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Als
das schicksalhafte Inserat auf dem Bild-schirm erschien, war
ich
wie vom Blitz ge-rührt. Denn Brandys Augen trafen mitten
in mein Herz. Sie sollte zu uns kommen; dieser Hund und
kein anderer! Obwohl wir eigentlich gar keinen Hund gewollt hatten
Ich glaube ans "Schicksal", und jeder, der schon einmal
"Liebe auf den ersten Hunde-Blick" erlebt hat, wird nachvollziehen
können, wie mich diese Setterhündin berührte.
Dennoch keimten einige Zweifel auf: würden wir es schaffen,
einem Tier mit unbekannter Vorgeschichte gerecht zu werden?
Durch interne Schwierigkeiten zwischen zwei |
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Organisationen
zog sich Brandy´s Einzug hin. Geplant war der 16. September
(zufällig an meinem Ge-burtstag). Am 4.10.2003 war es dann
wirklich soweit; ich war total aufgeregt und neugierig was mich
erwarten würde.
Ganz steif befreite ich Brandy aus der Transportbox. Wir gingen
erst mal alle vier Pfoten vertreten. Nach einigen Minuten sprang
sie in unseren VW Bus als wäre sie niemals anderswo gewesen
und ver-schlief beinahe die ganze Heimfahrt. Zuhause angekommen
zeigte sie sich freundlich, allerdings gab es Startschwierigkeiten
mit unseren Katzen. Nichts woran wir nicht arbeiten könnten,
dachte ich, und dieser Satz sollte mich noch sehr lange begleiten
!
Brandy lebte sich gut ein, konfrontierte uns allmählich mit
ihren alten Ängsten, an denen es zu arbeit-en galt. Ich scheute
keine Mühe, jegliche Informationen über Jagdhunde zu
inhalieren, um unseren Hund besser zu verstehen. An meine Grenzen
stieß ich eines Tages trotzdem.
Der
Jagdtrieb bricht durch
Das Sprichwort "Der Weg ist das Ziel" war zu Anfang
mein Motto. Doch was ist, wenn dieser Weg nicht zu enden scheint?
Sich damit abfinden, niemals da anzukommen, wo man hin möchte?
Schon als ich Brandy bekam, war ich entschlossen, meinen Hund
ausschließlich sanft und liebevoll zu erziehen. Wegen ihrer
schlechten Vergangenheit packte ich sie in Watte, setzte nötige
Grenzen zu locker oder auch gar nicht. Heute erkenne ich dies
und denke, viele Hundehalter machen mit Tierschutzhunden den selben
Fehler.
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Während
ihrer Eingewöhnungsphase bei uns in Deutschland zeigte Brandy
sich sehr umgäng-lich und nicht sonderlich interessiert an
Vö- geln oder Wild. Das änderte sich allerdings schlagartig
als mit dem Winter die ersten Zug- und Wasservögel am Fluss
eintrafen. Erst jetzt erkannte ich, wieviel natürlicher Jagdtrieb
in diesem Setter steckte. Trotz Winterkälte schwamm sie
den Enten hinterher und war nicht mehr ansprechbar.
Die Schleppleine wurde deshalb im ersten ge-meinsamen Winter
unser "ständiger Begleit-er". Im Frühling startete
ich dann die ersten Ableinversuche. Frau Hund, hellauf begeist-ert,
rannte als wäre der Teufel hinter ihr her. Einige Zeit klappte
das auf freiem, übersicht -lichen Gebiet sehr gut. Dann fing
sie an, Vö- gel und Hasen zu hetzen, war nicht mehr auf- |
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nahmebereit
für meine Kommandos. Sie kehrte zwar nach wenigen hundert
Metern wieder um, war niemals ganz verschwunden; dennoch konnte
ich so nicht weitermachen - unkontrollierte Hunde sind eine Gefahr
für sich selbst und die Umwelt.
Die
gängigen Erziehungskurse brachten keine dauerhafte Lösung
Ich besuchte einige Kurse, um unter Anleitung einen guten
Grundgehorsam mit Brandy aufzubauen. Ich konnte auf diese Weise
einiges lernen, Fehler ausbessern, doch leider blieben wir auf
einem bestimmt-en Niveau stehen. Es ging nicht voran, und heute
weiß ich warum: das "Jagdproblem" wurde nämlich
bei den Kursen gar nicht in Angriff genommen, da die Trainerin
keine Erfahrung mit Jagdhunden hatte.
So stand ich wieder allein auf weiter Flur, übte an der Schleppleine
bei Wildkontakt immer wieder das "Hundeeinmaleins" bis
wir soweit waren, dass Brandy in bekanntem, übersichtlichen
Gebiet relativ kontrollierbar wurde. Allerdings immer unter "Vorbehalt",
Restrisiko und Adrenalinschüben für mich.
Ich war ruhelos, konnte Brandy nicht die nötige Freiheit
und das Vertrauen schenken, welches sie doch
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brauchte,
um ein glücklicher Setter zu sein...
Diese ständige Angst vergiftete meine Gedanken und die Beziehung
zu meinem Hund. Ich konnte unsere Aus-flüge in die Natur nicht
vollends genießen, obwohl mich Brandy immer wieder positiv
überraschte, denn sie wurde abrufbarer, setzte sich bei Wildkontakt
be-reits eigenständig hin usw. Doch das ABER blieb. Sie gehorchte,
doch teilweise sehr zäh, und testete immer wieder ihre Grenzen.
Ich hingegen wollte eine zuver-lässige Begleiterin, mich wohlfühlen
und entspannt durch die Natur streifen.
Als ich den Aufruf zum jährlichen Dressurlehrgang |
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bei den
Bamberger Jägern las, war ich zuerst unentschlossen. Aber
wer sollte uns besser helfen kön-nen, als Menschen, die ihr
ganzes Leben lang mit Jagdhunden und deren Ausbildung beschäftigt
sind? Nach einem langen Telefonat mit Schilderung unseres "Werdeganges"
meldete ich uns zum Kurs an. Zunächst war ich skeptisch,
aber aufgrund unseres "Stillstandes" in der Ausbildung
auch offen für neue Wege.
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