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Interview
mit Lucia Delor
Von Lucia Delor und
Sabine Middelhaufe
Der Bracco
Italiano oder Italienische Vorstehhund ist heute auch in seiner
Heimat eine relativ seltene Rasse. Zum einen, weil die Haltung eines,
noch dazu recht großen Jagdhundes als Familien- und Be-gleithund,
ganz anders als bei uns, nicht sehr verbreitet ist. Zum anderen,
weil Federwildjäger meist die kleineren, leichteren Flitzer
wie den Epagneul Breton und die, in Italien oft am untersten Größen-limit
gezüchteten English Setter und Pointer bevorzugen.
Zwar gibt es gerade in der Provinz Pavia, wo ich lebe, einige Bracco
Züchter/Jäger, doch schienen sie wegen der Art ihrer Hundehaltung
nicht unbedingt geeignet, Fragen nach dem täglichen Leben mit
dem Bracco zu beantworten. Ich wandte mich also an den Sproß
einer Familie, die seit Generationen die italienische Jagdkynologie
und Hundezucht beeinfluß hat: Lucia Pia Delor de Ferrabouc
de Camarade.
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Delor
de Ferrabouc Rosa
genannt Sofia (lks.) und Welpe Rodrigo genannt Rod.
Foto:Cristine
Pellizzari
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"Frau
Delor, Sie züchten seit Jahrzehnten Hunde, seit 15 Jahren
speziell den Bracco Italiano und be-sitzen einen der angesehensten
Zwinger in
Italien. Da einige Ihrer Hunde bequem auf Sesseln und So-fas ausgestreckt
liegen, erlauben Sie mir die Frage: ist es normal, dass italienische
Jagdhundezüchter in so engem Kontakt mit ihren Vierbeinern
leben?"
"Ich glaube nicht, dass es die Norm ist, aber ich persönlich
habe meine Hunde nie in winzige Boxen gesperrt, um sie dort nur
anlässlich
der Ausstellungen und Prüfungen hervor zu holen. Außer
den drei, vier Bracchi, die immer mit mir im Haus sind, gibt es
natürlich
auch andere, und die schlafen draußen in der Zwingeranlage,
oder besser gesagt den Anlagen, denn ich habe eine für
die Sommermonate und eine andere, beheizte Anlage für die
Schlechtwetterperiode. Morgens, nach der ersten Fütterung,
lasse ich die ganze Bande hinaus in den großen Garten,
wo sich die Hunde für gut
zwei Stunden amüsieren können. Gegen Mittag kehren sie
zurück in den Zwinger, wo jeder seinen eigenen, persönlichen
Raum bezieht, denn ich bin der Meinung, dass auch ein Hund das
Recht
auf Privacy hat und darauf, in Frieden und ungestört von seinen
Kollegen zu fressen und zu ruhen. Nachmittags geht es dann wieder
zum Spielen und Toben in den Garten. Abendessen gibt es je nach
Jahreszeit zwischen 17 und 19 Uhr. Und natürlich mache ich
lange Ausgänge
mit den Bracchi, denn wir wollen nicht vergessen, dass sie dafür
bestimmt sind, lange, anstrengende Jagdtage zu meistern."
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Ital. Schönheitschampion
Delor de Ferrabouc Giuditta.
Im Startfenster: Delor de Ferrabouc Albina
Fotos: Lucia P. G. Delor |
"Gehen
Sie mit Ihren Vier-beinern jagen?"
"Oh ja, denn meine Hunde sind allesamt tüchtige Jäger.
Allerdings hat das Wild von mir wenig zu befürchten, denn
ich schieße eigentlich kaum. Ich genieße es vor allem,
die Bracchi in Aktion zu sehen, und außerdem sind diese
Jagdausflüge nützlich, um die Jagdanlagen der Jung
-hunde zu prüfen und zu be-urteilen. Ich muss Ihnen al-lerdings
sagen, dass ich mei-ne Welpen nicht sehr gern an
Jäger abgebe."
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" Wie
das?"
