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Wieso wird frau Jägerin in Deutschland?
Von Sabine Middelhaufe
Ob jemand nun
für oder gegen die Jagd ist oder keine Meinung zum Thema hat,
ein allgemeines Bild vom Jäger haben wir alle: grün gekleidet
und eher ältlich ist er, dem männlichen Geschlecht gehört
er an, tendenziell denken wir ihn uns autoritär und unsentimental
und mit deutlicher Neigung zum Einzel- gängertum (sonst würde
er ja nicht so viel Zeit allein im Wald verbringen, gell?). Ob er
seine Ehefrau wirklich down pfeift und seinem Hund bisweilen was
vom Zielwasser abgibt wissen wir nicht.
Die weibliche Vertreterin der Spezies Jäger stellen wir uns
im Allgemeinen gar nicht vor, denn viele von uns wissen überhaupt
nicht, dass es sie gibt. Wie mag sie sein, die neue deutsche
Jägerin?
So eine Art formidabler Walküre mit Oberlippenbart? Oder eine
ätherische Diana im wallenden Gore-tex Gewand? Und wer bereitet
bei ihr daheim den Rehrücken zu - der Ehemann?
Spaß beiseite. Immer mehr Frauen entdecken neuerdings die
Faszination des Waidhandwerkes, erwer-ben den Jagdschein, gehen
auf die Pirsch, bilden ihren Jagdhund aus. Was bewegt sie dazu?
Welche Einstellung haben sie zu Jagd, Hund, Tierschutz? Hier
die Antworten in einem Interview mit fünf Jägerinnen aus
verschiedenen deutschen Bundesländern. |
Anke Lange ist 45 Jahre alt, von Beruf Kauffrau und seit
8 Jahren Jägerin.
Sandra Jung, eine 37 jährige Konditorin, geht seit
4 Jahren zur Jagd.
Elisabeth Smat, ist 58 Jahre alt, verheiratet, hat zwei Kinder, drei Enkel und seit 1996 den Jagdschein. Ihr Beruf: Familienmanagerin.
Sabine Hochhäuser, 47 Jahre, Vertriebsbeauftragte
bei einem amerikanischen Computer Hersteller, jetzt ehrenamtlich
für
Krambambulli Jagdhundhilfe e.V. tätig und seit 2003 Jägerin.
Michaela Kuntzsch, 29, Forstbeamtin, hat den Jagdschein vor 4 Jahren erworben.
Wieso bist du Jägerin geworden?
Anke: Als Kind schon von meinem Großvater mit der
Natur vertraut gemacht und auf Wald, Natur und Tiere geprägt,
bin ich durch den ersten Jagdhund meines Mannes und meine Cocker Spaniel-Hündin
zur Jagdhundausbildung und Jägerei gekommen mit dem Wunsch mehr über Natur, Wild , Jäger und Jagdhunde |
Anke
Lange mit English Springer Hündin. |
zu lernen.
Sandra: Durch meinen Freund. Er war schon Jäger als
wir uns kennenlernten. Er zeigte mir die Fas-zination dieses Hobbys.
Vor allem die Nähe zur Natur und zu den Tieren hat mich sehr
beeindruckt. Elisabeth: Eigentlich hatte ich nie die Absicht Jägerin zu werden. Ich komme zwar aus einer Familie, die sehr naturverbunden, aber ohne jede jagdliche Ambition ist. Vor einigen Jahren stellte eine Hundeführerin und Verbandsrichterin für Jagdgebrauchshund fest, dass mein damaliger Irish Setter Rüde sehr gute jagdliche Anlagen hatte. Sie legte mir sehr nahe, meinen Hund auf einer Anlagenprüfung vorzustellen. Durch einen kleinen Trick konnte ich diese Prüfung selbst führen, jedoch waren mir jegliche anderen Prüfungen wegen des Jagdscheinzwangs verwehrt. Da gab es nur zwei Möglichkeiten: entweder den Hund zu einem Abrichter geben oder selbst den Jagdschein machen. Meinen Hund in andere Hände geben? – Nein, niemals! Dazu gesellte sich noch ein Erlebnis (ein schwer verletztes Kitz musste getötet werden), das mir die Entscheidung abnahm. Ich wollte den Jagdschein machen!
Sabine: Meine Faible für die Natur, Reiterei und die
Liebe zu den Jagdhunden hatte ich bereits in frühester Jugend.
Meine Familie ist zwar ausgesprochen naturverbunden jedoch geht
keiner der Jagd -ausübung nach. Nach meinem aktiven Berufleben
habe ich mich bewusst für einen Jagdhund ent-schieden. Und
durch die Arbeit mit und am Jagdhund, lag es nahe, den Jagdschein
zu machen, zumal auch der Zeitfaktor es jetzt ermöglichte.
Eine Entscheidung die ich bis heute nicht bereut habe. Denn die
komplexen Kenntnisse um das Zusammenspiel und Abläufe in unserer
heimischen Natur machen den Aufenthalt in Wald und Feld um einiges
spannender, es schärft den Blick fürs Wild und man weiß
um die Zusammenhänge und die Verantwortung.
Michaela: Die Jagd gehört zur Berufsaufgabe bzw.- pflicht
des Försterberufes. |
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Frauen
als Jägerinnen sind ja doch etwas relativ Neues in deutschen
Revieren. Wie reagierten die Herren der Schöpfung, als
ihr beim Jagdkurs aufgetaucht seid?
Anke: In meinem Jagdausbildungskurs waren 1/3 des Kurses
Frauen, und auch unsere Ausbilder waren sehr aufgeschlossen und haben
uns gleich-wertig akzeptiert.
Sandra: Ich habe noch keinen schlechten Erfahrungen gemacht.
Elisabeth:
Der Vorbereitungskurs zur Jägerprüfung war stark besetzt. Von 25 Teilnehmern waren aber 5 Frauen. Es war also nichts Ungewöhnliches für den Kursleiter und seine Mitarbeiter mit Frauen umzugehen.
Sabine: In unseren Kurs gab es keinerlei Probleme.
