Aufbau Agility
Von Cornelia Bögli

1996 begann ich mit unserem Kleinen Münsterländer Rüden Basco den Aufbau mit Agility. Er war da-mals schon fast fünf Jahre alt. Doch da Agility noch in den Kinderschuhen steckte, war es kein Prob-lem, mit einem nicht mehr so jungen Vierbeiner das Training aufzunehmen. Normalerweise beginnt man schon mit den einjährigen Hunden.
Zuerst lernte Basco, mehr als einen Sprung nacheinander zu absolvieren. In den anderen Sparten wird sonst nur ein Sprung ausgeführt, mit Zurückkommen über das gleich Hindernis. Wir übten es zunächst mit dem Hund an der Leine.

Beim Tunnel wird anfangs mit einem geraden Tunnel geübt. Der Helfer hält den Hund am Eingang fest und der Führer lockt mit Spielzeug oder Futter am anderen Ende. Der Helfer muss nun verhindern, dass der Hund um das Hindernis herum läuft. Basco war unerschrocken und durchquerte den Tunnel ohne Probleme. Da heute schon in der Welpenschule mit Tunnel gearbeitet wird, stellt diese Übung bei den Tieren kein Problem mehr dar.
Beim Sack sah Basco den Ausgang natürlich nicht, weil das Stoffteil ihn verschliesst. Hier wurde deshalb zuerst der Stoff von einer Hilfsperson in die Höhe gehalten, damit der Hund erkannte, wo's lang geht. Nach und nach liessen wir den Stoff immer mehr auf Bascos Rücken gleiten, bis er am Ende selber den Stoff in die Höhe drücken musste.
Beim Reifen musste Basco wie jeder andere Hund lernen, schön durch die Mitte zu springen. Dies gelang am besten mit Locken von Futter. Ich stellte mich also hinter das Hindernis und führte meine Hand durch den Reif. So etwas animiert fast jeden Hund, nun hindurch zu springen.

Die Wippe ist ein sehr schwieriges Hindernis, das sorgfältig aufgebaut werden muss. Auch dazu braucht es die Hilfsperson, die verhindert, dass die Wippe zu schnell den Boden berührt.
Basco wurde zuerst mit der Leine trainiert. Der Hund muss lernen, den Kipppunkt selbst auszulösen und auf der Wippe zu bleiben, bis diese den Boden berührt, sonst gibt es einen Flug ins Leere.

Die Mauer war für Basco keine Schwierigkeit, obwohl er ja über ein Hindernis springen musste, das ihm keine Sicht auf den Landepunkt erlaubte. Wenn der Hund dies dennoch tut, spricht das für sein Vertrauen in den Menschen, und ich nahm es als Kompliment an mich, dass Basco sprang.
Die Wand hat den Vorteil, dass sie in der Höhe verstellt werden kann. So begann ich bei einer niederen Höhe und konnte meinen Basco gut darüberführen. Es ist übrigens sehr wichtig, schon von Anfang auf die Kontaktzonen zu achten. Ein Stoppkommando am Ende der Zone wäre aus Erfahrung das Beste. Mit der Zeit wird die Wand allmählich auf die geforderte Höhe gestellt.
Der Laufsteg lässt sich in der Höhe nicht verstellen, also musste Basco von Anfang an darüberlaufen. Auch hier ist der Aufbau der Kontaktzone ganz wichtig. Da ich mit Basco schon im Wald auf Baum-stämmen geübt hatte, war es für ihn ein Kinderspiel. Zuerst wurde er freilich zur Sicherheit auch wieder an der Leine geführt.

Das schwierigste Hindernis ist der Slalom. Diese Bewegung ist für den Hund nicht natürlich. Basco wurde damals noch mit der Leine an den Slalom gewöhnt. Das ist für den Führer allerdings nicht einfach. Man musste schauen, dass man die Leine nicht mit den Stangen verhedderte. Heute wird mit Bögen gearbeitet, die dem Hund die Bewegung vorschreiben.
Da das Training nur einmal in der Woche stattfand, habe ich mir Stangen von Schafzäunen beschafft und im Garten einen Slalom zum Üben gesteckt, damit wir es täglich ein oder zweimal probieren konnte. Zu Beginn hatte ich nur zehn, anstatt der zwölf Stangen aufgestellt. Erstaunlicherweise machte Basco im Training nach zehn Stangen nicht mehr weiter, so dass ich auf zwölf Stangen aufge-stockt habe. Man rechnet mit ca. 9 Monaten, bis ein Hund dieses Hindernis beherrscht.

Alle Fotos: Cornelia Bögli

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