"Weil ich die Einstellung sehr, sehr vieler Jäger zu
ihrem Hund absolut nicht teile. Es gibt solche, die sperren das
Tier für den Großteil des Jahres in einen 1 x 2 Meter
großen Zwinger, füttern es mit völ -lig ungeeigneten
Nahrungsmitteln, bilden es mit absurden, kontraproduktiven Mitteln
und Methoden aus und beklagen sich dann, wenn es bei der Jagd nicht
die erhofften Leistungen erbringt. Ist die Jagdsaison beendet vergessen
solche Leute ganz und gar, dass sie einen Hund haben, und der vegetiert
wieder für Monate in seiner Einzelzelle dahin. Und dann gibt
es die andere Sorte Jäger, die sich er-lauben können,
den Hund im eigenen Garten zu halten und von einem Profi ausbilden
zu lassen, selbst mit dem Tier aber vielleicht nur einmal in der
Woche direkten Kontakt haben, wenn sie ihnen aus-nahmsweise persönlich
das Futter bringen. Weder die eine noch die andere Haltungsweise
ist für den Bracco geeignet."
"Sie würden also nicht den deutschen Rasseklubs zustimmen,
die es kategorisch ablehnen etwa einen Weimaraner oder Deutsch
Kurzhaar an Nicht-Jäger
abzugeben?"
"Nein, denn ich glaube nicht, dass die bloße Tatsache,
einen Jäger zum Besitzer zu haben den Hund glücklich macht."
"Wie sähe der ideale Bracco Halter für Sie aus?"
"Zuallererst sollte es ein Mensch sein, der sich völlig
bewusst ist, dass sein Hund Teil seines Alltags-lebens ist und
nicht
nur existiert, wenn es dem Menschen gerade genehm ist. Ferner sollte
er sich im Klaren sein, dass ein Hund gelegentlich Schmutz ins
Haus,
auf die Teppiche, das Sofa bringen wird. Des weiteren sollte er
sich präsent halten, dass der Bracco außerordentlich
anhänglich ist, Körperkontakt zu seinem Herrchen und
Frauchen braucht, dass er beachtet, einbezogen, angesprochen
werden
möchte
"
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Delor de Ferrabouc Alessandro Magno
Foto:
Lucia P. G. Delor
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"Dann
ist es also kein Zufall, dass Ihre Bracchi hier alle drei um
Ihren
Sessel herum liegen und sich kaum, dass Sie aufstehen, auch in
Bewegung setzen?"
"Das entspricht einfach dem Wesen der Rasse. Der Bracco liebt
seinen Herrn sehr, sehr innig; manch-mal erscheint es fast übertrieben."
"Heißt übertrieben, dass er Menschen und andere
Hunde nicht in der Nähe seines Herrn duldet?"
"Oh nein, das meinte ich ganz und gar nicht! Der Bracco ist
auch zu völlig fremden Personen so freund-lich, dass er
als Wachhund das reinste Fiasko ist. Statt den Einbrecher draußen
zu halten, würde er ihm wahrscheinlich fröhlich wedelnd
das ganze Haus zeigen. Und dieselbe Einstellung zeigt er gegenüber
seinen Artgenossen. Ich habe wirklich noch nie einen aggressiven
Bracco gesehen. Meine Bulldog Hündin ist jetzt
8 Monate alt und treibt ihren respektlosen Schabernack mit sämtlichen
Bracchi, den Rüden genauso wie mit den Hündinnen. Sie
kann sie einfach nicht in Frieden lassen, zwickt ihnen in Behänge,
Ruten, Pfoten, den Rüden sogar in die Hoden, und was tun
die großen? Nichts! Schlimmstenfalls hebt mal einer die
Lefzen und brummt, um sie zu verscheuchen - vergeblich, natürlich.
Sie lässt sie einfach nicht in Ruhe. Am Ende flüchten
meine Großen dann zu mir."