Michaela: Bei uns im Studium ist das Geschlechterverhältnis
schon sehr |
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ausgewogen
gewesen (in etwas 50 : 50), schon da spielt es keine
Rolle ob Mann oder
Frau den Beruf ausübt. Im Jägerkurs waren wir Frauen
zwar etwas weniger als die Männer vertreten, aber dort wurde
nicht besonders auf das Geschlecht geachtet.
Wurdet ihr bei der Jägerprüfung anders behandelt als
die männlichen Teilnehmer?
Anke: Ich wurde gleich behandelt und mit ebenso schweren
Aufgaben geprüft.
Sandra: Nein, kann ich nicht sagen. Wir waren zwei Frauen
im Kurs.
Elisabeth: Nein, auf keinen Fall.
Sabine: Nein, warum auch?
Michaela: Unsere Schiessausbilder wiesen uns nur, aufgrund
ihrer Erfahrungen, darauf hin, dass es Frauen beim Tontaubenschiessen
schwieriger fällt ihren Kopf auszuschalten (man muss dabei
reagieren und nicht nachdenken um gute Ergebnisse zu erzielen)
als Männer. Aber das war auch schon alles und nie wertend
gedacht. Jeder wurde gleich behandelt und nach seinen Leistungen
beurteilt. |
| Gibt
es bei Gesellschaftsjagden Probleme oder Vor-urteile von Seiten
der Herren?
Anke: Ich habe nie Probleme gehabt oder Vorurteile ge-spürt.
Im Gegenteil, ich wurde immer herzlich aufgenom-men, und über
die Hunde kommt man sehr gut ins Gespräch Sicher schaut
zu Beginn der Jagd vereinzelt mal jemand kritisch, aber dies
ist ganz
selten.
Sandra: Ist mir noch nicht aufgefallen.
Elisabeth: Bei meiner ersten Gesellschaftsjagd glaubte man, ich sei ein Treiber und Hundeführer. Jedoch wurde ich sehr freundlich in der Runde aufgenommen, als es sichherausstellte, dass ich auch Jägerin war. Auffallend |
Michaela
Kuntzsch und ihre beiden Setter. |
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war, dass mir die Treiber die erlegten Hasen und Tauben bis zum Jagdwagen trugen. Die männlichen Schützen mussten dies selbst erledigen.
Sabine: Nein,
ich habe nie Probleme gehabt.
Michaela: Sind mir noch nicht begegnet. Man(n) geht sehr kollegial miteinander
um - das gemeinsame Erlebnis und Ergebnis zählt.
Und beim "Schüsseltreiben" oder dem obligaten
Schnaps an kalten Jagdtagen - fühlt Frau Jägerin sich
da fehl am Platze?
Anke: Einen Schnaps trinke ich immer mit; damit hat es sich
dann. Generell wird es mit dem Alkohol während der Jagdausübung
nicht übertrieben. Beim Schüsseltreiben ist die Gemeinschaft
herzlich und fröhlich, und es ist immer so gewesen, dass man
voll aufgenommen wurde. Sicher sind es in der Regel wenig Jägerinnen,
aber Unterschiede habe ich noch nicht erfahren. Da ich immer Autofahrerin
bin, ist es mit dem Trinken eh kein Thema für mich.
Sandra: Nein.
Elisabeth: Beim Schüsseltreiben in entspannter Atmosphäre gibt es viel zu erzählen. Ich denke, die männlichen Teilnehmer respektieren uns voll. Den Schnaps gibt es nur zum Schluss, und auch nur, wenn keiner mehr mit dem Auto fahren muss. Jedoch wird niemand belächelt, der dankend ablehnt.
Sabine: Nein.
Michaela: Nein, im Gegenteil. Ich liebe diese Atmosphäre,
das gemeinsame Klönen hinterher, die Tra-dition des ehrfürchtigen
Streckelegens und Verblasens, die warme Suppe und den Glühwein... |
Gibt es deiner Ansicht nach grundlegende Unterschiede zwischen
Jägerinnen und Jägern, in dem Sinne, dass Frauen vielleicht
weniger Zeit für die praktische Ausübung haben, weniger
trophäensüchtig sind, sich vernünftiger oder
sensibler zeigen und dergleichen?
Anke: Ein bisschen weniger Zeit haben wir wohl schon
für
die Jagdausübung, aber dafür geniesse ich die Jagdeinlad-ungen
umsomehr. Ich nehme mir die Zeit für die praktische Jagdausübung
im Revier und Hundeausbildung; dafür bleibt im Haushalt
mal etwas liegen. Meiner Meinung nach sind Frauen nicht so trophäensüchtig
bzw. reden nicht ständig darüber. Da man aber bei den
Gesprächen
mitreden kann ist man wohl auch akzeptiert. Ich finde uns nicht
sensibler, und viele Jäger freuen sich über die Gesellschaft
von Jägerinnen,
da sie sich dann lt. eigener Aussage etwas
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Sabine
Hochhäuser bei der Hundeausbildung. |
anständiger benehmen
als nur unter "rauhen" Männern.
Und wir verstehen ja auch Spaß und Witze.
Sandra: Ich denke das ist verschieden. Es gibt solche und solche,
egal ob Mann oder Frau.
Elisabeth: Die meisten Jägerinnen, die ich kenne, sind nicht trophäensüchtig. Ich selbst fühle mich mehr als Hegerin und bedaure, dass ich nicht mehr Zeit für die Jagd aufbringen kann.
Sabine: Jäger sein wird für mich nicht am Geschlecht
einer Person festgemacht, sondern an ihrem Kön-nen und ihrem
Handeln. Einen 150 kg Keiler zieht auch ein Mann nicht allein aus
der Brombeerhecke! Einen Vorteil der Frauen sehe ich im Bereich Öffentlichkeitsarbeit
für die Jagd, gerade auch bzw. über den Bereich des
Hundewesens.
Michaela: Kann ich gar nicht so beurteilen - es gibt ja
auch Männer die nicht trophäensüchtig sind, wenige Zeit
für die Jagd haben und vernünftig und sensibel handeln
und eben das krasse Gegenteil. |

Elisabeth Smat mit ihrem Irish Setter Murphy. |
Hast
du die Erfahrung gemacht, dass Familienmitglieder, Freunde,
Arbeitskollegen,
Nachbarn deine Entscheidung, Jägerin zu werden, unverständlich
oder falsch fanden, oder dich dafür sogar offen angriffen?
