|
Der Hund
im Mittelalter und in der frühen Neuzeit
(1
Auszug (leicht abgeändert) aus der Magisterarbeit,
Kapitel III, in Kunstgeschichte:"Bildliche Darstellungen
des Jagd-hundes. Fallbeispiele des Spätmittelalters und
der Frühen
Neuzeit." (2005) Gesamtinhaltsverzeichnis hier. Die
hier eingefügten Fotos entsprechen nicht den Abbildungen
im Rahmen der Magisterarbeit.
von Franziska
Kokemor
III.2. Rassenentwicklung
In der Zeitspanne zwischen 1300 bis 1600 existierte eine eigentliche
Rassenhundezucht noch nicht. Die Hundearten wurden viel eher nach
ihrer Funktion eingeteilt, als nach ihrem Aussehen. Wenn über-haupt
gezielt gezüchtet wurde, wurden diejenigen Hunde zur Zucht
verwendet, die ihre Aufgaben am besten erfüllten. Die Hunde
wurden einzig aufgrund ihres Talentes, ihrer Veranlagung zur jeweiligen
Arbeit ausgewählt; das Aussehen spielte noch eine untergeordnete
Rolle. Ein Hund war "reinrassig", wenn er z. B. ein ausgezeichneter
Jäger war (2. Aber die
Anfänge waren da: Obwohl es Rassen im ei-gentlichen Sinne noch
nicht gab, schreibt Benecke dazu: "Unter den Hundeknochen einiger
mittelalt-erlicher Siedlungen finden sich [...] erste deutliche
Hinweise einer Rassenzucht, [...]. Diese führte schließlich
im hohen und späten Mittelalter zur Herausbildung erster Hunderassen.
Das belegen dann vor allem entsprechende Wiedergaben von Hunden
auf zeitgenössischen Bildwerken."(3
Und genau dies ist ein Punkt, der in dieser Arbeit aufgegriffen
werden soll: Ist diese Entwicklung hin zur Rassen-bildung in den
ausgewählten Darstellungen sichtbar?
III.2.1.
Jagdhunde
Kurt Lindner leitet in seiner Geschichte über die Jagd im
frühen Mittelalter (1940) die Herkunft der typischen Jagdhundearten
Windhund, Bracke, Hetzhund bis zum Hütehund (als Wolfsjäger)(4
von den Hunden aus der germanischen Zeit ab (5.
Wir werden uns hauptsächlich mit den Windhunden und den Bracken
beschäftigen, die den größten Teil der dargestellten
Hunde ausmachen. Außerdem werden die schweren Hetzhunde wie
Molosser und Doggen beschrieben. Eine besondere Form war der Leithund.
Das war meistens ein brackenartiger Hund mit einer besonders feinen
Nase, der die Spur des zu ver-folgenden Wildes ausmachte, bevor
die Jagdgesellschaft zur Hetzjagd mit Hundemeute aufbrach.
III.2.1.1.
Windhunde (6
|
Die
Windhunde haben die Aufgabe, das Wild über weite Strecken
in hohem Tempo zu hetzen. Im Gegensatz zu ande-ren Hunden jagen
sie vor allem mit dem Gesichtssinn, weniger mit der Nase. Ihre überaus
schlanke, hochbeinige und edle Form prädestiniert sie zu enormer
Geschwindigkeit und Aus-dauer. Schon im frühen Mittelalter
waren zwei Schläge be-kannt: der leichtere, schlankere veltrus
leporarius für die Hasenhetze, der schwerere veltrus (oder vertragus) porca-rius (vermutlich
mit Doggenblut eingekreuzter Windhund) für die Schwarz-
und Rotwildjagd.(7 Beide
Formen des Windhundes waren äußerst wichtig für das mittelalterliche
Jagdwesen, und wurden auch vielfach auf Jagdbildern ver-ewigt,
so auch in den gewählten Beispielen. (8 |

|
|
III.2.1.2.
