Hunde aus dem Süden


Tina

 

 

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Tina
Von Franziska Kokemor

Eigentlich wollten wir zu Harry einen Zweithund, und zwar einen erwachsenen und einen, den wir hier in Deutschland entweder auf einer Pflegestelle oder in einem Tierheim kennenlernen konnten. Aber manch-mal kommt es halt anders, als man denkt; oder "wo die Liebe hinfällt".

Schon halbjährig war Tina eine Schönheit. Foto: F. Kokemo

Zwischen Weihnachten und Silvester 2004 erhielt mein Mann eine Mail von einer Kollegin, die selber 3 Tierschutz-Huskys aus Spanien hatte, mit einem Link zu einer Tierschutzseite aus Teneriffa. Von dort hatte diese Kollegin einen ihrer Hunde her. Neugierig wie wir waren, klickten wir den Link an und siehe da: acht wunderhübsche herzallerliebste (angebliche) Pointerwelpen guckten uns entgegen. Der Wurf war viel zu früh von der Mutter entfernt und dem Tier-heim in Teneriffa gebracht worden, wo die Kleinen dann von Hand aufgezogen wurden. Eigentlich glaub-ten wir uns resistent gegen solche Bilder mit hohem Niedlichkeitsfaktor. Aber es war um uns geschehen. Die Vorstellung, einem Hund wie Harry und Ezi vom Welpenalter an einen guten Start ins Leben zu er-möglichen, war sehr schön und verlockend. Es folgten Mailwechsel und Telefonate, nach Neujahr kam schon eine Vorkontrolle und sage und schreibe schon am 8. Januar 2005 kam Klein-Tina per Flugpaten nach Düs-seldorf, wo wir das Würmchen zusammen mit Harry abholten. Wie entscheidet man sich aus acht Gold-
schätzchen für einen bestimmten? Mein Mann durfte
auswählen! Da wir zu unserem Harry und zu Patenhund Ezi eher eine Hündin bevorzugten und es nur zwei Hündinnen im Wurf gab, war die Auswahl schon mal begrenzt. Die eine Hündin war fast ganz schokoladenbraun mit weißen Pfötchen und einem weißen Lätzchen, die andere hatte eine ähnliche Zeichnung wie Harry. So wurde es dann Schoko-Tina.
Tinalein war so winzig klein, bestimmt nicht älter als drei Monate. Die ersten Tage nervte sie Harry ein wenig, der sagte ihr dann einmal, wer hier Chef ist, und dann war's gut. Tina schloss sich Harry na-türlich gleich an und er nahm sie unter seine Fittiche. Bald durfte uns Ezi besuchen, der damals noch
Patenhund war. In Ezi war für Tina-lein ein "Opfer" gefunden, dem sie in die Ohren und die Pfoten beißen durfte. Ab Mai 2005 gehörte Ezi dann endgültig zur Familie. Die drei kamen wunderbar miteinander aus und Tina lernte
Unser anschmiegsames Baby. Klein-Tina mit Ezi und Harry. Foto: Kokemor
auch sehr viel von ihren erwachsenen "Brüdern". Regelmäßig besuchte Tina mit Herrchen die Welpen-schule und schon dort zeigte sie sich sehr gelehrig. In gewissen Situationen ist sie aber noch heute ein wenig unsicher, obwohl unseres Wissens in ihrer Entwicklung (mit Welpenschule, Hundeschule, souve-räne erwachsene Hunde) alles optimal gelaufen ist. In der Zwischenzeit und nach einiger Fachlektüre
Im Okt. 06 gewann Tina den 2. Platz im Schönheitswettbewerb für Windhundmischlinge (Osnabrücker Windhundrennverein/Tag der of-fenen Tür) Foto: Kokemor
könnte ich mir vorstellen, dass das mit der allzu frühen Wegnahme vom Muttertier zu tun hat. Aber wir arbeiten weiterhin daran.Tina ist sehr klug und gelehrig. Sie ist auch ein fröhlicher Wirbelwind und unser Sonnenschein. Sehr viel hat sie schon gelernt und wird sie auch weiterhin lernen. Fürs Apportieren scheint sie ge-boren zu sein und Verlorensuche macht sie mit großem Talent und viel Freude. Der Jagdtrieb, der ihr abstammungsbedingt in die Wiege gelegt wurde, versuchen wir durch Training in geeignete Bahnen zu lenken. Damit wären wir beim Thema der Rasse angelangt. Denn Tina ist eine "Mo-gelpackung". Tina und ihre Geschwister wurden als Pointerwelpen vermittelt. Nun wurde aber unser vermeintlicher Poin-terwelpe nicht wirklich größer. Gut, es gibt auch kleinere Pointerschläge. Aber der Kopf blieb irgendwie zu schmal und mit zu wenig Stop, die Ohren hatten nicht die pointertypische Form, die Beine wurd-
en sehr lang und der Körper blieb sehr schmal mit ausgeprägtem Brustkorb. Sie ist schnell wie der Wind. Mittlerweile ist sie erwachsen (2 Jahre alt), 10 cm kleiner und über 10 kg leichter als unsere Pointer. Ich habe viel recherchiert, verglichen, nachgefragt. Fazit: Ein Pointer könnte drin stecken, auf alle Fälle ein Vorstehhund, und zwar gemischt mit einem Windhund (am ehesten Whippet) oder einem kleinen Podenco. Vom Wesen her unterscheidet sie sich von unsern Pointerjungs. Sie ist viel tempera-

mentvoller und nervöser, sehr verspielt, besitzt einen Wachtrieb und sie WILL lernen bzw. arbeit-en. Aber wie die Jungs ist sie äußerst anhänglich und anschmiegsam und liebt ihre zwei- und vier-beinige Familie heiß und innig. Und ich habe noch nie einen Hund gesehen, der sich dermaßen freuen kann! Tina ist unser Mäuschen, unsere wunderschöne Prinzessin.

Rechts: Unsere Prinzessin Tina.
Unten: Unser Dreamteam - Ezi, Harry und Tina.
Oben im Startfenster: Klein-Tina unter Harrys Fittichen.
Fotos: Kokemor

Harrys Geschichte finden Sie übrigens hier. Und Ezis hier.

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