Alternative Beschäftigung
Von Sabine Hochhäuser

Mantrailing, Obedience, Dog Dancing, Flyball, Turnierhundesport, DiscDog-Trainig. Es gibt viele Al-ternativen mit dem Jagdhund, auch ohne Jagdausübung, artgerecht zu arbeiten. Bewegung und geistige Auslastung sind wesentliche Faktoren um einen ausgeglichen und zufrieden Jagdhund zu führen. Hier zeigen wir einige Hundesport-Alternativen auf:
Mantrailing, die ganz andere Dimensionen der Fährtensuche

Zum Alltag der Rettungsorganisationen gehören vermißte Men-schen bei Unfällen und Katastrophen. Zur Suche dieser Men-schen werden von den Rettungsorganisationen u.a. Hunde zum Einsatz gebracht. Während der Fährtenhund die Fährte auf-grund von Bodenverletzungen verfogt, d.h. möglichst nahe bei der Fußspur bleibt, suchen die Rettungshunde bei der Flächen-suche mit hoher Nase nach dem vermißten Menschen, wobei je-de Person angezeigt werden muß.
Seit einiger Zeit gibt es bei uns eine neue Variante der Rett-ungsarbeit mit Hund, das so genannte „Mantrailing" - eine Personensuche, die in von Menschen hoch frequentierten Berei-chen, Innenstadt, Einkaufszentren zum Einsatz kommt. Beim Maintrailing wird der Hund auf das Finden bestimmter Person ausgebildet, deren individuelles Geruchsbild er erhalten hat. Er sucht die Individualgeruchsspur dieser Person und nur die! Er lernt nicht das Finden lebloser Gegenstände, wie Futter
oder Spielzeug. Der Hund sucht über lange Strecken sowohl im Gelände als auch in Stadtbereichen, Einkaufszentren etc., es steht ihn dabei frei wie er die Geruchsspur verfolgt. Je nach Witterung, Ge-ländebeschaffenheit kann der Hund sich direkt auf der Fußspur aufhalten aber auch mehrere hundert Meter davon entfernt suchen. Der Hund ist so motiviert diese Person zu finden, dass er die Spur auf jedem Gelände nach Tagen sogar im Extremfall nach Wochen (Bloodhounds) verfolgen kann.
Das Mantrailing ist eine sehr zeitaufwendige Ausbildungsmethode. Es muss täglich geübt werden, und da kommen sehr schnell mehrere Stunden zusammen, denn die Fährten für einen Trailerhund müssen weiträumig gelegt werden. Genaueres zum Thema Mantrailing finden Sie hier.
Obedience, "Hohe Schule des Gehorsam"

Eine weitere Hundesportart ist Obedience – Obedience, übersetzt mit Gehorsam - kann man durchaus mit der Dressur beim Pferdesport vergleichen, während Agility dem Springreiten ähnelt. Bei Obedience geht es neben Gehorsam auch um Exaktheit , Harmonie und Freude an der Arbeit. Obedience ist bei weitem vielseitiger als die reinen Gehorsamsübungen "Sitz", "Platz", "Fuß", etc. Diese Grundübungen werden u. a. durch folgende Übungen ergänzt: das Apportieren von Gegenständen,
das Suchen von Gegenständen (Eigenidentifikation),Frei-
sprung über eine Hürde, die Distanzkontrolle (Sitz,Steh, Platz aus der Entfernung), das Voraussenden und We-sensfestigkeit, vor allem mit anderen Hunden zusammen.
Eigentlich stammt Obedience aus Schweden, wo es be-reits seit den 60er Jahren praktiziert wird, findet aber inzwischen immer mehr Anhänger auch hier in Deutsch-land. Besonderen Wert wird auf die positive Motivation
des Hundes während der Ausführung der Übungen gelegt.

Besonders bewertet wird die Harmonie – die Teamarbeit zwischen Hund und Herr-/Frauchen, militär-ischer Drill ist untersagt. Gerade Jagdhunde können hier gute Ergebnisse erzielen, ihr enormer Ar-beitseifer, der Spür- und Bringtrieb kann befriedigt werden.

Dog Dancing

Dog Dancing ist eine relative junge Hundesportart, die auf Obedience - Gehorsam in der absolute Harmonie zwischen Hund und Hundeführer beruht. Ist nun Obedience, die hohe Schule der Dressur orientiert sich das Dog-Dancing an einer Dressurkür mit Musik. Einige der Figuren kommen sogar aus dem Pferdesport, wie zum Beispiel der "spanische Schritt" bei dem die Vorderbeine abwechselnd in einer Art Parade-Gang sehr hoch vorgeführt und gestreckt werden, die "Traversale" also Seitwärts-Treten in beide Richtungen, bei dem der Hund/das Pferd jeweils die diagonalen Beinpaare überkreuz setzt, das Steigen Männchenmachen auf den Hinterbeinen und das Rückwärtstreten in verschiedene Richtungen. Gewalt und Zwang haben auch beim Dog Dancing nichts zu suchen. In Deutschland ist das "Tanzen mit dem Hund" allerdings noch nicht sehr weit verbreitet, findet aber immer mehr Freunde, auch gibt es bereits Formationstanz für Hund und Hundeführer.
Vom Hundeführer und seinem Hund wird viel Aufmerksamkeit und Flexibilität verlangt, wenn es darum geht, seinem Hund durch Handzeichen und Körperhaltung Tanzfiguren anzutrainieren. Diese werden später zur passenden Musik mit erarbeiteter Choreograhie vorgeführt. Gefragt bei diese Sportart ist das partnerschaftliches Zusammenwirken zwischen Mensch und Hund, das sich in der harmoischen Vorführung niederschlägt.