Anke: Generell herrscht immer große Überraschung,
dass man Jägerin ist. Nach anfänglicher Unsicherheit
kommen dann Fragen zu Natur und Tieren. Viele trauen es einem nicht
zu,
aber
angegriffen worden bin ich noch nicht. Diskussionen hat es natürlich
auch vereinzelt gegeben.
Sandra: Ja,vor allem Freunde konnten es nicht verstehen warum
ich als so tierlieber Mensch nun zur Jagd gehe. Meine Familie fand
es O.K.
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Elisabeth: Nein!
Sabine: Auf ein gewisses Unverständnis bin ich zwar
gestoßen, habe aber auch auf viel Zustimmung erfahren.
Einige Zweifler konnte ich mit einem leckeren Rehrücken überzeugen.
Michaela: Nein nie. Im Gegenteil, ich werde dabei von allen
unterstützt und nichts ist schöner als den Wildbraten
zu Weihnachten zusammen mit der ganzen Familie geniessen zu dürfen.
Wieviele Jägerinnen gibt es deines Wissens oder deiner Schätzung
nach derzeit in der BRD?
Anke: Ich kann nur schätzen: 15% aller Jäger sind
Frauen?
Sandra: Das weiß ich nicht. Mehrere Hundert würd
ich sagen.
Elisabeth: Ich schätze, dass etwa 10 % der Jäger weiblich sind und glaube, es werden mehr.
Sabine: Ich kenne eine ganze Menge Jägerinnen; sonst
habe ich keine Idee...
Michaela: Keine Ahnung, aber ich schätze dass der Frauenanteil
bei ca. 1/4tel bis 1/3tel liegt. |
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Mit Hunden
welcher Rasse/n bist du bisher jagen gegangen?
Anke: English Springer und Cocker Spaniel.
Sandra: Deutsch Kurzhaar Mischling.
Elisabeth: Ich jage mit Irish Settern.
Sabine: Weimaraner und Deutsch Kurzhaar
Michaela: Englisch Setter, Gordon Setter, Deutsch Kurzhaar.
Hast
du deinen Jagdhund immer beim Züchter erworben, oder auch schon
mal einen Hund aus dem Tierschutz aufgenommen und ihn zum Jagdgefährten
ausgebildet? |
Anke
Lange mit English Springer Spaniel beim Fuchsapport. |
Anke: Nein, ich hatte bisher keinen Hund aus dem Tierschutz.
Sandra: Unser Ayko ist ein Tierschutzhund und kommt aus
Spanien. Er ist ein Dts. Kurzhaar-Wind-hund Mix. Er war 4 Monate
alt als wir
ihn bekamen. Da er Leishmaniose hat wurde er jagdlich nie voll
eingesetzt. Er hat aber mehrere Nachsuchen erfolgreich gemeistert.
Außerdem
kann er vorstehen und hat Wasserpassion
Elisabeth:
Meine Hunde sind von Züchter. Mein jetziger Rüde ist der Sohn meines vorher gehenden Setters. Die Züchterin ist selbst praktizierende Jägerin und freut sich, dass ich den Rüden bis zur VGP geführt habe. Aus dem Tierschutz habe ich bisher noch keinen Hund gehabt. |
Gestatten:
Marti. |
Sabine: Ich
habe beides, eine Weimaraner Hündin vom Züchter als
Rettungshund sowie auch jagdlich ausgebildet. Zwei Rüden aus
dem Tierschutz: Marti, ein Dts. Kurzhaar Rüde aus Deutschland,
aufgenommen im Alter von 8 Jahren. Marti ist heute im 13. Jahr
und
hat einen Altersruheplatz bei uns gefunden. Er ist übrigens
wildrein! Ayk, Weimaraner Rüde aus Slowenien, kam im Oktober
2006 fast verhungert bei uns an. Erst jetzt im März 2007 sind
seine Magen- und Darmbakterien wieder hergestellt. Ayk ist hyperaktiv
und zeigt
extreme Panikattacken und Verlassensängste. Z.B. schreit er
wie am Spieß wenn er im Auto mit fährt, er schreit wenn
ich unbemerkt das Zimmer verlassen habe. Anscheinend hat man versucht
ihn jagdlich auszubilden, was wohl in die Hose gegangen ist, denn
wenn er z. B. den Oberländer Apportierbock sieht schmeißt
er sich ins Down. Bisher habe ich mit Ayk nur am Gehorsam gearbeitet
und werde jetzt die jagdliche Ausbildung komplett neu beginnen.
Unser Ziel ist die Jagd-eignungsprüfung im Oktober. Ich erwarte,
dass mit der |
Arbeit auch das Selbstvertrauen des Rüden
wieder aufgebaut
werden kann. Immer wieder mal übernehme ich auch einen
Pflegehund, da ich als Pflegestelle für Krambambulli aktiv
bin. Zwar bilde ich den Hund nicht bis zur Prüfung aus, sondern
je nach dem was für
Anlagen der Hund hat, entscheidet sich die Ausbildung. Mal hat
man einen fast rohen Hund, mal einen der bereits ausgebildet ist
und mal
einen der vermurkst worden ist.
Michaela: Ich
habe einen Jagdhund aus dem Tierschutz übernommen und jagdlich
ausgebildet: unser Englisch Setter, ursprünglich aus Rumänien,
kam über den Tierschutz im Alter von 2,5 Jahren zu uns und
hat seine jagdliche Eignungsprüfung mit 5,5 Jahren bestanden.
Mitgebrachte Probleme waren: Do-minanz (hat bereits gebissen),
konnte nicht allein
zu Hause bleiben, hoher Jagdtrieb! Jetzt sind alle Probleme behoben,
er ist zuverlässig im Jagdbetrieb und ein guter Familienhund. Mein 2. Hund ist ein regulär vom Züchter geholter
Welpe.