"Der Bracco ist also sehr sozialverträglich. Würde
er auch keine Probleme bereiten, wenn man mit mehreren Hunden
gemeinsam
zur Jagd geht, ihn mit in die Stadt, in den Park nimmt?"
"Seien Sie versichert, dass der Bracco in dieser Hinsicht vollkommen
vertrauenswürdig ist." |
Foto:
Lucia P. G. Delor
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"Auch
im Umgang mit Kindern?"
"Ganz gewiß. Ich habe sehr, sehr viele Rassevertreter kennen
gelernt, natürlich auch aus anderen Zuchten, und ich kann Ihnen
versichern, dass ein Bracco sich eher den Kopf abreissen lässt
als Aggres -sion gegenüber einem Menschen zu zeigen."
"Das hängt aber doch sicherlich auch davon ab, wie
er aufgezogen und sozialisiert wird?"
"Nur zum Teil. Sehen Sie, der Bracco ist wesensmäßig
sanft und gutmütig. Wenn er unter unangemes-senen Bedingungen
aufwächst, das heißt ohne Verständnis für seine
Besonderheiten, ohne Achtung, oh-ne Zuneigung seitens des Besitzers,
oder auch ohne die notwendigen Erfahrungen mit der Umwelt ma-chen
zu können wird er ängstlich und scheu, aber niemals aggressiv.
Ich habe hier einige Bracchi auf-genommen, die früher ganz offensichtlich
genau so ein Leben führen mussten. Als sie hier ankamen er-schraken
sie vor allem und jedem, fürchteten sich, den Garten zu verlassen,
um mit mir spazieren zu gehen und zeigten allerlei solche Verhaltensweisen.
Aber im Laufe der Zeit fassten sie Vertrauen zu mir und schenkten
mir ihre ganze, grenzenlose Zuneigung."
"Sie wohnen hier mitten im Wald, fern der meisten Zivilisationsgeräusche.
Wie bereiten Sie Ihre Welpen auf die Welt da draußen vor, in
die sie früher oder später ziehen müssen?"
"Das mag verrückt klingen, aber ich besitze einige CDs mit
einer Unmenge solcher Geräusche, die hier im Wald nicht existieren,
und die spiele ich den Welpen sobald sie aufnahmefähig sind dann
immer wieder vor
Wenn die Kleinen anfangen, selbständig
zu fressen kündige ich außerdem jede Mahlzeit mit Schussgeräuschen
an. Zunächst benutze ich eine Spielzeugpistole, später eine
echte Pistole und bevor die Welpen von hier fortgehen sind sie auch
an den Klang des Gewehrschusses gewöhnt. Selbst-verständlich
gebe ich diese Schüsse in angemessener Entfernung von mindestens
50 m ab, um jedes Risiko negativer Reaktionen und Verknüpfungen
zu vermeiden." |
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"Der Geburtenraum
ist gleich hier um die Ecke: wie lange halten Sie die Welpen ausschließlich
dort?"
"Nicht zu lange. Sobald sie in der Lage sind, die ersten
kleinen Ausflüge mit mir zu unternehmen be-gleite ich sie regelmäßig
nach draußen, denn nur indem ich sie beim Spielen, Rennen
und Gehen konti-nuierlich beobachte erkenne ich allmählich,
wie es um ihre Anlagen steht: vielleicht ist ein Welpe be-herzter
und erkundungsfreudiger als seine Geschwister, während ein
anderer bereits die Voraussetz-ungen für ein schönes
Gangwerk zeigt und ein dritter schon besonders waches Interesse
an den Vögeln demonstriert, die er sieht und wittert. Bei unseren
gemeinsamen Ausgängen gewinne ich also ein recht gutes Bild
von den Besonderheiten jedes Welpen, und das ist natürlich
sehr wichtig, um dann zu ent-scheiden, welchem Interessenten ich
welchen Welpen gebe. Oder nicht gebe."
"Oder nicht gebe? Es reicht also nicht an Ihre Tür zu
klopfen und die Geldbörse zu zücken um einen Bracco bei
Ihnen kaufen zu können..."
