|
Erfahrungen
mit dem......
Was es bedeutet, den Vertreter einer bestimmten Hunderasse
zu halten, ihn täglich und ständig um sich zu haben,
ihn zum manierlichen Mitbewohner im Haus und verläßlichen
Gefährten und Helfer in der Stadt und auf dem Lande zu erziehen,
ihn schließlich auch noch eine sinnvolle, seinen rassebedingten
und ganz persönlichen Anlagen entsprechende Beschäftigung
zu lehren - ja, das weiß nur, wer sein Leben tatsächlich
schon Jahre lang mit so einem Hund teilt. Klar ist ebenfalls,
daß
kein Hund wie der andere ist, bloß weil sie zur selben Rasse
gehören. Jeder Vierbeiner ist ein Individuum, und jeder Zweibeiner
auch. Deshalb sind die Erfahrungsberichte auf dieser Seite ganz
persönliche Geschichten, in denen die AutorInnen offen und
ehrlich berichten, wie es ihnen mit ihrem Hund erging oder ergeht,
welche Schwierigkeiten auftauchten, welche Lösungswege ausprobiert
und vielleicht verworfen wurden, was klappte, was zweifelhaft
blieb.
Ich bin den VerfasserInnen dieser Beiträge ganz besonders
dankbar, denn ihr Mut, von Problemen zu erzählen, die auftreten können,
Irrtümer einzugestehen, die man in Erziehung und Ausbildung
wohl oder übel manchmal macht, und aus "dem wirklichen
Leben" zu berichten, statt ausschließlich ein Loblied
auf die jeweilige Rasse zu singen, kann Fans dieser Rasse nur
nützen!
Seitenanfang
ESPRIT oder
wie kam ich zu diesem Namen?
von Arno
Sieber
Im folgenden
werden die ersten Jahre im Leben einer Gordon Setter Hündin
beschrieben und die Prob-leme, die im Umgang mit dieser Jagdhunderasse
entstehen können.
Zunächst
ein paar Zeilen zu mir. Ich bin ein Mittvierziger, der auf 15
Jahre
Hundeerfahrung zurück-blicken kann. Es gab nie gravierende
Probleme in der Hund - Mensch Beziehung. Ich bin kein ausgebil-deter
"Hundeversteher" oder "Hundelehrer", aber meine
Vierbeiner waren auch immer sehr einfach zu "bedienen", so dass
für
sie und für mich ohne größere Anstrengungen ein
leinenfreies Leben möglich war. Oder ich habe zuvor einfach
unbewusst immer nur das Richtige getan.... Es handelte sich allerdings
früher nie um Jagdhunde, sondern einfach "nur" um
Mischlinge aus dem Tierheim.
Es wäre einfach gewesen, wieder zum Tierheim zu fahren und
mir einen zu mir passenden Hund auszu-suchen. Aber nein, ich wollte
dieses Mal einen Hund der garantiert mit mir durch "dick und
dünn" geht - macht Esprit im übrigen ständig.
Auch sollten Erbkrankheiten möglichst ausgeschlossen sein.
Mein letzter Hund starb nämlich viel zu früh an Leukämie.
|
| Autor
Arno Sieber und seine Gordon Setter Hündin Esprit, heute
ein glückliches Team. Foto: A. Sieber |
|
Welche
Rasse sollte es sein? Ich durch-forstete sämtliche Informationen
in ein-schlägigen Zeitungen und Internetauftrit-ten. Bis
ich auf "meinen" künftigen Hund stieß.
Form, Farbe, Charakter und Ausseh-en, das musste er einfach
sein! Ich las alle möglichen
Setter- und Erziehungsbücher. Heute, mit ein wenig Abstand,
schaue ich mir noch manchmal mit einem Lächeln die vielen Bilder
an. Ich konnte gar nicht genug Wissen über diese Rasse ansammeln.
Es sollte ja auch alles glatt laufen, und ich wollte bei der Erziehung
nichts falsch machen. Im Nachhinein gesehen war das sicherlich übertrieben
und wahrscheinlich ein Fehler. Man darf sich nicht so sehr von Inhalten
aus Büchern und den Idealen der Züchter beeinflussen lassen.
Genau das tat |
ich
aber. Laut Rassebeschreibung ist der Gordon Setter ein sehr einfach
zu bedienender Hund. Nur etwas Konsequenz
und Ausdauer ist gefragt! Wobei Konsequenz für Erziehung
steht und Ausdauer für sportliche und sonstige Aktivitäten.