JägerInnen brauchen Hunde, die vollkommen verlässlich "funktionieren";
besteht da nicht die Gefahr, dass der Hund zum bloßen Instrument
wird, wie etwa das Gewehr?
Anke: Durch die Ausbildung und das freudige Zusammenarbeiten
mit dem Führer und die Erfolgser-lebnisse, wie z.B. den Apport
und die Nachsuche, hat man einen Kameraden an seiner Seite, der
seine
Aufgabe mit Freude macht und für mich ist er nicht ein Instrument,
wie ein Gewehr, sondern ein Helf-er.
Sandra: Nein, er wird zum Begleiter! Der es auch nachts,
wenn er mit auf dem Hochsitz ist, sehr viel schöner macht. |
Elisabeth:
Für mich ist mein Hund der beste Jagdkamerad. Nur durch ihn komme ich zum gewünschten Erfolg. Jedoch achte ich immer auf den Gehorsam.
Sabine: Nein, ich jage mit meinen Teamgefährten. Die
Zuverlässigkeit
und Leistungsbereitschaft meiner Hunde erreiche ich nur über
eine absolute Bindung und Vertrauensbasis.
Michaela: Nein,
im Gegenteil: er wird zum Partner, Freund - nur gemeinsam
|
Sandra
Jungs Ayko beim Apport. |
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schafft man die Erfolge bei der Jagd. In Deutschland sagt man: "Jagd
ohne Hund ist Schund" und erkennt damit die Leistungsfähigkeit
seines Partners auf der Jagd hoch an.
Betrachten JägerInnen den Hund nicht doch irgendwie als Untergebenen
im Sinne eines reinen Befehlsempfängers?
Anke: Nein, er ist kein reiner Befehlsempfänger sondern
ein freudig arbeitender Jagdkamerad, wenn die Ausbildung dementsprechend
aufgebaut wurde. Anders würde mir dies keine Freude bereiten.
Ich bedauere schwanzklemmende, kriechende "Jagdbegleiter"
und Hundeführer ohne kameradschaftliches Verhältnis zum
Hund. Der Vierbeiner sollte ein Partner sein.
Sandra: Nein! Er ist Partner, mit dem gemeinsam man sich
freut, weil er Spaß an dem hat, was er tut!
Elisabeth: Nein! Was wäre ich ohne die Sinne meines Hundes?
Sabine: Wer Kadavergehorsam möchte sollte sich einen Schäferhund
oder den Sony "Robo Dog" an-schaffen. In der Jagdausübung
ist eine gewisse Selbständigkeit des Hundes erwünscht.
Michaela: Nein, sonst könnte man sich die Eigenschaften
eines Jagdhundes nicht zunutze machen. Der Jagdhund besitzt Fähigkeiten
(Schnelligkeit, Nasenleistung, Wildschärfe) die wir als Menschen
nicht haben. Man ist oft auf die selbstständige Arbeit seines
Jagdhelfers angewiesen. In Deutschland sagt man zum Beispiel bei der
Schweißarbeit: "Der Hund hat immer Recht", weil
die Nase des Hundes sehr viel mehr Informationen aufnehmen und
deuten
kann als unser armseliges Gesichtsfeld.
Kann
der Jagdhund also trotz seiner "Berufsausübung" für
JägerInnen auch Freund und Lebensgefährte sein?
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Elisabeth Smat |
Anke: Meine Hunde waren bisher immer Freund und Lebensgefährte
und sind während des ganzen Tages mit mir zusammen und gerade
Konsequenz in der Ausbildung, aber auch dieses Vertrauensverhältnis
durch gemeinsame Erfolgserlebnisse stärken die Verbundenheit
und das Vertrauen.
Sandra: Natürlich kann er. Unsere drei leben alle mit
im Haus und schlafen sogar teilweise im Bett!
Elisabeth:
Ja, natürlich! Es geht doch nichts über einen entspannten Spaziergang nach einem arbeitsreichen Tag mit dem Hund. Hunde sind gute Zuhörer mit viel Gespür für die momentane Stimmung.
Sabine: Natürlich, unsere Hunde sind Familienmitglieder,
sie gehören zu unserem Rudel.
Michaela: Meines Erachtens bringt der Jagdhund erst dann gute
Leistung wenn er zum Partner und Freund geworden ist.
Muss der Jagdhund, um so zuverlässig zu arbeiten, wie es die
Jagdpraxis erfordert zwangsläufig mit Härte und extremer
Strenge ausgebildet werden, wie viele Laien das vermuten?
Anke: Nein.
|
Sandra: Nein!
Nur mit Konsequenz!
Elisabeth: Das „A“ und „O“ in der Ausbildung eines zuverlässigen Jagdhundes ist die Konsequenz. Ich kann heute nicht zulassen, was ich morgen verbiete. Eine gute Erziehung kann man sich wie die Arbeit eines Gärtners vorstellen. Erst wird der Boden vorbereitet (prägen des Hundes, seine Anlagen erkennen und fördern), dann wird gesät (Ausbildung bis zur Prüfung), dann die Ernte – die ausgeübte Jagd mit dem Hund. Heute bin ich in der Lage, die Früchte meiner Erziehung zu „ernten“. Egal ob wir zusammen jagen oder nur entspannt durch Wald und Feld streifen; ich bin mir sicher, mein Hund geht mir nicht aus der Hand.
Sabine: Nein, aber mit Konsequenz.
Michaela: Nein, ein Jagdhund muss vor allem mit Konsequenz
ausgebildet werden.
Früher
war es durchaus Sitte, dass der Hund vom Alltag des Jägers
getrennt z.B. allein im Zwinger gehalten wurde. Hältst du das
für sinnvoll oder notwendig?
Anke: Nein - Ein weggesperrter Hund hat nicht so eine Sozialisierung
und ob das Vertrauensverhält-nis und die Verbundenheit zwischen
Hund und Jäger so intensiv werden können
.?