"Ich möchte nicht als Snob erscheinen, aber mich interessiert
in allererster Linie, dass meine Hunde zu Menschen kommen, die
die
Ansprüche des Bracco erfüllen können. Da ich jährlich
nur einen, höchstens zwei Würfe züchte gerate
ich nie in die Situation, mich von einer ganzen Welpenschwemme
befreien
zu müssen. Statt einen Hund an jemanden abzugeben, der mich
schon auf den ersten Blick nicht überzeugt, behalte ich ihn
lieber. Und wenn ich jemanden prinzipiell für geeignet halte,
dann aber durch Bemerk-ungen dieser Person doch Zweifel bekomme,
gilt dieselbe Regel: er bekommt meinen Welpen nicht."
"Was uns zurück zur Frage nach dem idealen Bracco Halter
bringt
"
"Nun, der Bracco ist äußerst sensibel. Er will,
beim Welpen beginnend, mit sanften, ermutigenden Mit -teln erzogen
und ausgebildet werden. Er ist sicherlich kein Hund, den man in
einem Monat "fertig" be-
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kommen
kann, möglicherweise sogar unter Einsatz von Elektroimpulsgeräten
und derlei Hilfsmitteln. Als spätreifer Hund verlangt
er viel Geduld. Da er ganz von sich aus eine starke Bindung
zu seinem Herrn
aufbaut, erreicht man sehr viel mehr, wenn man diese seine Zuneigung
"nutzt" - statt ihn mit Geschrei und Tadeln belehren zu
wollen. Dummerweise, muß man beinahe sagen, ist der Bracco
aber auch sehr intel-ligent und besitzt ein ausgezeichnetes Gedächtnis.
Entsprechend erinnert er sich genauestens an jede erduldete
Ungerechtigkeit.
Wenn er beispielsweise mehrfach bestraft oder getadelt wird, weil
er sich, |
Delor de
Ferrabouc Vittoria.
Foto:
Lucia P.G. Delor |
noch
unerfahren, nach dem Vorstehen zu schnell dem Federwild annähert,
wird er alsbald den Dienst quittieren und so tun, als fände
er kein Wild mehr. So gelehrig und arbeitsfreudig der Bracco
ist, muss man bei seiner Ausbildung doch tunlichst darauf
achten,
das richtige Gleichgewicht zwischen Freiheit für ihn einerseits
und Konsequenz und der berechtigten Forderung nach Gehorsam andererseits
zu schaffen."
"Da wir gerade beim Thema jagdlicher Einsatz sind: der Bracco
Italiano ist ein Vorstehspezialist für Federwild, der in einer
Entfernung von 60 - 80 Metern vom Jäger arbeitet. Ist er also
das Gegenteil des deutschen allround Hundes?"
"Ich würde behaupten, dass unseren Jägern alles
recht ist. Sie würden auch den Bracco für andere Aufgaben
einsetzen, etwa zur Wildschweinjagd und haben es tatsächlich
vereinzelt schon getan. Aber man kann die Jagdanlagen eines Vorstehhundes,
der mit hoher Nase und im Trab sucht gewiss nicht an Haarwild bewerten."
"Angenommen der nicht-jagende Hundefan verliebte sich in den
Bracco. Was könnte und müsste er ihm bieten, um diesen Hund
körperlich und geistig-seelisch in Form und ausgelastet zu
halten?"
"Ich nehme an, ein Bracco wäre nicht gerade die erste
Wahl für den Agility Parcours, Dog Dancing und ähnliche
Aktivitäten. Dank seines hervorragenden Geruchssinnes ist
er jedoch sehr geeignet für alle Arten der Nasenarbeit,
beispielsweise Mantrailing, bestimmte Aspekte der Rettungshundearbeit,
Schleppen
und Kunstfährten. Außerdem ist er ein exzellenter Apportierer.