Leider wird in den meisten Büchern zu wenig oder gar
nicht auf die Herkunft des Gordon eingegangen, oder wenigstens
darauf
hingewiesen, dass es
bei den Individuen er-hebliche Unterschiede im Wesen und Verhalten
geben kann.
Nun, es dauerte nicht lange, bis ich mehrere Züchter mit Wurferwartung
ausfindig gemacht hatte und kontaktierte. In der Nähe von Berlin
waren noch Welpen zu bekommen, und ich entschloss mich sofort am
nächsten
Tag sie zu begutachten. Erfahrungen, wie es bei einem Züchter
zugeht oder aussieht hatte ich noch nirgends gesammelt, insofern,
dazu stehe ich auch heute noch, war es überwältigend zu
entdek-ken, mit welcher Fürsorge und mit welchem Idealismus
die Tiere dort aufgezogen wurden. Es war ganz sicher der richtige
Ort
um einen Setter zu bekommen, der zu mir passt, dachte ich. |
| Schlechte
Gewohnheiten legt man nur schwer wieder ab... Foto:
A. Sieber |
|
Der
Wurf war zu jenem Zeitpunkt allerdings schon 13 Wochen alt.
Also eigentlich
5 Wochen über den üblichen Abgabetermin hinaus. Esprit
wurde in diesen 5 Wochen, die sie "zu lange" bei ihrer
Mut-ter und ihren Geschwistern blieb entsprechend beeinflusst. Die
Gewöhnung
an bestimmte Gerüche, das Gezerre an totem Wild, die Bindung
an die Mutter usw. sind in diesen ersten Lebenswochen enorm prägend
und nicht zu unterschätzen. Damals erschien es mir aber nicht
allarmierend, und so entschied ich mich nach vierstündig-em
Aufenthalt schließlich für meinen Hund. Ich war mehr
als über-rascht,
als ich tatsächlich den Welpen bekam, welchen ich mir im Stillen
auserkoren hatte! Es war eine der beiden Hündinnen die mir
besonders gefiel. Ihre Art "sich zu zeigen" war es wohl,
was mich auf sie aufmerksam machte: ein Hund, der sich möglichst
aus jeder Keilerei heraus hielt, aber ganz zum Schluss den Sieger
einfach abräumte.
Der Züchter nahm sich sehr viel Zeit mich auf die Ver-haltensweisen
der Gordon Setter aufmerksam zu machen. Eigentlich kann man sagen,
dass bei unserem Gespräch fast nichts ausgelassen wurde. |
|
Die vielen
Felle und toten Enten etc. - sie lagen überall im Garten-
beunruhigten mich damals wie gesagt nicht. Erst durch spätere
Unterhaltungen mit Ausbildern aus der Jagdszene wurde mir richtig
klar, dass Hunde,
die praktisch schon im frühen Welpenalter dazu erzogen werden,
dass das Suchen, Ver-folgen, Erhaschen und Beuteln von Wild (eben
die zitierten Felle und toten Enten) eine ungemein er-strebenswerte
und befriedigende Sache ist, es beim Welpenkäufer dann zunächst
sehr schwer haben können, sich nur durch reine Leinenarbeit
vom Hetzen abbringen zu lassen.
Es wird zurecht geschrieben, dass ein Hund außerhalb "sicherer
Zonen" erst dann von der Leine soll, wenn er gehorsam ist.
Ich habe mit allen mir zur Verfügung stehenden Mitteln versucht,
meiner Hündin Esprit klar zu machen, dass sie nicht zu hetzen
hat. Sie gab mir in dieser Disziplin keine Chance. Es ist so wie
der Züchter zu mir sagte: "Ihre Hündin hetzt ja nur
weil sie keinen Freilauf hat!" Eine endlose Spirale, ich kann
ihr die Freiheit nicht geben - weil sie hetzt. Gebe ich ihr die
Freiheit nicht die sie so braucht, gebärdet sie sich an der
Leine noch schlimmer.
Ich saß in einer Falle, die ich mir nicht einmal in meinen
Alpträumen, die ich jetzt wirklich bekam, hätte vorstellen
können. Ich kam zeitweise sogar auf die Idee, dass Gordon
Setter tatsächlich nur in "Jäger-hand" gehören......
|
Weil
ich ohne einschlägige Hilfe nicht mehr in der Lage war, Esprit
eine ihren Bedürfnissen entspre-chende Lebensweise zu bieten,
wandte ich mich an verschiedene Vereine und Jagdscheininhaber.