Sandra: Nein! Wie gesagt unsere Hunde leben alle mit uns
im Haus! |
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Elisabeth: Auf keinen Fall! Ein Hund ist, wie auch der Wolf, ein Rudeltier. So lernt er auch, sich unterzuordnen. Bei mir/ uns lebt der Hund in der Familie. Er ist ein fröhlicher Spielkamerad für meinen Enkel (14 Jahre).
Sabine: Nein überhaupt nicht, der Hund gehört zu
seinem Rudel.
Michaela: So ein Quark!
Früher
meinte man auch, dass der Vierbeiner, um ein "ernster"
Jagdhund werden zu können von Artgenossen ferngehalten und
vor |
Von wegen
Einzelhaft im Zwinger...! |
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allem
das Spiel mit ihnen unterbunden werden müsse. Wie siehst du
das?
Anke: Der Kontakt und das Spielen mit Artgenossen ist wichtig
für die Hunde und verweichlicht sie natürlich nicht, sondern
lässt sie Situationen viel besser einschätzen, und sie
sind mit anderen Hunden umgänglich.
Sandra: Nein! Ich treffe mich regelmäßig mit anderen
Hundehaltern. Bei diesen Treffen dürfen die Hunde spielen wie
sie möchten. Da ich drei habe, spielen auch die täglich
mehrmals.
Elisabeth: Wir treffen uns täglich mit anderen Hunden. Wo soll ein Hund Sozialverhalten lernen, wenn nicht unter Seinesgleichen? Jedoch unterbinde ich das Spielen, wenn mein Hund angeleint ist. Da muss er manierlich mitgehen. Ohne Leine darf er toben, spielen und mit den anderen Hunden rennen.
Sabine: Das sollte mittlerweile eine überholte Einstellung
sein. Nichts ist für die Entwicklung der Hun-de wichtiger
als Sozialkontakte mit Artgenossen aller Art: Welpenprägetage/-spiel,
Junghundegruppe etc.
Michaela: Das ist Unsinn!
Auf welchen
Grundsätzen sollte deiner Ansicht nach eine gerechte Ausbildungsmethode
für durchschnittlich veranlagte Jagdhunde beruhen?
Anke: Gute Prägung, Frühzeitiges Lernen des Grundgehorsams
ohne Überforderung, ruhige, geduldige und konsequente Ausbildung,
kurze Lerneinheiten im Junghundalter, zwischendurch Freilauf im
Revier und Erkundungsgänge, regelmäßiges Üben,
Sandra: Ruhe, Liebe, Konsequenz ohne Gewalt! |
Gerechte
Ausbildung richtet sich nach dem Individuum. |
Elisabeth: Erst austesten, welche Arbeit dem Hund am meisten liegt und dann darauf mit positiver Bestärkung aufbauen. Ein Hund, der nicht gerne schwimmen geht, wird nie freudig bei der Entenjagd die Beute aus dem Wasser holen. Es kann aber sein, dass genau dieser Hund verlässlich im Feld arbeitet – dann eben diese Fähigkeiten ausnutzen. Jagdhunde ohne Passion fühlen sich vermutlich ohne Jagd wohler.
Sabine: Ich denke man muss individuell auf das Al-ter, das
Wesen und den Charakter des Hund eingeh-en, und schauen mit welcher
Methode ich beim Hund weiterkomme und welche Methode ich als Hundfüh-rer
korrekt und konsequent umsetzen kann. Hunde sind so unterschiedlich
wie ihre Führer, der eine arbeitet gern
mit und bietet sich an, der andere ist übereifrig, wieder
andere gleichen einer Schlaftab-lette. Der eine braucht Druck,
bei einem
anderen ist |
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ein fehlendes Lob die größte Strafe. An
die Ausbildung von jungen Hunden gehe ich anders heran als an ältere,
vielleicht bereits ausgebildete Hunde. Mit viel Gefühl, immer
positiver Verstärkung und je nach Entwicklungsphase des
Hundes auch mal einen Schritt zurück, als einen zu schnell
weiter. Wichtig ist das Einfühlungsvermögen, den Hund
lesen zu können und entsprechend angemessen zu handeln.
Michaela: Es gibt in der Jagdhundeausbildungsliteratur vorgegebene
Wege die sich nach dem Alter, dem Lernstand des Hundes und seinen
Anlagen richten. Härte, Zwang, Strenge richten sich immer
nach dem Hund, seinem Alter und seinem Lernstand - dem gegenüber
sollte immer überschwängliches Lob und der gemeinsame
Erfolg stehen. Ein "alter Hase in der Jagdhundeausbildung"
sagt uns immer wieder: "Der Hund lernt durch Erfolg - und
nichts anderes!" Viele Jäger in Deutschland sind gut
darüber
in-formiert, wie ein Hund lernt (Klassische, Operante Konditionierung
usw.). Neue, wissenschaftlich be-gründete Erkenntnisse und
Methoden fließen in die bewährten Ausbildungsmethoden
mit ein.
Meine Meinung: es gibt nicht DIE Ausbildungsmethode für den
Jagdhund - denn jeder Hund ist anders, lernt anders, bringt einen
anderen Charakter und anders ausgeprägte Anlagen mit.
Wo ziehst
du persönlich die Grenze zwischen erforderlicher und übertriebener
Strenge und Härte bei der Ausbildung des Jagdgebrauchshundes?
Anke: Erforderliche Strenge kann ich mit konsequentem Führen
des Hundes umsetzen, dies ist bei ei-nem guten, konsequenten Führer
aber wohl nicht nötig, da dieser eh die Umsetzung der Kommandos
in vorzüglicher Art und Weise beachtet. Erforderliche Härte
käme bei mir nur in Frage, wenn der Hund bereits Begriffenes
(z.B. beim Apport ) nicht umsetzt und den Führer testet.
Bei den Wasserfächern würde ich grundsätzlich
keine Strenge oder Härte anwenden. Härte ist meiner
Meinung nach keine Grundlage für eine Hundeausbildung;
wenn es denn aber sein muss, dann muss sofort nach der Negativ-einwirkung
das Lob bei richtiger
Ausführung folgen!!! Dann begreift der Hund dies und lernt
seine Übung sehr schnell. Wichtig ist hierbei die richtige
Dosierung und dieses Einfühlungsvermögen zu haben ist
nicht so vielen Ausbildern mitgegeben. Alles Übertriebene
kann nur schaden und Schläge sind keine Ausbildungsmethode. |
Sandra:
Ein Hund, der mal ein guter Jagdhund werden soll, braucht natürlich
eine starke Hand! Aber Prügel, Stachelhalsbänder
und Teletakt lehne ich ab!