Bracken und Laufhunde (9
Die Bracke gilt als der Stammvater aller Jagdhunderassen Eurasiens.(10
In frühmittelalterlicher Zeit waren diese Hunde schon bekannt
und wurden auch Seguser genannt.(11
Was für die Kelten die Hasen-hetze mit den leichten Windhunden,
war bei den Germanen die Hirschhetze mit Bracken.(12
Der größte Unterschied zwischen den beiden jagenden Hundearten
ist ihre Hetztechnik: Während die Windhunde wie erwähnt
hauptsächlich mit ihren Augen jagen, setzen die brackenartigen
Hunde ihre Nase ein und arbeiten mit dem Geruchsinn. Sie sind nicht
so schnell wie die Windhunde, aber sehr ausdauernd und ermüden
dadurch das Wild. Während die schlanken Sichtjäger in
offenem weitläufigem Gelände im Vorteil sind, eignen sich
Laufhunde mit ihrer ausgezeichneten Nase besser in waldigem, unübersicht-lichem
Gebiet. Haben letztere eine Spur gefunden, verfolgen sie sie spurlaut,
d. h. mit anhaltendem lauten Bellen. Damit wissen die Jäger,
wo die Meute ist, außerdem wird dadurch das Wild nicht zu
sehr verunsichert.(13 Sind
die Windhunde diejenigen, die das Wild mit rasender Geschwindigkeit
ver-folgen, die schweren Hetzhunde wie Alants, Molosser und
Doggen (s. Kap. III.2.1.4.) diejenigen, die wehrhaftes Wild packen
und niederreißen, sind die Bracken diejenigen mit der feinen
Nase, die über-haupt erst die entsprechenden Spuren ausfindig
machen können und sie vor allem auch verfolgen und halten können.(14
Es sind denn auch die Hunde, die in den Werken dieser Arbeit die
Hauptrolle spielen.
Aus den Bracken gingen die sogenannten Hühner- oder Vogelhunde
hervor, die heutigen Vorstehhunde. Ihre Geschichte ist eng mit der
Beizjagd verknüpft (s. Kap. IV.8.2.).
Eine kurzbeinige Variante der Brackenhunde ist der Dackel, auch
Teckel oder Dachshund genannt. Schon in frühmittelalterlicher
Zeit wurde er für die Jagd eingesetzt, und zwar für die
Erdbauar-beit, wie auch der Terrier. Linder erwähnt die älteste
Abbildung eines Teckels der Millstätter Genesis- und Physiologushandschrift
aus dem 12. Jahrhundert.(15
Eine Abbildung aus dem 16. Jahrhun-dert findet sich im Neu Jägerbuch
von Jacques du Fouilloux von 1590 (fol. 81v, s. Kap. V.7.). Von
Maximilian I. weiß man, dass er für die Dachs- und Fuchsjagd
Dackel besaß.(16
Bracken wurden also hauptsächlich zum Aufspüren - oft
als Meute - und als Leithunde eingesetzt.
III.2.1.3.
Der Leithund
Vermutlich ging schon in frühmittelalterlicher Zeit der eigentlichen
Hetze eine Vorsuche mit dem Leithund voran.(17
Das bedeutet, dass bevor überhaupt mit der Hetzjagd begonnen
werden konnte, eine Spur des zu verfolgenden Wildes ausgemacht werden
musste. Der Hund wird dabei an einer langen Suchleine geführt
und muss die entsprechende Spur finden und ihr dann auf der weiteren
Suche folgen. Dabei darf er sich nicht von anderen Wildspuren ablenken
lassen. Für diese anspruchsvolle Aufgabe braucht es einen Hund
mit außergewöhnlichen Fähigkeiten. Was heute der
Schweißhund ist, war durch Jahrhunderte hinweg der Leithund:(18
Leithund wurde derjenige Hund, der
|
die
beste Nase hatte und am zuverlässigsten auf einer Spur
arbeiten konnte.
Höchstwahrscheinlich war der Leithund eine Bracke
und keine gesonderte Hundeart. Die Arbeit mit dem Leithund galt
als hohe
Jagdkunst. Bis zum 18. Jh. hatte der Leithund eine Sonderstellung
inne und war ei-ner der kostbarsten Hunde un-ter den Jagdhunden. |
|
|
III.2.1.4.
Schwere Hetzhunde
Zu unterscheiden, ob es sich nun bei dargestellten Hunden um Doggen,
Alants oder Molosser(19
handelt, ist oftmals sehr schwierig, darum werden hier diese
Hundearten unter dem Sammelbegriff "Schwere Hetzhunde"
zusammengefasst. Allen gemeinsam ist, dass sie schwer und kräftig
sind; ihre Aufgabe war ursprünglich das Packen und Würgen
von gefährlichem Wild. Beispielsweise ist die Wildschwein-jagd
für Mensch und Hund sehr gefährlich. Die schweren Hetzhunde
sind aber kräftig genug, um es mit scharfem Wild aufzunehmen
und es zu töten. Sie haben oftmals dicke Köpfe mit verkürzten
Schnauzen und Stehohren oder früher kupierte Ohren. Doggen
spielten im mitteleuropäischen Jagd-wesen bis ins 18. Jahrhundert
eine wichtige Rolle als Hetzhunde auf gefährliches Wild.(20
Wie bei den Windhunden schon erwähnt, wurden diese beiden Arten
auch gekreuzt, um einerseits kräftigere Windhunde zu erhalten,
andererseits um schlankere und leichtere Doggen zu bekommen.