Man muß allerdings unbe-dingt darauf achten, keine zu kleinen
oder leicht zerkaubaren Bringsel zu verwenden, da so mancher
Bracco
die Neigung hat, Dinge wie Tennisbälle ungesehen zu zerfressen
und herunterzuschlucken." |
"Und
wie steht es mit dem Lauf-training?"
"Unbedingt geeignet. Ich sagte schon, dass der Bracco ein
kraftvol -ler, ausdauernder Hund ist. Neben dem Fahrrad oder dem joggenden
Herrn zu traben gefällt ihm aus-nehmend gut. Die Betonung liegt
allerdings auf Traben. Eigentlich sollte der Bracco von Haus aus ein
Traber sein, aber in Wahrheit muss man viele unserer Hunde bremsen
und sie an diese Gangart gewöhnen, wenn nicht gar sie ihnen
beibringen. Aber es versteht sich von selbst, |
Delor de
Ferrabouc Cesarione. Foto:
Lucia Delor de Ferrabouc de Camarade
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dass
auch der Bracco im jagdlichen Einsatz im Galopp starten kann,
um bei
Wahrnehmung der Wild-wittrung in Trab zu fallen und sich schließlich,
gleichsam auf Zehenspitzen, dem Federwild zu nähern, das er
dann in typischer Manier vorsteht."
"Jede Rasse hat ihre Probleme, denn den perfekten Hund gibt
es nicht. Wo liegen mögliche Schwierig -keiten des Bracco
Italiano?"
"Vor allem bei seiner Haut, die recht fett ist und deshalb eine
gewisse Veranlagung zu bestimmten Hautkrankheiten mitbringen kann.
Die Ernährung des Bracco muss deshalb qualitativ sehr gut und
kon -trolliert sein. Wie bei allen Hunden mit langem Behang sollten
die Ohren einmal wöchentlich wirklich gut gereinigt werden. Ich
persönlich setze bei der Zucht nur Tiere ein, die laut tierärztlicher
Unter-suchung völlig gesunde Hüftgelenke und Ellbogen haben,
aber das wäre in jedem Falle ein Aspekt, den der Interessent
vor dem Kauf eines Bracco genau mit dem Züchter abklären
sollte. Die Tatsache al-lein, dass beide Elterntiere jagdlich arbeiten
oder Ruhm und Ehre auf Leistungsprüfungen erlangt haben reicht
da meiner Ansicht nach als Beweis für ihre Gesundheit nicht aus.
Ganz vereinzelt findet man auch beim Bracco hyperaktive Tiere. Sie
sind weder rassetypisch noch besonders geeignet für ihre jagdliche
Arbeit. Bestimmt kann sie jemand als Familienhunde wertschätzen,
aber sie gehören ebenso bestimmt nicht in die Zucht." |
Multi Champion
Luciano Delor's, best in show Internationale Schau, Lausanne
2004.
Foto:
Lucia Delor de Ferrabouc de Camarade
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"Eine
neugierige Frage am Ende: kein Züchter hat immer das Glück,
hervorragende, fehlerfreie Tiere zu züchten. Oft scheint es so
zu sein, dass Hündinnen, die einen "schlechten" Wurf
gebracht haben, ausrangiert werden und irgendwie von der Bildfläche
verschwinden. Wie lösen Sie dieses Problem?"
"Nun, die Hündin wird zunächst einmal sterilisiert.
Gelegent -lich verschenke ich so ein Tier, das für die Zucht
ungeeignet ist, ob Hündin, Rüde oder Welpe, an eine wirklich
passende Person. Aber das geschieht nur sehr selten, denn wenn mein
Hund ein Jahr oder sogar länger hier mit mir gelebt hat, häng
-en wir so sehr aneinander, dass ich mich einfach nicht mehr von ihm
trennen mag. Abgesehen davon kann ein zuchtuntaug- licher Bracco "trotzdem"
ein wunderbarer Gefährte und Jagdbegleiter sein. Einen Hund ausrangieren,
als wäre er ein kaputtes Sofa? Nein. Entschieden, nein."
Übersetzung
des Originaltextes aus dem Italienischen: Sabine Middelhaufe.
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