Elisabeth: Ich habe noch nie auf so genannte „Starkzwangmittel“ wie Stachelhalsband und Würger zurück greifen müssen. Alle Ausbildungsfäch er haben wir so lange geübt, bis sie klappten. Auch wenn diese Ausbildung etwas länger dauert.
Sabine: Individuell bei jeden Hund |

Irish und Gordon Setter |
neu. Kann man eine
Grenze überhaupt ziehen?
Michaela: Der Hund bestimmt das Maß der Härte. Ein Jagdhundeausbild er braucht dazu eine sehr gute Beobachtungs-,
Einschätzungs-
und Analysegabe. Wenn Härte eingesetzt werden muss, dann nie
emotional und nie ungerecht. Es muss immer einen Ausweg - ein "ich
weiß warum" für den Hund geben, wenn ein "schwarz"
angewendet werden muss. Hier mal eine Erläuterung zum Thema
Zwang:
1. Def.: Zwang ist die Beeinflussung der Entscheidungs-
und Handlungsfreiheit durch verschiedene Ein-flüsse. sprich
alleine wenn ich einen Hund an der Leine führe übe ich
Zwang aus, denn er kann nicht selbst entscheiden wo er gerade hinlaufen
möchte.
2. "Zwang" muss auch immer gerecht sein - wenn Zwangsmaßnahmen
ungerecht ausgeübt wurde, sind die Hunde durch diese verunsichert.
Wenn sie sich aber sicher fühlen und merken dass es bei
einem
"Falsch" auch ein "Richtig" gibt wofür es
Lob & Sicherheit gibt, reagieren sie NICHT verunsichert oder
gar
ängstlich sondern sicher und sogar erleichtert.
3. Die Stärke der Zwangsmaßnahmen richtet sich immer nach
dem Hund - und sollte nicht emotional ausgeführt werden. Dann
geschieht sie auch nicht über die Maßen.
Und Thomas Baumann, ein bekannter deutscher Diensthundeausbilder schreibt: |
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|
1.
Zwang steht in der Verhaltens-steuerung an letzter Stelle.
2. Zwang darf nie als Strafe, son-dern ausschließlich
als Verhaltens-korrektur angesehen werden.
3. Schläge, Tritte, Stöße sind keine Zwangseinwirkungen,
sondern primi-tive und schädliche Brutalitäten (sozialer
Vertrauensbruch).
4. Zwang darf nur vorübergehend eingesetzt werden. Wird Zwang
zu einer Dauermaßnahme, verfehlt er sein Ziel und sollte
eingestellt wer-den.
5. Zwang muss in seiner Art und |
|
Weise individuell
auf das Nervensystem des betroffenen Hundes abgestimmt sein (nicht
mit Kanonen auf Spatzen schießen).
6. Zwang darf niemals unter emotionalen Gesichtspunkten geschehen
(Wut, Zorn), sonst kommt es schnell zur Überdosis.
7. Zwang muss im Ergebnis die Lebensqualität des Hundes verbessern
können (Bsp. mehr Freiraum). 8. Zwang muss im Ergebnis zu erwartenden
Schaden für den Hund und seiner Umwelt verhindern (Bsp. wildernder
Hund im Bereich einer stark befahrenen Straße).
9. Zwangseinwirkungen müssen immer in einem zeitlichen und
räumlichen Zusammenhang zum unerwün-schten Verhalten
stehen, sonst sind sie nutzlos.
10. Zwang darf nie zur ausschließlichen persönlichen
Bereicherung (Bsp. finanzieller oder sportlicher Ehrgeiz) angewendet
werden.
Welche Art
von Hundeausbildung unter Jägern findest du kritikwürdig
und würdest sie selbst nicht anwenden?
Anke: Wenn ich von Stacheldraht höre wird mir ganz schlecht
und auch das Teletakt-Gerät würde ich nicht anwenden.
Sicher ist auch in diesem Bereich Kompetenz gefragt, denn von kleinem
Kribbeln bis starken Stößen ist ja alles drin. Zum Glück
brauche ich es bei meiner Rasse nicht. Ohren drehen und Tritte bzw.
Schläge lehne ich strikt ab.
Sandra: Wenn es mit übertriebener Härte zugeht!
Z.B. Hunde mit einem Stachler an der 4 m Leine festmachen und den
Hund hineinrennen lassen ist für mich Tierquälerei! Ein
Hund lernt auch anders auf seinem Platz zu bleiben! Außerdem
käme bei mir kein Teletakt in Frage! |
Elisabeth: Ich habe persönlich noch keinen Jäger kennen gelernt, der brutal die Ausbildung seines Hundes forciert. Ich finde jegliches Training mit Peitsche abartig. Man kann doch einen Hund nicht für Dinge strafen, die er noch nicht beherrscht. Ganz alte Jäger kennen sogar noch den Strafschuss, über den in alten Ausbildungsbüchern beschrieben wird.
Sabine: Wenn Menschen auf Grund ei-gener Unfähigkeit
brutal, cholerisch, wütend, unkontrolliert mit ihren Tieren
agieren, bzw. sich abreagieren, und sich das Tier zum Untertan machen wollen, unabhängig ob sie Jäger, Hunde
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Sabine
Hochhäuser und Weimaraner Afra. |
-trainer, Reiter etc. sind.
Michaela: Wenn dem Hund keine Zeit zum lernen gegeben wird
und über die Maßen, emotional gesteu-erte Härte
und Strenge angewendet wird - vor allem wenn der Hund sie nicht
versteht. Jäger die ihre Hunde körperlich quälen,
als Instrument und nicht als Partner sehen sind für mich verabscheuenswert.
Lassen sich
deiner Ansicht nach Jagd und Tierschutz miteinander vereinbaren?