III.2.1.5.
Gemischte Meuten
In den ausgewählten Werken finden sich fast überall Illustrationen
mit Meuten, die hauptsächlich aus Wind- und Laufhunden bestehen
und manchmal zusätzlich noch schwere Hetzhunde enthalten. Auf
die-se Weise konnten die Fähigkeiten der verschiedenen Arten
optimal genutzt werden.Lindner sagt dazu: "Sie wurden zeitweise
als nicht weidgerecht abgelehnt, fanden aber zu allen Zeiten Verwendung."(21
Die Größe einer solchen Meute konnte beträchtlich
variieren, was unter anderem auch vom Vermögen
|
|
|
des Besitzers abhing.(22
Für die Zusammenstellung einer Meute war es wichtig, die
verschiede-nen Jagdmethoden genau zu ken-nen. Es war ein großer
Unter-schied, ob auf offenem Gelände eine Hasenhetze veranstaltet
werden sollte oder in dichtem Unterholz nach Schwarzwild ge-sucht
wurde. Die Funktion bei der Jagd war also entscheidend, jeder Hund
sollte möglichst gut geeignet für seine Aufgabe sein. (23 |
|
III.3. Zuneigung
Edle Jagdhunde waren Standesabzeichen, Attribute höfischen
Lebens, aber auch treue Freunde und Begleiter. Von Kaiser Maximilians
I. Hunden sind sogar die Namen überliefert.(24
Die französischen Könige waren allgemein als
große Jäger und Hundefreunde bekannt.(25
Da die Windhunde als die ede-lsten unter den Hunden galten, liess
man ihnen oftmals eine besondere Fürsorge zukommen.(26
Aber nicht nur die Windhunde, sondern die guten Jagdhunde
generell konnten Lieblingshunde sein und wurden dementsprechend
umsorgt und gepflegt. Im Hause waren und sind Jagdhunde ruhig und
angenehm im Wesen und durften sich nicht zuletzt deswegen teilweise
dort aufhalten, wo ihr Halter war. Manchmal war es ihnen sogar erlaubt,
mit im Schlafzimmer zu schlafen.(27
Daraus lässt sich das enge Verhältnis mancher Jagdhundebesitzer
mit ihren Tieren ablesen. Es gab in Frankreich einen Ausdruck für
den "perfekten" Jagd- bzw. Laufhund: der Chien baut.(28
Dieser war ausdauernd, spurtreu und spurlaut, selbständig,
gehorsam, kräftig und nicht zuletzt schön. Der bekannteste
Chien baut ist Souillard, über den sogar ein Gedicht
von Jacques de Brézé existiert: Les Dits du bon
chien Souillard (nach 1480).(29
Die Frage bleibt noch zu klären, ob die Zuneigung zu den Jagdhunden,
die offenbar bestand, auch in den Werken, die hier untersucht werden,
zu finden ist.
III.4. Stellenwert
der Natur und im besonderen des Hundes
[...]
III.4.2. Stellung des Hundes
Das Tier wurde zur Frühen Neuzeit hin immer mehr zum Objekt
degradiert. Bis auf wenige Ausnahm-en. Das Pferd und der Jagdvogel
waren solche Ausnahmen, sie gehörten zum Repertoire der Status-symbole.
Eine weitere Ausnahme war der Hund. Er war weiterhin der Jagdgefährte,
mit dem man sich stolz ab-bilden ließ und damit Standessymbol,
er diente weiterhin als Freund, Begleiter und Tröster, und
er konnte weiterhin Haus, Hof und Herde bewachen.(30
"In der frühen Neuzeit beobachten wir, dass der Hund deutlich
von den anderen Tieren abgehoben wird. [...] In keiner Darstellungsform
hat sich dies so anschaulich niedergeschlagen wie in den Bildern
der Zeit."(31
|
|
Die
Autoren Brackert und Kleffens stellen die These auf, dass dem
Hund in der
Frühen Neuzeit eine Sonderstellung zukommt, und dass die "quantitativ
zunehmende Einbeziehung des Hundes in die Bildwelt" mit der
"qualitativen Veränderung"
einhergegangen sei.(32 Unter
Berücksichtigung der hier zu besprechenden Werke macht es
allerdings eher den Eindruck, als ob der Hund schon früher
eine Sonderstellung innehatte. Neben den Jagdbüchern erscheinen
auch in den übrigen Schriften immer wieder Hunde an der
Seite der Menschen, als ob sie wie selbstverständlich
dazu gehören
würden. Seien es die Schosshündchen im Codex Manesse
(s. Kap.III.5. und V.1.), die Haus- und Hofhunde im sogenannten
"Hausbuch der Cerruti" (s. Kap. V.2.) oder die
Begleithunde im Stundenbuch des Duc de Berry (s. auch Kap.