Flyball

Flyball, ein Mannschaftshundesport beim dem sich ausschließlich der Hund sportlich bestätigt. Es ist ein Staffettenlauf der Hunde wobei der Hundeführer eine rein kontrollierende und anfeuernde Funktion inne hat. Beim Flyball geht es darum, dass der Hund ohne die Unter-stützung seines Hundeführers, auf Kommando über vier hintereinander aufgestellte Hürden springt, die Taste an der "Flyballbox" drückt, den herausgeworfenen Ball fängt und mit dem Ball im Maul über die Hürden zurück zum Start/Ziel rennt. Ist der erste Hund zurück, startet der nächste Hund los. Die Hunde sind bei diesem Spiel so be-geistert, dass sie vor einem Start kaum zu halten sind. Gibt man sie frei, stürmen sie los wie aus einer Kanone abgefeuert. Ein Flyball-Team besteht in der Regel aus vier Hunden. Es starten bei Turnieren immer zwei Mannschaften a 4 Hunde gegeneinander, es werden 2 - 3 Durchgänge abgehalten.

Turnierhundesport - nur was für echte Sportler!

Der Turnierhundesport ist ein Bewegungssport für die sportlichsten unter den Hunden und Hunde-führern! Dieser Sport ist unterteilt in verschiedene Disziplinen. Neben den 2000 und 5000 Meter Geländeläufen gibt es den Vierkampf, der sich aus Unterordnung, Slalomlauf, Hürdenlauf und einer Hindernisbahn zusammensetzt. Bei allen Disziplinen startet das Team Mensch - Hund gegen die Zeit. Um Chancengleichheit zu gewährleisten ist dieser Sport in verschiedene Altersstufen unterteilt und nach Geschlechtern der Menschen getrennt. Die Disziplinen im Einzelnen:
1. Geländelauf 2000 m
2. Geländelauf 5000 m
Bei diesen beiden Disziplinen muß der Hundeführer mit dem angeleinten Hund die entsprechende Strecke im Gelände zurücklegen.
3. Hindernislauf
Hierbei muß der Hundeführer eine 75 m lange Strecke durchlaufen wobei der Hund 8 Hindernisse zu bewältigen hat.

4. Vierkampf
Wie es der Name schon vermuten läßt, unter-teilt sich der Vierkampf in 4 Abteilungen. Dazu gehört die Gehorsamsübung, der Hür-denlauf, der Slalomlauf und der Hindernis-lauf.
5. Combinations Speed Cup
Zu guter letzt gibt es noch einen Mann-schaftswettkampf. Hier müssen 3 Hundeführ-er mit ihren Hunden jeweils eine Hindernis-bahn absolvieren.

DiscDog Training
DiscDog Training ist dieser Sport mit der Plastikscheibe (Frisbee), den wir alle von irgendwelchen Urlauben an der See kennen... nur, daß jetzt die lieben Vierbeiner auch mitspielen dürfen!! Und dann wird auf dem grünen Rasen "geflipt" und "gecatcht", "backstall" und "mouthtake" konkurrieren mit "backvault" und "butterfly", "overhead wristflips", "bodyroll" und "sidearm" werden ebenso disku-tiert wie der "drive" , die "catch ratio", "communicatio".
Bei diesem Sport geht es um zwei Dinge: Wie "Hundeführer" die runde Plastikscheibe wirft und wie "Hund" sie dann fängt. Und dabei sind der Phantasie keine Grenzen gesetzt, Hauptsache: Die Sprünge sind weder zu hoch noch zu gefährlich für den Hund. Ganz wichtig, am Anfang steht unbedingt das Wurftraining ohne Hund.
Aus der Idee "Hund fängt Frisbee" entstanden vielfältige Wettbewerbe. Unter anderem "mini-distance", der Hund muß innerhalb einer Minute möglichst viele und weit geworfene Scheiben fangen und zurückbringen, dann gibt es noch "freestyle", eine Choreographie mit Musik, in der 90 Sekunden lang Würfe der verschiedenen Techniken gezeigt werden mit Absprüngen des Hundes von Rücken und Bein seines menschlichen Partners und vielen anderen Tricks.
Erstveröffentlichung des Textes bei Krambambulli Jagdhundehilfe e.V.
Fotos: 1, 3 und 6 Hochhäuser; 2 Sieber; 4 Jung; 5 Dorsch-Rieger

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