Anke: Jagd bedeutet ja Bestandsregulierung, Erlösung
von kranken und schwachen Tieren und Erhalt-ung der Lebensräume
für alle Tierarten. Hege beinhaltet die Erhaltung der Lebensmöglichkeiten
für das Wild. Jäger helfen, um ausgemähte Kitze zu
vermeiden und klären in der Öffentlichkeit über Tier-
und Naturschutz auf.
Sandra: Aber ganz klar! Tierschutz hat für mich auch
damit zu tun, einen Hund seinen Anlagen ent-sprechend zu fördern!
Ein Jagdhund ist und bleibt ein Jagdhund! Wo also sollte er glücklicher
sein als bei einem vernünftigen Jäger!?
Elisabeth: Ich denke, dass ausgeübte Jagd Tierschutz ist. In der heutigen Zeit, in der die natürlichen Feinde unseres Wildes fehlen, muss der Jäger regulierend eingreifen.
Sabine: Ja natürlich! Es geht doch um die ganze Vielfalt
die unsere Natur und Tierwelt zu bieten hat. Bei der Jagd geht es
um die Erhaltung eines artenreichen und gesunden Wildbestandes.
Es gibt ge-nügend gemeinsame Aktionen; Fledermäuse brauchen
Nistmöglichkeiten. Feuchtbiotope bilden die Le-bensgrundlage
für Amphibien. Remisen bieten Brut- und Aufzuchtmöglichkeiten
für Singvögel um nur einiges zu nennen. In diesem Bereich
liegen viele Chancen brach. Es gibt auf jeder Seite immer solche
und solche. Man bedenke nur einmal das Animal Hoarding Phänomen,
das krankhafte Horten von in Not befindlicher Tiere und die damit
einhergehende Verwahrlosung. |
Sandra
Jungs "Tierschutzhund" Ayko als Welpe frisch von der
spanischen Müllkippe.
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Michaela: Der
Tierschutz verkennt momentan die Chance mit "guten"
Jäger zusammenzuarbeiten um partner -schaftlich an einem Strang
zu ziehen. Es darf nicht vergessen werden, dass die Jäger nun
mal das Know-how im Umgang mit Jagdhunden besitzen. Sie können
das Verhalten von Jagdhunden einschätzen und in die richtige
Richtung lenken. Sie kennen sich mit der Ausbildung und Verhaltenslenkung
aus, wo das Wissen von "normalen Menschen" oft versagt.
"Gute Jäger" können -von Jagdkollege zu Jagdkollege-
"schlechten Jägern" besser Ratschläge zur Verhaltensänderung
geben als "verhärtete", zu Jagdgegnern erklärte
"Tierschützer" - denn das Problem sollte begonnen
werden an der Wurzel zu verbessern. Dass Tierschutz mit Jagd vereinbart
werden kann zeigen viele gute Beispiele: als lobenswerten Verein
möchte ich Krambambulli e.V. und Jagdhunde in Not e.V. nennen.
Was nicht vergessen werden sollte, ist, dass es für Jagdhunde
nun mal Lebenssinn und Passion
ist zu jagen. |
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Demnach
sollten an Geist und Seele gesunde Jagdhunde
aus dem Tierschutz auch wieder jagdlich geführt werden dürfen.
Denn nur dort können sie wirklich art- bzw. rassegerecht
ausgelastet werden. Die Augen eines Jagdhundes der als Partner
mit seinem gerechten
Jäger zusammen jagen darf sind unvergesslich - es ist das
Höchste
ihres Lebens!
Kritiker
sehen in der Jagd nutzloses Töten von Wildtieren zum Vergnügen
des Jägers. Was meinst du dazu?
Anke: Nutzloses Töten und abschussgeile Jäger haben
bei der Jagd nichts verloren. Wenn man hört wie viele Füchse
und Wildschweine ( Schwarzwild ) es jetzt schon in die Städte
zieht denken sicher auch die Jagdgegner um, denn das Schwarzwild
richtet erheblichen Schaden in den Gärten an bzw. die Füchse
als Belagerer der Mülltonnen und Hühnerdiebe sind z.B.
in Großstadtrandlagen von Hamburg und Berlin schon eine echte
Plage. Jagdkritiker sehen wohl oft nur das Streckelegen von Drückjagden
und nicht die anderen Tätigkeiten der Jägerschaft. Und
was wäre mit dem Verkehrsfallwild? - ohne eine Nachsuche würde
es länger leiden bis zur Erlösung.
Sandra: Das ist Quatsch. Jagd ist in erster Linie Hege und
Pflege! Man ist viel in der Natur und man kommt Wildtieren so nah
wie sonst niemand! Meist erfüllt man seinen Abschußplan
mit kranken oder verletztem Wild das sonst elendig zugrunde gegangen
wäre!
Elisabeth: Jäger jagen und töten nicht aus Vergnügen. Jagen ist eine natürliche Art des Abschöpfens (Ernte). Fleisch und Fleischprodukte will fast jeder auf seinem Teller liegen haben. Kaum jemand denkt daran, dass Schlachttiere einem größeren Stress vor ihrem Tod unterliegen. |
Sabine: Wer
aus Vergnügen am Töten jagt, sollte sich neu überdenken.
Das gezielte Er-legen des Wildes ist nur der kleinste Bestandteil
der Jagd und dient zur Nahrungsbeschaffung. Mein erlegtes Wild landet
in der Regel bei uns im Kochtopf. Zur Jagd gehört viel mehr
die Hege des Wildbestandes und quasi das Management des Jagdreviers.
Wer
sich ein Bild von der Jagd machen möchte, kann einen Jäger
ins Revier begleiten und sich persönlich ein Bild über
die Aufgaben und Arbeit machen. Dort kann man dann auch die Jagdhunde
bei ihrer eigentlichen Bestimmung beobachten.
