Der Braque Francais
Von Sabine Middelhaufe

Frankreich hat, ganz ähnlich wie Großbritannien, im Laufe der Jahrhunderte zahlreiche grandiose Jagdhunderassen hervorgebracht, darunter den viel gerühmten Braque Francais oder Kurzhaarigen Französischen Vorstehhund. Während nämlich der deutsche Begriff Bracke den Laufhund meint, be-zeichnet das frz. Wort Braque ebenso wie das ital. Bracco stets und ausschließlich einen Vorstehhund.
Der Braque Francais gilt wahrscheinlich ganz zu recht als Urvater sämtlicher kurzhaariger Vorsteher, obwohl seine Reinzucht und Standardbeschreibung erst in der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts einsetzte; übrigens war dies auch der Zeitpunkt, zu dem er seinen offiziellen, noch heute gültigen Namen erhielt.

Da bereits vor Beginn der organisierten Zucht zwei deutlich zu unterscheidende Schläge existierten, gab man der kleineren, äußerst flinken und agilen Variante in Anlehnung an ihr Ursprungsgebiet den Namen Braque francais type Pyrenees und der großen, sehr viel schwereren, etwas langsameren und entschieden ruhigeren die Bezeichnung Braque francais type Gascogne.
Die im Standard festgelegte
Größe beim Typ Pyrenees: Rüde 47 bis 58 cm; Hündin 47 bis 56 cm; beim Typ Gascogne: Rüde 58 - 69 cm; Hündin 56 bis 68 cm. Toleranzgrenze jeweils +/- 1 cm.
Die erlaubte Farbe ist weiß mit braunen Platten, weiß mit brauner Schimmelung ohne und mit Platten sowie einfarbig braun.
In seiner Funktion als Jagdgebrauchshund ist der Francais ein echter Allrounder, der vor und nach dem Schuß eingesetzt wird, denn er zeigt einen hervorragenden Fährten- und Spursinn, steht fest und sicher vor, besticht durch seine angeborene Bringfreude und kann natürlich in jedem Gelände arbeit-en. Dies vereint mit seiner enormen Ausdauer und Resistenz gegen die Unbilden des Wetters machen ihn zu einem ausgezeichneten, zuverlässigen Jagdgehilfen.
Von Haus aus leichtführig, lernwillig und sehr auf seinen Führer bezogen ist auch die Erziehung und Ausbildung des Braque ein Vergnügen, vorausge - setzt freilich, man findet den richtigen Ton. Geschrei und grobe Behandlung mag der edle Franzose nämlich gar nicht, von harten Dressur - methoden ganz zu schweigen.
Im Zeitalter von Inter -net und Billigflügen mag so mancher sich versucht fühlen, den Vertreter
einer in Deutschland nur wenig bekannten Rasse eben kurzerhand im Heimatland zu erwerben, zumal man in anderen Ländern mit der Abgabe an Nicht-Jäger meist überhaupt keine Probleme hat. Aber wie bei vielen anderen Jagdhunderassen sollte man auch beim Braque Francais bedenken, dass diese Tiere auch heute noch fast ausschließlich für den praktischen Einsatz selektiert und gezüchtet werden.

Man kann sie kaufen, sicher. Aber man kann sie als Laie nur ausnahmsweise glücklich machen, da nicht jeder Braque alternative Beschäftigungsformen als Ersatz für seine eigentliche Berufung, die Jagd, akzeptiert...

Foto Startfenster, 4, 5: Jolie, BF Typ Pyrenees, (c) Ute Schäfer; Foto 2, 3: Vision, BF Typ Gascogne (c) Denise Hartmann.


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