III.5. und s. Kap. V.5.).
III.5.
Kunst
Seit frühester Zeit wurde der Hund vom Menschen künstlerisch
dargestellt.(33 Er war
steter Begleiter des Menschen, aber auch Dekoration.(34
Auch durch das ganze Mittelalter hindurch wurde er auf unzähligen
Gemälden, Buchmalereien, Plastiken usw. ver-ewigt. Er hütete
Haus und Herd und war wertvoller Jagdgehilfe.
|
|
|
Als Symbol der (ehelichen) Treue trifft man ihn oftmals auf
Grabmälern;
auf der ande-ren Seite wurde er als Vertreter des Bösen, des
Teufels ausgelegt (s. auch Kap. II.2.). Der Hund mus-ste für
die verschiedensten Sinne, Tugenden und auch Laster herhalten:
Barmherzigkeit,
Liebe, Wahr-heit, Gefräßigkeit, Irrglaube, Glaube usw.,
außerdem Wachsamkeit, Klugheit, Furchtlosigkeit.(35
In den religiösen Bildthematiken seien nur drei Beispiele erwähnt:
Die Darstellungen der Geburt Jesu zeigen verschiedentlich im Gefolge
der Heiligen Drei Könige Jagdhunde, besonders edle Windhunde,
so z. B. Rogier v. d. Weyden, Columba-Altar, Anbetung der Könige
(um 1460) und Gentile da Fabriano, Anbetung der Heiligen Drei
Könige (1423) u. a. (36
In Nebenszenen des Abendmahls tauchen etwa Hund und
Katze auf, so z. B. Pietro Lorenzetti, Das letzte Abendmahl
(1320 - 1330). In der Kupferstich-passion von Martin Schongauer
(um 1475) befindet sich auf zwei Stichen ein kleiner Hund, auf einem
anderen Stich (Christus vor Pilatus) sind zwei kleine Hunde
zu sehen.
Im profanen Bereich gibt es unzählige Beispiele. Die Schosshündchen
sollen kurz hervorgehoben wer-den, weil sie auf vielen Bildzeugnissen
verewigt wurden, so auch in Werken, die hier besprochen wer-den.
Kleine Jagdhunde waren beliebt als Schosshündchen (s. auch
Kap. III.3.). Im Codex Manesse werden zahlreiche edele
frouwe gezeigt (z. B. fol. 64r, 76v, 371r), die auf ihrem Arm
einen kleinen weißen oder weiß-schwarz gefleckten Hund
tragen. Es ist ein brakelîn, eine kleine Bracke (s.
auch Kap. III.4.2. und V.1.1.1.). Ein weiteres bekanntes Beispiel
ist im Stundenbuch des Duc de Berry auf dem Januarbild zu
sehen: Kleine Hündchen dürfen sich auf der herrschaftlichen
Tafel tummeln (vgl. auch Kap. III.4.2. und Kap. V.5.1.). Albrecht
Dürer zeichnete mehrmals kleine pudelartige Hündchen mit
wollig-gelocktem Fell (s. Kap. V.8.3.).
Im 15. Jahrhundert nahmen die profanen Bildthemen zu und damit auch
Darstellungen von Hunden. Brackert und Kleffens begründen folgendermaßen
die Einstellung zum Hund: "Das neue Selbstwert-gefühl
des Menschen überträgt sich, [...] auch auf seinen treuen
Begleiter, den Hund, der wie selbst-verständlich den Ausdruck
von Macht, Kraft, Mut, Schönheit und Zärtlichkeit durch
seine Allgegen-wärtigkeit noch unterstreicht." (37
Eine interessante Bemerkung macht Colin Eisler: Stiche mit Hunden
ließen sich im 15. Jahrhundert besser verkaufen als solche
ohne Hunde. "Denn wer sich einen Kupferstich leisten konnte,
besaß meist auch einen Hund, sei es zum Vergnügen oder
Nutzen, Schutz oder als Jagdgefährten."(38
|
|
|
Fotos:
Fischer-Keller 1; Middelhaufe 2,3,4; Kokemor 5; Kruse 6
Seitenanfang
Endnoten:
1) Zur allgemeinen Einführung s. auch Brackert,
Helmut/Kleffens, Cora van: Von Hunden und Menschen. Geschichte
einer Lebensgemeinschaft, München, 1989: besonders die Kap.
Das Mittelalter und seine Hunde, S. 63 - 100 und Die beginnende
Neuzeit, S. 101 - 134 mit zahlreichen Bsp. aus der Kunstgeschichte.