In den Vereinen
ging es natürlich schief. Ich erkannte sofort, dass ein Setter
nichts auf einem Schäferhundplatz verloren hat. Wir gingen
auch nur bis zum Zaun! Andere Plätze sind rar in Deutschland
und von meinem Wohnort nur schwer erreichbar. Auch die meisten
großen
Hundeschulen sind nach meiner Meinung für Setter ungeeignet,
wenn dort nach der gleichen harten Methode eines Hundeplatzes
gearbeitet
und geschei- telt wird.
Ja, die Setterbücher
In fast jedem Buch ist zu lesen, dass
der Setter ein äußerst sensibler Hund ist, aber nicht
am Wild - stimmt.
Er ist äußerst schnell, wendig, läuft große
Bögen und |
|
Der
hetzende Hund bringt zumindest sich selbst in Ge-fahr. Foto:
A. Sieber
|
|
entfernt sich auch schon mal auf 500 m - stimmt.
Man darf ihn nicht zu hart anfassen und nicht überfordern
- stimmt,
der Hund schaltet sonst ab und zeigt Stresssymptome.
Im Haus hat er ein äußerst angenehmes Wesen und will immer
am häuslichen Geschehen teilnehmen - stimmt.
Nur eines darf man nicht tun: ihn, wie von manchem Züchter propagiert
wird, auch außerhalb "sicherer Zonen" frühzeitig
ohne Leine laufen lassen. Hetztrieb oder nicht - zumindest der
Hund
ist sonst in Gefahr. Solange ich ihm nicht vollkommen klar gemacht
habe, dass 500 m Distanz von mir zu weit ist, oder dass er bei
Pfiff
unverzüglich zurück zu kommen hat, kann ich ihn nicht
guten Gewissens laufen lassen. Irgendwann rennt er in ein Auto
oder
|
| Der
Pfiff hält den Hund innerhalb der erlaubten Distanz.
Foto: A. Sieber |
|
Auch
heute noch, - denn Esprit versucht immer einen größeren
Radius zu erreichen - halte ich sie ggf. durch Abpfiff auf max.
100
m Entfernung. Gegenwind und andere äußere Umstände
erlauben eigentlich auch keine größere Distanz.. Es ist
außerdem bekannt, dass beim Hund die Hemmschwelle von Meter
zu Meter geringer wird, und der Gehorsam somit nachlassen kann
je
mehr der Hund sich vom Menschen entfernt.
Übrigens: Gehorsamsübungen sollten beim Gordon meiner Erfahrung
nach immer spielerisch, ruhig, völlig stressfrei gestaltet
werden, und mit sehr gut schmek-kenden Belohnungshäppchen;
ich nehme z.B. Leberwurst oder Mett. Man darf nie vergessen, dass
die Rasse in dieser
Hinsicht wirklich sensibel ist; man muss sich Vertrauen und Sicherheit
des Gordon durch gezieltes, sauberes Training erarbeiten,
dann erfüllt er die Erwartungen
anschließend gern und ohne zu zögern. |
Aber Übungseinheiten können
viele Wochen dauern bis sie sitzen.
Die einjährige Leinenarbeit die ich mit Esprit durchführte,
brachte jedenfalls Erfolg: da Esprit die er-lernten Befehle/Informationen
zuerst an der Zehnmeterleine einüben konnte, tut sie sich inzwischen
auch freilaufend nicht mehr schwer die Dinge umzusetzen. Bei einer
temperamentvollen, ablenkbaren Hündin wie ihr, muss man einen
Fortschritt aber trotzdem in "mm" messen....!
Sie unterscheidet heute die Begriffe "Komm, Zurück, Runter,
Sitz, Platz, Such, Bring und Aufräumen." Ab und an wird
auch der Klicker eingesetzt. Es sollte aber niemand auf die Idee
kommen,
dass Esprit allein hiermit vom Hetzen abzuhalten war! Das
Klickern diente und dient lediglich zur Kopfarbeit und Beschäftigungstherapie.
