Hunde aus dem Süden

Ezequiel

 

 

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Ezequiel
Von Franziska Kokemor

Ezequiel - sein Blick traf mich mitten ins Herz.
Dieser Hund ist etwas ganz Besonderes für mich. Lange hat es gedauert, bis er endgültig zu unserer Familie gehören durfte, obwohl er schon längst Teil davon war.
Meine Freundin und ich sahen etwa zur gleichen Zeit im Internet einen hübschen blue-belton Pointer mit dem traurigsten Blick, den man sich vorstellen kann. Er war in Spanien in einem Straßengraben gefunden worden, durchnässt, ausgehungert und ausgetrocknet. Sein Besitzer meldete sich nie. Um mich

Ezi und Harry: Bruderliebe - auch heute noch. Foto: Kokemor
war es sofort geschehen. Aber wir hatten Harry noch nicht lange und wohnten noch in einer Mietwohnung und mussten froh sein, dass wir überhaupt einen Hund halten durft-en. Meine Freundin, ihr Mann und die eigenen vier Hunde bewohnen einen Resthof ganz in unserer Nähe und hatten schon Pflegehunde gehabt. Am 5. Dezember 2003 zog der brandmagere weiß-schwarze Pointer mit dem schlimmen Husten bei ihnen ein. Ezi (sprich Ési), wie sie ihn nannten, wurde mein Paten-hund, d. h. ich nahm ihn jeden Nachmittag auf den Spaziergang zusammen mit Harry mit.
Der damals auf drei Jahre geschätzte Ezi, der sehr verängstigt war und vor jedem Mann und jedem Kind in den hintersten Winkel floh, fand in Harry einen souveränen Freund, der ihm viel Halt gab und dem er sich sofort anschloss. Mit viel Geduld und Zeit und dank Harrys Hilfe wurde es besser mit Ezis Ängstlichkeit und er blieb auch mal sitzen, wenn mein Mann ihn streichelte. Zwischendurch durfte er bei uns übernachten und besuchte mit uns die Schwiegereltern, wo er auch nach und nach seine Ängste zurückließ. Es ist wunderschön, wenn ein solch traumatisierter Hund anfängt zu leben!
Eines seiner liebsten Hobbys ist laufen, laufen, laufen und das andere: mit meinem Mann auf dem Sofa kuscheln.
Mittlerweile hat er seine Ängste vor Männern und Kindern ganz hinter sich gelassen und ist selber ein sehr souveräner Hund geworden. Nur mit dem Allein-bleiben hat er so seine Probleme, denn das wichtigste für ihn ist die Nähe zu uns - und zu seinem "Bruder" Harry und inzwischen zu seiner "Schwester" Tina. Deswegen kann man ihn zusammen mit den andern Hunden auch mal alleine lassen.
Ezi wurde erst im Mai 2005 "offiziell" unser Hund. Denn solange konnte sich sein vorheriges Herrchen, der Mann meiner Freundin, nicht von ihm trennen. Ezi zeigte indes uns allen, dass er sich bei uns wohler fühlte. Unsere beiden Familien stehen im regen Kon-takt und hüten auch gegenseitig mal die Hunde.

Dieser Hund, bei dem man in seinem ersten Jahr in Deutschland nicht im Traum hätte dran denken kön-nen, irgendetwas außer knapp "sitz" beizubringen, lernte mit unendlicher Geduld seither sehr viel: ne-ben diversen Kommandos hat er gelernt, einfache Fährten auszuarbeiten und verschiedene Apportel
Unser grauer Wolf. Foto: Kokemor
und Spielsachen zu apportieren. Man sieht diesem ehemals verstörten Hund an, wie viel Freude ihm das bereitet und wie stolz er ist, wenn er etwas gut macht. Auch spielen hat er nach und nach, nicht zuletzt dank Tina, gelernt. Er brauchte vorher einfach seine Zeit, um "anzukommen", die Zeit und das Vertrau-en, seine tief sitzenden Ängste loszuwerden.

Oben: Unser stolzer Ezi heute (Dez. 2006)
Rechts: Liebe -Tina und Ezi
Unten: Ezi, Harry und Tina.
Alle Fotos: Kokemor

Hier erfahren Sie mehr über Franziskas Pointer Harry. Und hier über Tina.

Ezequiel ist ein Traumpointer, wie er im Buche steht. Er ist sehr schlank, aber gut bemuskelt, da er so viel rennt. Er ge-horcht gut und ist sehr verträglich mit Menschen und mit an-deren Hunden. Viele Menschen, die ihn seither kennengelernt haben, sind verzaubert von seiner Liebenswürdigkeit und seiner Anhänglichkeit. Und manchmal singt er auch...
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