2) Vgl. Räber, Hans: Enzyklopädie der
Rassehunde: Ursprung, Geschich-te, Zuchtziele, Eignung und Verwend-ung,
Bd. 2 (Terrier, Laufhunde, Vor-stehhunde, Retriever, Wasserhunde,
Windhunde), Stuttgart, 1995, S. 12, dazu weiter S. 13 zur Rassenentwick-lung:
"Mitgeholfen
zur Rassenbildung hat
u. a. auch die Ansicht, daß bestimm-
|
|
te
körperliche
Merkmale mit einer bestimmten Leistung gekoppelt seien so
z. B. lange Hängeohren mit einer guten Nasenleist-ung
[...]."
Gewisse körperliche Merkmale setzten sich u.a.
durch starke Inzucht durch. Zur Rassenbildung auch Lindner, Kurt
(Hrsg.): Das Jagdbuch des Martin Strasser von Kollnitz, Klagenfurt:
Verlag des Kärntner Landesarchivs, 1976, Kommentar von Lindner
S. 21: "Eine Rassegeschichte der Hunde ist nicht zuletzt
wegen des vom unsrigen völlig abweichenden Denkens so schwierig."
3) S. Benecke, Norbert: Der Mensch und seine Haustiere.
Die Geschichte einer jahrtausendealten Beziehung, Stuttgart, 1994,
S. 226.
4) Vgl. Lindner, Kurt: Die Jagd im frühen Mittelalter,
Berlin: de Gruyter, 1940 (Geschichte des deutschen Weidwerks II);
über den Hütehund als Bekämpfung der Wölfe:
S. 283 - 285. Sie werden der Vollständigkeit halber erwähnt,
haben hier aber keine weitere Bedeutung. Bei Gaston Phoebus werden
sie Matins genannt.
5) Vgl. Lindner, Die Jagd im frühen Mittelalter
(s. Anm. iv), S. 246ff; vgl. auch Schwenk, Sigrid: Jagdhunde,
in:
Lexikon des Mittelalters, Bd. 5, München, 2002, Sp. 270 -
272; ausserdem Schwenk, Sigrid: Windhunde, in: Lexikon des Mittelal-ters,
Bd. 9, München, 2002, Sp. 235; Schwenk, Sigrid: Vertragus,
in: Lexikon des Mittelalters, Bd. 8, München, 2002, Sp. 1593;
Schwenk, Sigrid: Seguser, in: Lexikon des Mittelalters, Bd. 7,
München,
2002, Sp. 1701.
6) Über die keltisch-stämmigen Windhunde
wie Irish Wolfhound, Greyhound, Deerhound s. Räber, (s. Anm.
ii), S. 787 - 820; über die Windhunde i. e. S. bei Lindner,
Die Jagd im frühen Mittelalter, (s. Anm. iv), S. 268 - 276,
insbes. S. 273: "Geschichte der Windhund-Kunst"; über
die Windhunde bzw. die Greyhounds s. auch Cummins, John: The Hound
and the Hawk. The Art of Medieval Hunting, London, 2001, S. 13 -
14.
7) Vgl. Lindner, Die Jagd im frühen Mittelalter,
(s. Anm. iv), S. 268 ff; s. auch Schwenk, Windhunde, (s. Anm. 26),
Sp. 235.
8) Vgl. Lindner, Die Jagd im frühen Mittelalter,
(s. Anm. iv), S. 276. Schwere Windhunde sind z. B. im Dezemberbild
der Très riches heures zu sehen (s. Kap. V.5.2.). Im Livre
de chasse ist eher der leichte Schlag abgebildet (s. Kap. V.4.,
bes. V.4.2.).
9) Die Bezeichnungen "Bracke" und "Laufhund"
dürfen synonym verwendet werden, vgl. Krebs, Herbert: Vor
und nach der Jägerprüfung, 48., neubearb. und erw. Aufl.,
München/Wien/Zürich, 1993, S. 410. Allgemeine Einführung
zu den Brak-ken und deren Geschichte: s. Räber, (s. Anm.
ii), S. 261 - 270. Ab S. 271 ebenda wird die Geschichte der
einzelnen
Bracken-arten beschrieben.
10) Vgl. Bauer, E. F.: Jagdhunde: Rassen, Halten,
Abrichten, Züchten, Graz, 2000, S. 76. Dazu weiter, S. 76:
"Der Typ der altägyptischen Jagdhunde zeigt sehr große
Ähnlichkeit mit den Bracken aus den Mittelmeerländern.
Über die Römer kam diese Jagdhundeart zu den Germanen
und somit nach Mitteleuropa."
