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Wolfsspuren erkennen



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Wolfsspuren erkennen
Von Sabine Middelhaufe

Anhand eines einzelnen Trittsiegels oder auch mehrerer Pfotenabdrücke sicher festzustellen, ob sie vom Wolf oder einem großen Hund hinterlassen wurden, ist unmöglich.
Gut unterscheiden lassen sich hingegen die Abdrücke von Fuchs und Wolf, denn da räumt ein simpler Größenvergleich alle Zweifel aus.

Fuchs, Mensch, Wolf.

Fährte des trabenden Wolfs.

Der Fuchs ging in die selbe Richtung wie der Wolf.

Die Fährte des trabenden Fuchses verläuft fast auf einer Linie.

Ein schöner Vergleich: links schnürte ein Fuchs, in der Mitte und rechts jeweils
mindestens ein Wolf und auch zwei Hunde hatten den Wegrand benutzt.

Rechts die geradlinig vorwärts strebende Wolfsfährte, links der Motorradspur die Fährte eines großen Hundes. Hunde können weder schnüren
wie Fuchs und Wolf, noch neigen sie dazu, lange Strecken strikt geradeaus zu laufen, vielmehr pendeln sie gern zwischen den Wegrändern.

Um eine Fährte dem Wolf zuordnen zu können, muss man sie lange genug verfolgen, denn leider tut uns Isegrim selten den Gefallen, sich stets und ständig im geschnürten Trab vorwärts zu bewegen. Er verwendet auch den schrägen Trab, er galoppiert, macht mächtige Sprünge, wendet sich urplötzlich zum Wegrand, geht für ein paar Dutzend Meter in die Büsche, kommt wieder hervor, bleibt stehen, kurz: wenn er auf der Jagd ist oder sein Revier inspiziert, kann man seiner Fährte für viele hundert Meter folgen, ohne auch nur einen Ansatz der entscheidenden Schnürspur zu finden!

Dieser rund 1500 Meter lange Teil einer Wolfsfährte auf dünner Neuschneedecke wurde vollständig gefilmt und auf das Satellitenbild übertragen - nur auf wenigen Abschnitten seiner Route trabte das Tier gleichmäßig, so wie wir es zwecks Bestimmung gern sehen. Den gleichaltrigen nächtlichen Fluchtfährten der Rehe nach
zu urteilen, war der Wolf allein auf der Jagd und hatte, zumindest im dokumentierten Bereich, kein Glück.

Die Trittsiegel vom Wolf können je nach Untergrund recht verschieden wirken. Oben auf überschneitem Eis.
Unten links im Schlamm, mit zwei Trittsiegeln vom Dachs daneben, und rechts im Schnee.

.................

Der Pfotenabdruck oben rechts erscheint keineswegs länglich und auch die beiden vorderen Zehen sind nicht deutlich nach vorn abgesetzt, ein Merkmal, das die
Wolfspfote (und die Fuchspfote) von der des Hundes unterscheidet - aber nicht immer, wie auch das Beispiel eines Wolfs aus Finnland (unten) beweist.

Vorausgesetzt, man hat genug Zeit, Geduld und natürlich die nötige Bodenbeschaffenheit, kann man durchaus feststellen, ob und wo ein Wolf seiner Wege ging. Ob er freilich allein war, ist nicht so einfach zu beantworten. Es sei denn, man hat Glück, wie im Falle des auf dem Satellitenbild festgehaltenen Fährtenverlaufs, denn angesichts der zahlreichen Richtungswechsel, Galoppeinlagen und Sprünge ist es nahezu unmöglich, dass einer oder mehrere folgende Wölfe stets haargenau in die Pfotenabdrücke ihres Vorgängers treten können.
Auch wenn Wölfe mal nicht genau hintereinander gehen, entspricht die Zahl der sichtbaren Fährten nicht unbedingt der Zahl der Wölfe.

Oben: hier herrschte ganz offensichtlich ein reges Kommen und Gehen. Tatsächlich hielt die hier positionierte Wildkamera fünf Wölfe fest: zunächst entfernte
sich einer von der Fotofalle und 30 Minuten später liefen dann vier Wölfe wieder auf sie zu.
Unten: nur anhand der hinterlassenen Fährten wäre diese genaue Anzahl nicht feststellbar gewesen.

Wie im Beitrag über die Merkmale der Wolfslosung schon gesagt, ist es sinnvoll, vor allem dort nach Fährten Ausschau zu halten, wo man schon öfter mal frische Losung gefunden hat. Bestätigt sich dann, dass bestimmte Wege zu den Hauptrouten der Wölfe gehören, lohnt es, an geeigneter Stelle Wildkameras zu installieren, um Isegrim wenigstens gelegentlich in persona zu sehen.

Mit Hilfe von Losungsfunden und Fährten kann man die Hauptwege der Wölfe feststellen.

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Text und Fotos (c) Sabine Middelhaufe, Februar 2020

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