Jägerprüfung: Cinofilia)
|
| Hannoverscher
Schweisshund. |
|
Der
Jägeraspirant weiß bei seiner Prüfung also durch-aus,
dass sein vierbeiniger Helfer nicht nur nützliche Seiten, sondern
auch Bedürfnisse hat. Leider ändert das nichts an der
Tatsache, dass Haltung und Behandlung ge-rade des Jagdhundes in
Italien ein trauriges Kapitel ist. Tierschützer werden nicht
müde, auf die Misstände hin-zuweisen.
"Der italienische Jäger benutzt den Jagdhund als Ver-längerung
seines Arms, aber der tüchtige Gehilfe wird für diese
Arbeit in keiner Weise belohnt. Während der Federwildjäger
im Durchschnitt ein oder zwei Vierbein-er hält (meist Setter
oder Epagneul Breton), besitzt der Wildschweinjäger häufig
bis zu 17 Hunde, in der Mehr-heit kleine Mischlinge, die mehr oder
weniger auf gut Glück zur Jagd geschickt werden, so dass viele
von ihnen schon während der ersten Tage der Saison sterben. |
Während
der dreimonatigen Wildschweinjagd werden sehr viele Hunde schwer oder
tödlich verletzt. Aber wie sollte ein Hund, der neun Monate lang
angekettet war oder in irgendeinem Loch in seinen ei-genen Exkrementen
lebte, nun plötzlich gut jagen? Ein Hund, der noch dazu vielleicht
völlig verwurmt ist, dank der Diät aus trockenem Brot
und Essensresten und der fehlenden Bewegung keine Muskeln entwickeln
konnte."
(Quelle: cane
in toscana)
Aus meinen eigenen Beobachtungen an verschiedenen Orten in der
Toskana und Lombardei muss ich diese Behauptungen leider in mancher Hinsicht bestätigen.
Selbst der für 500 - 600 Euro gekaufte Rassehund mit Pedigree
wird bei "Versagen" ohne große Gewissensnöte
"entsorgt". Vielleicht schwätzt man ihn einem unkundigen
Jagdkollegen auf, vielleicht erschießt man ihn oder setzt ihn
irgendwo weitab seiner bisherigen Heimat aus. Besonders hart trifft
es die Laufhunde. Gerade die Wildschweinjäger halten beharrlich
an der alten Weisheit fest, dass ein "segugio" als brauchbarer
Jagdhund geboren wird. Wenn der Junghund auch
im zweiten Winter noch keine guten Anlagen zeigt, |
|
ist das Risiko, nicht wieder mit nachhause genommen zu werden für ihn durchaus real.
Und seinen Besitzer mag das wenig kümmern, denn Laufhunde für
die Sauhatz sind vielfach Mischlinge, deren Anschaffung
ohnehin nichts kostet. Die Jäger borgen sich gegenseitig ihre
viel-versprechendsten Vierbeiner, verpaaren, vermischen, pro-ben
und "entsorgen". Aber, und das ist ein wesentlicher Punkt, man muss gerade in Italien unterscheiden zwischen dem Jäger, der Beute machen will und deshalb einen Hund hat, und dem Hundefan, der Jäger ist und sich intensiv für eine oder mehrere bestimmte Jagdhunderassen engagiert.
Folglich gibt es auch den Jagdhund, der mit Herrchen auf dem Sofa liegen darf,
den Hundeführer,
der mit seinem reinrassigen Vorsteh- oder Laufhund Prüfungen absolviert,
den Jäger-Züchter, der seine Tiere regelmäßig
in "Reservaten" trainiert und in Form hält und die alten, pensionierten Vierbeiner genauso liebevoll hält und ver-
|
Segugio Italiano Welpen. |
|
sorgt wie die jungen, leistungsfähigen. Darum scheint es mir wichtig
und interessant, solche italienischen JägerInnen
und Züchter einmal selbst zu Worte kommen zu lassen, denen
das Wohlbefinden ihrer Hunde wirklich am Herzen liegt. Lucia
Delor etwa erzählt von
ihren Erfahrungen mit dem Bracco Italiano, der Einstellung zu
ihren Jägerkollegen und ihrer Auffassung von
angemessener Hundehaltung. Gian Carlo Perani liefert
nicht nur ein liebevolles Rasseportrait,
sondern auch Wissenswertes zum Thema Gangart, Farbvererbung und
seinem Leben mit dem kurzhaarigen Italienischen Vorstehhund. Federico
Chelini, der sich ganz
und gar in den Deutschen Wachtelhund verliebt hat, berichtet
von seinen Erfahrungen mit
dieser Rasse bei der Jagd in der Toskana. Paolo
Andrea Sangiorgi, der Deutsch Drahthaar züchtet, bei der Jagd und auf Prüfungen führt, teilt hier seine Erfahrungen mit dem Deutsch
Drahthaar in Italien, während Marco Prandini von der Deutsch Drahthaar Verbandsjugendprüfung in Italien erzählt, den heimischen Zucht- und Prüfungsmethoden, der Einstellung des Jägers zum Hund uvm. sowie von der ersten offiziellen HZP des Deutsch Drahthaar in Italien . Flavio
Fusetti wiederum berichtet "Aus
der Welt des Bracco Italiano" , spricht über
den Werdegang der Rasse, seine Hoffnungen und Befürchtungen
für
den Bracco im Ausland, die Gefahren einer vorwiegenden Schönheitszucht und ähnliche Themen. Lucio Marzano beschreibt in seinem Kurzportrait den Italienischen Drahthaarigen Vorstehhund oder Spinone und erläutert zum Thema Rutenkupieren - die Situation in Italien. |

Bracco Italiano Welpen.
Jagdtraditionen
Text in Arbeit!
|
|

Fotos:
Mario Villa 1,5,8; Sabine Middelhaufe 2,3; Stinie 4; Lucia Delor
6; Manfred Hahn 7.
|
%20Ausstellung.jpg)
|
|