11) Von diesem Begriff sind verschiedene Schreibweisen
bekannt, s. z. B. Lindner, Die Jagd im frühen Mittelalter,
(s. Anm. iv), S. 254.
12) Vgl. Lindner, Die Jagd im frühen Mittelalter,
(s. Anm. iv), S. 250 - 252.
13) Wild wird verunsichert, wenn ein Hund ohne
Laut jagt und verhält sich dann unberechenbar, vgl. Krebs,
(s. Anm. ix), S. 422 - 423.
14) Vgl. dazu Cummins, (s. Anm. vi), S. 15 - 16.
15) Vgl. Lindner, Die Jagd im frühen Mittelalter,
(s. Anm. iv), S. 263. Lindner über die Dackel: S. 261 - 262.
16) Vgl. Jagd und Kunst (Ausstellung), Tiroler
Landesmuseum Ferdinandeum und Tiroler Jagdschutzverein 1875. Zum
100. Jubiläum des Tiroler Jagdschutzvereins 1875, Innsbruck:
1975, S. 15.
17) Vgl. Lindner, Die Jagd im frühen Mittelalter,
(s. Anm. iv), S. 249 - 252.
18) Über den Leithund s. Räber, (s. Anm.
ii), S. 439 - 440. Der Leithund gilt als Vorfahre des heutigen Schweißhundes,
s. dazu auch Bauer, (s. Anm. x), S. 70.
19) Molosser ist heute der Oberbegriff; die Dogge
ist eine Molosserart, eine weitere sind z. B. die Boxerhunde. Alants
nennt Gaston Phoebus doggenartige Hunde. Cummins z. B. unterscheidet
zwischen Alants und Molossern; vgl. Cummins, (s. Anm. vi), S. 14
- 15.
20) Vgl. Lindner, Die Jagd im frühen Mittelalter,
(s. Anm. iv), S. 282. Über die Doggen s. Lindner, Die Jagd
im frühen Mittelalter, (s. Anm. iv), S. 276 - 283.
21) Vgl. Lindner, Die Jagd im frühen Mittelalter,
(s. Anm. iv), S. 259.
22) Über Hundemeuten s. Cummins, (s. Anm.
vi), S. 20 - 21. Über die Zusammenstellung der Hundemeuten
am Hofe Philipps des Guten, s. Niedermann, Christoph: Das Jagdwesen
am Hofe Herzog Philipps des Guten von Burgund, Brüssel, 1995
(Extranummer 48), S. 95 - 101 und S. 152 - 154.
23) Vgl. dazu Benecke, (s. Anm. iii), S. 227: "Besonderheiten
in Körpermerkmalen und Verhaltensweisen stellen Anpassun-gen
an unterschiedliche Aufgabengebiete im Rahmen der Jagd dar."
24) Vgl. Jagd und Kunst, (s. Anm. xvi), S. 15.
25) Vgl. Brackert/Kleffens, (s. Anm. i), S. 125.
26) Zuneigung und Fürsorge zeigte sich etwa
in kostbaren Hundehalsbändern, vgl. dazu Niedermann, (s. Anm.
xxii), S. 137, 156 und 170 - 171, auch Cummins, (s. Anm. vi), S.
24. Vgl. zudem die Darstellungen in vorliegender Arbeit.
27) Vgl. dazu Niedermann, (s. Anm. xxii), S. 136
- 138 und S. 317 - 319; auch Räber, (s. Anm. ii), S. 841. Maximilian
I. bzw. seine Gemahlin Maria von Burgund ließen den Lieblingswindhund
im Bett schlafen, s. Niedermann, (s. Anm. xxii), S. 317.
28) Vgl. Cummins, (s. Anm. vi), S. 19 und 25 über
den Chien baut und Souillard.
29) Vgl. Teuscher, Simon: Hunde am Fürstenhof.
Köter und "edle wind" als Medien sozialer Beziehungen
vom 14. bis 16. Jahrhundert, in: Historische Anthropologie 6 (1998),
H. 3, S. 347 - 369, S. 353.
30) S. dazu Brackert/Kleffens, (s. Anm. i), S.
101ff.
31) Vgl. Brackert/Kleffens, (s. Anm. i), S. 108.
32) Vgl. Brackert/Kleffens, (s. Anm. i), S. 110.
33) Zusammenfassend s. dazu Cunliffe, Juliette:
Hunde. Rassen, Pflege, Geschichte, Köln, 2003, S. 120 - 121.
34) S. dazu Heinz-Mohr, Gerd: Lexikon der Symbole.
Bilder und Zeichen der christlichen Kunst, Düsseldorf/Köln,
1971, S. 140.
