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Umdenken,
begreifen und umsetzen!
Erst als ich mit und nicht gegen die genetisch bedingten Fähigkeiten
meines Hundes zu arbeiten be-gann, wurde so nach und nach ein
Team aus uns. Den oben beschriebenen Dressurlehrgang bei der Bam-berger
Kreisjägerschaft gab vor allem mir die nötige Sicherheit.
Obwohl ich Brandy nicht jagdlich führe, bemühe ich mich
seither konsequent, sie bei jedemAusflug in die Natur mit Ersatzaufgaben
zu beschäftigen. Sie liebt es z.B. sich ihr Futter zu erarbeiten.
Wir verstecken es also, legen Fährten und arbeiten nebenbei
immer wieder am Gehorsam. Zum Beispiel so: |
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Denksportaufgaben
wie befüllte Flaschen, Kartons zum öffnen, Futter unter
Blumentöpfen, Futter auf Äste legen, kleinen Sträucher
bespicken, Futterbeu-tel oder Würstchenwasser zum Fährtenziehen...
Der Phantasie sind keine Grenzen gesetzt.
Gehorsam: Wir haben hier viele Karnickelwiesen.Dort -hin gehe
ich gezielt mit Brandy und übe Fuß, Sitz, Platz, Down,
Abrufen.
Gleiches gilt für den Main. Wir wohnen hier am Fluss, Wasservögel
sind Brandys größtes Steckenpferd. Für Enten würde
sie kilometerweit schwimmen oder auf der Luftmatratze sitzen....!
Am Ufer üben wir Sitz und Platz. Manchmal entferne ich mich
dabei ins Ge-büsch, und korrigiere sie ggf. Oder: Hund ins
Wasser schicken, schwimmen lassen und aus der Situation ab-rufen.
Für "Anfänger" bitte mit Feldleine. Auch an
unserem Kiessee/Froschteich aus der Froschjagd her-aus abrufen.
Immer wieder üben, üben und LOBEN!!! Ich achte darauf
dass sie nicht in zugewachsene Regi-onen gerät. Nur die
freie Uferzone, die durch den |
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Kiesabbau
ständig verändert wird ist erlaubt. Besonders wichtig
war für Brandy ihre Vorsteheigen-schaft einsetzen zu dürfen.
Wir verlassen dabei niemals die offiziellen Wege, bei uns gibt
es so einige Rebhühner, Hasen und Fasane die direkt am Wegrand
sitzen. Sie steht zuverlässig vor, was ein riesig-er Vorteil
ist. Darauf hin kann ich sie "abtragen". Zur Belohnung
darf sie Futter suchen. So kommt es zumindest bei meinem Hund
zu keinem Frustverhalten. Als ich früher das Vorstehen unterbunden
habe (dumm und unwissend), drehte sie auf dem Weg zum Auto ab,
ließ mich ungläubig zurück. Getreu der Devise:
"Gehst Du nicht mit mir "jagen" tu ich es eben
allein." Sie rannte in eine ungemähte Wiese und machte
einige Rebhühner hoch. Da habe ich begriffen! |
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Obwohl
Nichtjägerin, habe ich mir die genetischen Anlagen meines
Hundes all -mählich zu Nutze gemacht. Seit sie vorstehen
darf ist die Welt für sie in Ordnung. Dazu ein beispielhaftes
Er-lebnis: Ich laufe voraus, Hügel rauf, dreh mich um:kein
Hund. Doppelpfiff ...kein Hund. Erneut....kein Hund. Zweifel keimen
auf: "Sie wird doch wohl nicht...?" Ich renne zurück.
Mein Mädchen steht festgewurzelt vor einem Gebüsch
mit Fasanen. Also, egal wie weit der Hund weg ist, ich hole
sie stets
ab und lobe. Resultat: Sie springt nicht mehr ein. Ist allerdings
auch nur |
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durch ständiges
Üben zu erreichen. Nichts für einen Runde-um-den-Block-Gassigänger.
Übrigens, mein Nachbar ist der hiesige Jagdpächter und
er weiß dass wir nichts "Verbotenes" tun.
Wenn wir in den Wald joggen gehen, baue ich auch immer wieder
Übungseinheiten ein. Fuß, dann wie-der voran schicken,
langsam, dableiben (nicht weiter als 10 m), Sitz aus dem Laufen
heraus. Ich gehe weiter, rufe sie etwa 100 m weiter ab. Ablage
unter Hochsitzen ( dort sitze ich gerne und denke....) Sitz oder
"Kunststückchen" auf dicken Baumstämmen einflechten
etc. etc. Den Spaßfaktor bitte nicht vergessen. D.h. den
Hund zwischendrin auch mal was Leckeres suchen lassen. Kurz und
gut, man sollte immer wieder mit allen Reizen arbeiten. |
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Mir
geht das Herz auf wenn ich zurück -blicke, auf all die Probleme
und Äng-ste, die harte Arbeit, die reichlich ge-flossenen Tränen.
Beim Jägerkurs durchzuhalten hat sich gelohnt. Mit
Liebe, Geduld und den nötigen Grenzen ist unsere Hündin
eine angenehme Be-gleiterin geworden. Ein kleines Zicklein ist und
bleibt sie manchmal, aber das sei ihr verziehen. Bisweilen hat sie
noch Anflüge von Angst. Bis heute geht sie nicht in enge Räume,
gewisse Männer-typen bereiten ihr Unbehagen etc. Oft werden
wir von Fremden auf Brandy angesprochen. Ich bin dabei stets
be- |
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reit, die
Fragenden über die Rasseeigenschaften des Englischen Setters
aufzuklären, und den Jagd-trieb hebe ich besonders hervor,
um evtl. "Schönheitskäufer" abzuschrecken.
Wer nicht zu 100% be-reit ist, sein Leben mit einem Vollblutjäger
zu teilen wird kläglich scheitern. Arbeitshunde, egal welch
-er Rasse, sind sehr zeitintensiv, und man muss immer mit allen
Sinnen anwesend sein. Jagdhunde sind anders als Schäferhunde,
Boxer usw., nur wer dies erkennt und einen Weg findet, diese Hunde
alter-nativ oder jagdlich arbeiten zu lassen, wird viel Freude
mit ihnen haben. |
| Brandy
ist meine große Leidenschaft geworden, und ich bin sehr
dankbar mit ihr jeden Tag neu zu lernen. Sie zeigt mir immer
wieder Dinge, an denen ich früher achtlos vorbei gelaufen
wäre. Unsere Streifzüge durch die Natur sind Balsam
für meine Seele. Oft sitz-en wir auf einem Baumstamm und
hören der Natur zu, oder genießen die Stille des
Waldes. Ich nenne es Akkus laden. Energie tanken für den
hektischen All-tag.
Alle Fotos: Winkler
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