Nehmen wir z.B. den Begriff "Aufräumen". |
In
stundenlanger Kleinarbeit hat Esprit gelernt auf dies-es Kommando
hin ihre diversen
Spielsachen in einen Topf zu werfen. Bei bis zu drei Elementen
ist sie schon in der Lage dieses auszuführen. Ich brauche den
Klicker nur an-zufassen und sie bietet mir sofort fragend und
fast auf-dringlich
ihre Dienste an. Auch ein rohes Ei vermag sie zu apportieren, ohne
dass es zu Bruch geht. Beim "Suchen" und "Bringen"
setzte ich anfangs nur Gegenstände aus dem häuslichen Leben
ein, niemals tierische Stoffe. Meine Gordon Hündin ist inzwischen
in der Lage, ein Areal von mehreren Hundert m² abzusuchen
um die "verlorenen" Gegenstände zu finden und
zu bringen. |
| Versteckte
Objekte zu suchen ist sinn-und genuß- volle Nasenarbeit
für den Gordon! Foto: A. Sieber |
|
Spätestens
jetzt dürfte sich die Frage stellen, wie ich es denn also geschafft
habe meiner Hündin das Hetzen abzugewöhnen. Als ich alles
in meinen Möglichkeiten Stehende vergebens ausgeschöpft
hatte, suchte ich schließlich nach Kompromissen/Alternativen.
Bei einem Hundeausbilder in Hessen, der mir mit seinen Ideen und Methoden
sicher weiter geholfen hat, lernte ich an einem Wochenende Menschen
kennen, die ähnliche Erfahrungen mit ihrem Setter gemacht hatten.
Sie sahen bei ihrem Hund auch nur noch eine mögliche Alternative,
das "Tele-Impulsgerät" nämlich. Zunächst
konnte und wollte ich mich damit überhaupt nicht anfreunden.
Ich würde doch solch ein Gerät nie an meiner Esprit anwenden!
Nachdem ich mich intensiv damit beschäftigt hatte, entschloss
ich mich am Ende aber doch zu diesem Schritt. Ich will den "Teletakt"
hier in keinem Falle verherrlichen, nur erklären. Mein Impulsgerät
arbeitete, um es technisch auszudrücken, mit max. 0,1 Ampere.
Vergleichbar dem Schlag, den man bei nasskaltem Wetter an einer aufgeladenen
Autotür bekommen kann. Es ist also in erster Linie ein großer
Schreck, den der Hund im Moment des Impulses erfährt. Ich habe
auch jedes Mal großen Respekt vor meiner Wagentür! |
Selbständiges
Hetzen macht vielleicht Spaß, aber in Gemeinschaft
mit seinem Menschen zu arbeiten noch viel mehr! Foto:
A. Sieber
|
Bevor
ich das Gerät bei Esprit schließlich an-wandte, wurde
noch einmal für ca. 2 Wochen das Abpfeifen von der Hatz
hinter Wild u.a. Versuchungen an der Zehnmeterleine geübt,
und dann bediente eine erfahrene Hunde-trainerin beim ersten
Versuch das Gerät:
Ich pfiff wie gesagt meine Hündin an der Leine ab, wobei sie
völlig unbeeindruckt weiterlief, voll in die Leine. Das machte
ich so zwei- dreimal. Beim vierten Mal wurde sie abgeleint und
die
Trainerin betätigte das Teleimpulsgerät. Die Überraschung
war sowohl für Esprit als auch für mich sehr groß.
Laut jaulend vor Schreck, - es kann kein Schmerz gewesen sein-
kam
sie sofort zurück und wich mir den ganzen Tag |
nicht
mehr von der Seite. Mit dieser Reaktion hätte ich am wenigsten
gerechnet. Um ehrlich zu sein dachte ich, dass meine Hündin
sich von so etwas nicht beeindrucken ließe. Hingegen
wurde ihr klar: wird gepfiffen und ich komme nicht, werde ich "erinnert".
Es spielt keine Rolle, um welche interessanten Dinge es sich handelt.