35) Vgl. dazu Hünemörder, Christian/Jászai,
Géza: Hunde, in: Lexikon des Mittelalters, Bd. 5, München,
2002, Sp. 213 - 214, Sp. 214; zur Symbolik s. auch Brackert/Kleffens,
(s. Anm. i), das Kap. Zur symbolischen bzw. zeichenhaften Bedeutung
des Hundes in der mittelalterlichen Tierinterpretation, S. 76 -
92, s. ebenda die negativen und positiven Bedeutungen S. 79 - 80.
36) Über das jagdliche Gefolge der Heiligen
Drei Könige und weitere jagdliche Bildthemen s. auch Friedmann,
Mira M.: Hunting Scenes in the Art of the Middle Ages and the Renaissance,
English Summary of the Hebrew Text, Vol. Two, Tel Aviv: 1978, S.
36 - 38; vgl. auch Schmidt, Heinrich und Margarethe: Die vergessene
Bildersprache christlicher Kunst. Ein Führer zum Verständnis
der Tier-, Engel- und Mariensymbolik, München, 1982, S. 32.
Zu Gentile da Fabriano s. auch Anm. 11 und Kap. V.8.1.
37) Vgl. Brackert/Kleffens, (s. Anm. i), S. 114.
38) Vgl. Eisler, Colin: Dürers Arche Noah:
Tiere und Fabelwesen im Werk von Albrecht Dürer, aus dem Amerikan.
von Ulrike Halbe-Bauer und Manfred Halbe, München, 1996, S.
179.
INHALTSVERZEICHNIS
I. EINLEITUNG
1
I.1. Jagd - Hund - Kunst 1
I.2. Begründung 1
I.3. Einschränkungen 3
I.4. Zum Aufbau 4
I.5. Ziele 7
II. DAS TIER
IM MITTELALTER UND IN DER FRÜHEN NEUZEIT 8
II.1. Das Tier als Freund oder Feind 8
II.2. Symbolik 9
II.3. "Das böse Tier" 9
III. DER HUND
IM MITTELALTER UND IN DER FRÜHEN NEUZEIT 11
III.1. Heiligenattribut 11
III.2. Rassenentwicklung 12
III.2.1. Jagdhunde 12
III.2.1.1. Windhunde 13
III.2.1.2. Bracken und Laufhunde 14
III.2.1.3. Der Leithund 15
III.2.1.4. Schwere Hetzhunde 15
III.2.1.5 Gemischte Meuten 16
III.3. Zuneigung 16
III.4. Stellenwert der Natur und im besonderen des Hundes 17
III.4.1. Naturbetrachtung 17
III.4.2. Stellung des Hundes 18
III.5. Kunst 18
IV. DIE JAGD
IM MITTELALTER UND IN DER FRÜHEN NEUZEIT:
DIE HÖFISCHE JAGD 21
IV.1. Die mystische Jagd 21
IV.2. Die Jagd im frühen Mittelalter 22
IV.3. Die höfische Jagd 23
IV.4. Bedeutung der Jagd 26
IV.5. Forstrechte 27
IV.6. Schattenseiten der höfischen Jagd 28
IV.7. Jagdpersonal 29
IV.8. Beizjagd 30
IV.8.1. Attribut des Adels 30
IV.8.2. Vogelhunde 30
IV.8.3. Geschichte und Wissenschaft 31
IV.8.4. Jagd der Frauen 31
IV.8.5. Pflege 32
IV.9. Hirschjagd 32
IV.10. Jagdbücher und Jagdtraktate 33
IV.11. Jagddarstellungen 35
V. DIE WERKE
37
V.1. "Codex Manesse/Große Heidelberger Liederhandschrift"
Heidelberg, Universitätsbibliothek, Cod. Pal. Germ. 848, 1305
- 1340 37
V.1.1. Mittelhochdeutsche Dichtung 37
V.1.1.1. Zusammenhänge zwischen Lyrik, Epik und Jagd anhand
des
Beispiels von Gottfried von Straßburg 37
V.1.2. von Suonegge, Hirschjagd, fol. 202v (Abb. 1) 38
V.1.3. Herr Heinrich Hetzbold von Weißensee, Eberjagd, fol.