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Wildtiere
am Stadtrand können zur Plage und Gefahr werden. |
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Michaela: Ich bin zuerst Försterin und es isterwiesen
dass ein nachhaltiger, ökologischer und ökonomischer
Waldbau ohne die Jagd nicht möglich ist. Auch die Raubwildbejagung
hat ihre Berechtigung - wissenschaftliche Studien haben erwiesen
dass z.B. dadurch schützenswerte Bodenbrüter sich durch
eine intensive Raubwildbejagung wieder ansiedeln und die Population
sich dadurch stabilisieren konnte. Der Jäger nimmt auch andere
wichtige Funktionen war: von der Biotoppflege bis zur ökologischen
Landschaftsgestaltung, er hilft bei der Suche und tier-schutzgerechten
Versorgung von Unfallwild, er achtet auf den Gesundheitszustand
des Wildes und hilft dadurch Seuchen vorzubeugen. In Deutschland
ist die Jagd zum Beispiel durch Abschusspläne regle-mentiert:
diese richten sich nach dem Gesundheitszustand des Wildes und
den
Wildschäden in Wald und Flur. Es sei auch genannt das Wildfleisch
nun mal ökologisch, frei von Zusätzen (Hormonen, Antibiotika,
Zusatzstoffen,) und dadurch sehr gesund ist. Wild wird relativ
stressfrei
an Ort und Stelle erlegt - nicht erst hunderte von Kilometern halb
lebend durch die EU gefahren - und regional vermarktet. Claus
Kiefer
- der Präsident des DK-Verbandes schrieb: "Wir jagen
auch deshalb, weil wir das erlegte Wild der Ernährung zuführen
und weil wir es mit großem Appetit, wenn es gut zubereitet
ist, auch verspei-sen. Als Jäger respektieren wir Vegetarier,
aber wir möchten uns nicht gerne von ihnen missionieren
lassen."
Jäger
und Hundehalter geraten meist deshalb aneinander, weil der Waidmann
im Vierbeiner des anderen eine Bedrohung für das Wild in seinem
Revier sieht. Der Hundehalter seinerseits wirft dem Jäger Egoismus,
Unverständnis, Feudalherrenverhalten uvm. vor. Wie beurteilst
du diesen Konfliktstoff?
Anke: Der Waidmann mag keine streunenden Hunde im Revier,
und in manchen Fällen fühlen sich die Jagdpächter
genervt von freilaufenden Hunden auf den Äckern in der Nähe
der Einstände. Allerdings gibt es ja auch fast keine Freilaufmöglichkeiten
für Hunde mehr. Heute wird es sicher verkniffener gesehen.
Es ist aber immer von Vorteil wenn der Jäger das Gespräch
mit den Hundebesitzern sucht! |
Dem
Hunde, wenn er wohlerzogen, ist auch der Jägersmann gewogen..... |
Sandra: Ich
denke die Hundhalter sollten sich mal an die eigene Nase fassen.
Gott sei Dank gibt es auch vernüftige.
Elisabeth: Früher habe ich auch ein gespaltenes Gefühl verspürt, wenn mich ein Jäger anraunzte. Heute weiß ich durch meine Ausbildung zum Jäger viel besser, welche Auswirkung ein freilaufender, evtl. nicht gehorchender Hund auf das Wild hat. Heute versuche ich, auch im privaten Umfeld, auf die Gefahren hinzuweisen. Bis jetzt hat fast jeder Hundebesitzer Einsicht gezeigt. Wichtig ist meiner Meinung nach, dass man ruhig auf den Hundebesitzer zugeht. Gut ist |
es bis jetzt auch immer angekommen, einen Hundebesitzer zu einem Reviergang einzuladen.
Sabine: Ein Kriegschauplatz: Egoismus und fehlende Information
auf beiden Seiten. Es betrifft ja ei-gentlich alle Natur-und Waldnutzer.
Jeder möchte seinem Hobby nachgehen,da kommt man sich zwangs-läufig
in die Quere. Beim Erstkontakt im Ton vergriffen, schon sind beide
Seiten nicht mehr gesprächs-bereit. Es geht aber auch anders,
Aufklärung und Information über die jagdlichen Gegebenheiten
im betreffenden Revier mit der Bitte um Einhaltung. Toleranz
und Nachdenken
auf beiden Seiten und selbst Vorbild sein.
Michaela: Es muss Aufklärung und Verständnis geben.
Tierschutz sollte nicht nur für Haustiere gelt-en, Tierschutz
heißt auch das Wild, die Tiere in Wald & Flur zu respektieren.
Wenn Hunde frei in der Natur laufen gelassen werden ist das eine
starke
Beunruhigung für das Wild. Für tragende Tiere, füh-rende
Tiere, Tiere im Winter bei geschlossener Schneedecke, aber auch
brütende,
rastende Vögel usw. bedeutet ein freilaufender Hund nicht nur
extremen Stress und Beunruhigung, sondern manchmal sogar die Bedrohung
des eigenen Lebens oder das des Nachwuchses. Der Jäger sollte
darüber aufklären, es verständlich machen und zunächst
das Gespräch suchen. Außerdem sollte sich der Hundehalter
über die örtlichen Gesetze und Regelungen informiert haben.
Der Hundehalter sollte darum bemüht sein,
diese |
zu
respektieren und seinen Hund entsprechend zu führen
- vielleicht kann man sich auf bestimmte Zeiten oder Orte einigen,
wo der Hund mal frei laufen darf. Bevor ein Jäger jedoch
einen Hund wegen Wilderei abschießt, sollten andere Mittel
und Wege beschritten worden sein (Auf-klärung und Gespräch,
Anzeige, Hund einsammeln und ins Tier-heim bringen etc. ).
Der Schuss sollte
immer der letzte Ausweg bleiben. |
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Der
Jäger
erklärt einer Dame recht unwirsch, ihr Cocker sei ein Jagdhund
und deshalb an die Leine zu nehmen. Winkt sie lächelnd ab: "Mein
Hund ist kein Beutegreifer. Er ist bloß ein Schmutzfänger." |
Fotos:
Lange 2, 7, 19, 20
Hochhäuser 5, 8, 15
Jung 3, 9, 16
Kuntzsch 1, 4, 12
Hahn 17, 18
Kokemor 11
Smat 6, 10, 13
Pertz 14
Update: August 2009
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| Stöbernder
English Springer Spaniel. |
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