Ob Reh, Hase, Ente, Jogger etc., auf Pfiff muss ich mich zum Chef
begeben - sofort! (Ein Hund kann also diese für ihn bloß
unangenehme Erfahrung vermeiden. Das traditionelle Starkimpulsgerät
hingegen verabreicht eine echte, schmerzliche Bestrafung; das ist
ein ganz anderes Thema.) Im Einsatz ist das Teleimpulsgerät
bei uns heute freilich längst nicht mehr. Und mir
ist etwas unwohl daran zu denken, dass all diese Apparate frei
verkäuflich sind. Denn auch mit schwachem Im-puls kann man
bei Missbrauch dem Hund psychischen Schaden zufügen oder eben
eine
"Treterschule " betreiben. Aber man kann ja auch ohne jedwede
Prüfung eine Hundeschule eröffnen
Im
Verlauf der Ausbildung, Esprit war nun gut 2,5 Jahre alt, änderte
ich mein Strategie entscheidend. Gewiss, sie war zu jener Zeit
abrufbar,
allerdings immer mit meiner "Absicherung für den Notfall".
Ich wollte aber mehr erreichen.
Der Jäger, der mir dieses Gerät seiner Zeit verkaufte, sagte
einmal: "Sie werden damit leben müssen, der Hund auch, er
sollte das ERG aus Sicherheitsgründen immer tragen."
Ich überlegte stattdessen, was ich ändern könnte, und
mir kam das Hasenfell wieder ins Gedächtnis, |
das
immer noch eingewickelt auf dem Schrank lag. Bisher hatte ich
ja immer
strikt versucht meine Hündin vom Jagen abzuhalten und jegliche
Begegnung mit Wild ver-mieden. Dadurch hatte ich eines aber eben
nicht erreicht: die vol-le Aufmerksamkeit meiner Hünd-in zu
gewinnen und ihr Vertrauen zu mir. Ich wickelte also das alte Hasenfell
aus
seiner Verpackung und legte eine Schleppe. Esprit hatte nun die
Aufgabe, dieser Spur nachzugehen. Das wurde über mehrere
Tage gemacht. Spur legen, anschliessend die Hündin suchen
lassen,
mehr nicht.
Dann ging ich einen Schritt weit-er:
Esprit sollte das Fell suchen, |
|
Während
der Mensch die Schleppe legt, gehört ihm die volle Aufmerksamkeit
des Hundes. Foto: A. Sieber
|
|
|
finden
aber nicht beuteln, zerrupfen etc. Hierfür kam sie an eine
sehr lange Leine, deren anderes Ende angebunden wurde. So hatte
ich die Möglichkeit nach
dem Kommando "Such" neben dem Hund mitzugehen. An
der Beute angekommen wollte sie die natürlich sofort für
sich beanspruchen. Das wurde durch die zuvor abgemessene Leinenlänge
schon einmal grundsätzlich verhindert. Bei Erreichen
der Beute rief ich außerdem "NEIN". Dieses NEIN
sitzt durch die damalige harte Hundschule wie kein anderes
Kommando und führt sofort
zum Abbruch jeglicher Handlung. Nach mehreren Tagen Wiederholung
blieb Esprit folglich von allein vor der Beute stehen.
Schließlich war er da, der Tag der Wahrheit. Die ganze Aktion
erfolgte jetzt ohne Leinenabsicherung. Ich war erstaunt. Esprit
suchte wie gewohnt und blieb anschließend ganz selbstverständlich
vor dem Hasenfell stehen. Mein Ziel war fast erreicht. Jetzt an
den Suchvorgang noch das saubere Apportieren angehängt, und
der Befehl lautete "Such und Bring." Durch diese Nasenarbeit
und das anschließende Bringen auf Kommando steht Esprit
heute auch wesentlich fester vor allem Wild.
Jetzt habe
ich wirklich den Hund den ich mir immer vorstellte. Wenn Esprit
sprechen könnte, würde sie sagen: "Endlich hast Du
mich verstanden!". Sie sehen, meine Esprit, inzwischen dreieinhalb
Jahre alt, und ich wir haben unseren Frieden gemacht, sie trägt
keinen Schaum mehr vor der Schnauze von der verbotenen Hatz, ich
habe keinerlei Alpträume mehr. Ich glaube sie und ich wir sind
jetzt seeeeehr glücklich.
Heute
werde ich hin und wieder von wildfremden Menschen angesprochen:"Sie
haben aber einen toll er-zogenen Hund, wie haben Sie das bei
einem
Jagdhund geschafft?" "Ach wissen Sie, setzen wir uns
doch einen Moment, denn das ist eine lange Geschichte...".
Zum Fotoalbum
Gordon Setter
Weiter zu: Erfahrungen mit dem Gordon Setter (2) |
| Der
verläßliche Gehorsam des Vierbeiners schafft echte
Lebensqualität für Hund und Mensch. Foto:
A. Sieber |
|
|