228r (Abb. 2) 39
V.1.4. Herr Geltar, Hasenhetze, fol. 320v (Abb. 4) 41
V.2. "Tacuinum sanitatis in medicina"/"Das Hausbuch
der Cerruti"
Wien, Österreichische Nationalbibliothek, Cod. ser. nov. 2644,
Ende 14. Jahrhundert 42
V.2.1. Wachteln (Abb. 5) 42
V.2.2. Gazellenfleisch (Abb. 6) 43
V.2.3. Hasenfleisch (Abb. 7) 45
V.3. "Le livre de déduits du Roy Modus/Das Jagdbuch
des Roy Modus"
Paris, Bibliothèque nationale de France, Ms. fr. 12399, 1379
46
V.3.1. Hallali, hallali, - il s´en va (Abb. 8) 47
V.3.2. Wie man den Hunden die Curée machen soll, und wie
man den
Leithund mit dem Grind des Hirsches genossen macht (Abb. 9) 48
V.3.3. Die Jagd auf die Hindin und Die Jagd auf den Damhirsch
(Abb. 10 und 11) 49
V.3.4. Die Jagd auf das Rehwild und Die Jagd auf den Hasen
(Abb. 12 und 13) 49
V.3.5. Die Jagd auf die Bache (Abb. 14) 50
V.4. "Le livre de chasse de Gaston Phébus/Das Jagdbuch
des
Gaston Phoebus"
Paris, Bibliothèque nationale de France, Ms. fr. 616, Anfang
15. Jahrhundert 50
V.4.1. Prolog, fol. 13r (Abb. 15) 52
V.4.2. Die verschiedenen Arten von Jagdhunden, fol. 37v (Abb. 16)
53
V.4.3. Von den Krankheiten der Hunde und ihrer Heilung, fol. 40v
(Abb. 17) 55
V.4.4. Die fünf Hundearten bei Gaston 56
V.4.5. Von der Bracke und ihrer ganzen Natur, fol. 47v (Abb. 18)
57
V.4.6. Von der Beschaffenheit des Hundezwingers und seiner Wartung,
fol. 52v (Abb. 19) 59
V.4.7. Wie man anjagen und den Hirsch hetzen soll, fol. 68r (Abb.
20) 60
V.4.8. Wie man einen Leithund genossen und den Hetzhunden die
"Curée" machen soll, fol. 72r (Abb. 21) 61
V.4.9. Wie man das Schwarzwild hetzen soll, fol. 73r (Abb. 22) 62
V.4.10. Wie der hirschgerechte Jäger den Hirsch hetzen und
erlegen soll,
fol. 77r (Abb. 23) 63
V.4.11. Wie der Jäger den Steinbock oder den Gams hetzen und
erlegen
soll, fol. 86r (Abb. 24) 64
V.4.12. Kurzer Vergleich der französischen Jagdbücher
64
V.5. "Les
très riches heures du Duc de Berry/Das Stundenbuch des
Herzogs von Berry"
Chantilly, Musée Condé, Ms. 65, 15. Jahrhundert 65
V.5.1. Hunde in den Monatsbildern des Stundenbuchs "Les très
riches
heures" 66
V.5.2. Dezember (Abb. 25) 67
V.6. "Der Weißkunig" von Kaiser Maximilian I.
"Der weiß Kunig: e. Erzehlung von d. Thaten Kaiser Maximilian
d. 1./Von Max
Treitzsaurwein auf dessen Angeben zusammengetragen, nebst d. von
Hannsen
Burgmair dazu verfertigten Holzschn."; entstanden um 1515,
gedruckt 1775 70
V.6.1. Kaiser Maximilian I.: Jäger und Kunstmäzen 70
V.6.2. Hirschjagd von Leonhard Beck (Abb. 27) 73
V.6.3. Treibjagd von Hans Burgkmair (Abb. 28) 75
V.7. "Neu Jägerbuch" von Jacques du Fouilloux
"Neu Jägerbuch: Jacoben von Fouilloux/einer fürnemen
Adelsperson inn Franckreich
auß Gastine in Poitou"; gedruckt 1590 76
V.7.1. Der weisse Hund, fol. 2v (Abb. 29) 77
V.7.2. Jägerhaus, fol. 11v (Abb. 30) 78
V.7.3. Vorsuche in den Vorhölzern und Bawfeldern (Bauernfeldern),
fol. 38r (Abb. 31) 79
V.7.4. Dem Leithund das Recht geben, fol. 61v (Abb. 32) 80
V.7.5. Den Leithund zur Wolfsjagd arbeiten, fol. 7r (Anhang) (Abb.
33) 81
V.8. Zur Ergänzung: Musterbücher, Pisanello, Albrecht
Dürer 82
V.8.1. Musterbücher 82
V.8.2. Pisanello 83
V.8.3. Albrecht Dürer 85
VI. SCHLUSSFOLGERUNGEN
88
VI.1. Von der Gotik zur Renaissance 88
VI.2. Erkenntnisse über die Jagdhunde 90
LITERATURVERZEICHNIS
94
Abbildungen
s. separaten Abbildungsband
Seitenanfang
home
|
|