Jules
Von Sabine Middelhaufe

Man stelle sich vor: drei Tage vor Weihnachten stolpere ich abends im Finstern durch unser kleines, italienisches Bergdorf, und mir kommt ein Hund entgegen. Ein English Setter, orange-belton, ohne Hals-band, abgemagert bis auf die Knochen, ziemlich schwach auf der Hinterhand, aber total zutraulich. Ich gebe ihm ein paar Hundekuchen, die ich in der Tasche habe, und er mampft beglückt. Als ich schließlich

vom Besuch bei meinen Nachbarn zurückgehe, taucht er wieder auf und läuft mir wedelnd nach. Na gut, denk ich, es ist so bitterkalt draußen, laß ich ihn mal zu Jens, meinem acht-einhalb Monate alten Deutsch Kurzhaar ins Hundezimmer, wenn er will. Und ob er will! Unser Gast bekommt Futter und Wasser, frißt begeistert, versteht sich auf Anhieb mit Jens, folgt mir in Hundezimmer und angrenzender Küche auf Schritt und Tritt, immer mit diesem Kopf unter die Hand Schieben, damit ich ihn auch fleißig tätschle. Ich bekucke seine Zähne, oder besser gesagt, das, was noch übrig ist. Gehört offensichtlich zu den reiferen Semest-ern, der Herr. So über den Daumen gepeilt würde ich sagen 8-10 Jahre alt.

Dann kommt der große Moment: ich mache das Törchen zwischen Hunde- und Arbeitszimmer auf, damit Jonas, der 14jährige Laufhund und Herr des Hauses entscheiden kann, ob er den Neuen dulden will oder nicht. Er will!
Unser Freund wird mit Rotwein auf den Namen Jules getauft und dann eine liebe Freundin in Deutsch-land angerufen, die sofort zusagt, als Pflegestelle zu agieren, falls der Tierschutz Jules in die BRD holen sollte. Außerdem verspricht sie, die Tierarztrechnung zu bezahlen, da ich wie üblich komplett pleite bin und Jules in jedem Falle mal untersucht werden muß auf das Vorhandensein eines Mikrochips, Zahnentzündung, Blasenentzündung, Nierenleiden (er trinkt und pinkelt in einem fort), richtige Ernähr-ung usw.
Eine Stunde später liegen wir alle vier bequem und im besten Einvernehmen auf dem Sofa im Arbeits-zimmer und kucken Harry Potter!

Ehrlich, dieser Hund ist ein Schatz! Ich mußte ihn in der ersten Nacht ja mehrmals rauslassen, zum pi-schern, und nach 5 Minuten kratzte er schon dezent an der Tür, um wieder reingelassen zu werden. Beim Spaziergang am ersten gemeinsamen Morgen lief er dann sofort allein los, und ich dachte schon, na ja, er sucht wahrscheinlich weiterhin seinen Herrn. Weit gefehlt! Als ich mit Jens und Jonas von der langen Runde heimkam, lag Jules schon auf der Fußmatte, hocherfreut, uns wiederzusehen!
Am folgenden Tag ging er zweimal "richtig" mit uns spazieren und zeigte auch nicht die mindeste Ab-sicht, seine neue Familie für mehr als eine Viertelstunde aus dem Auge zu verlieren (er sucht nämlich ziemlich weiträumig und selbständig, wie das Setter halt machen, die Felder, Wiesenränder und Wäl-der nach Wild ab, das es derzeit natürlich nicht mehr gibt).
Es war wirklich das denkbar schönste Weih-nachtsgeschenk, zu wissen, daß zumindest die-ser arme, ausrangierte Hundeopa nun nicht bei klirrendem Frost nach Müll suchen mußte und einen sicheren Ort hatte, wo er schlafen konnte.
Dann, am 2. Weihnachtstag, ging Jules ver-loren, und das trug sich folgendermaßen zu: wir gingen allesamt in den Kastanienwald, fast an-derthalb Stunden von unserem Dorf entfernt. Und just als ich umdrehen wollte, um wieder heimzukehren, fand Jules eine verlockende Fährte und ward nicht mehr gesehen. Ich rief und wartete. Nichts. Ich ging mit Jens und Jonas allmählich (auf einem anderen als dem Hinweg) Richtung Heimat, immer mal rufend, horchend und wartend. Nichts. Als Jules dann
auch nicht vor der Haustür lag (na, wie hätte er auch können?!) war ich wirklich traurig. Und als ich den beiden anderen Jungs ihr zuvor vorbereitetes Futter gab und Jules Napf stehen blieb war ich äußerst traurig. Doch kaum hatten Jens und Jonas gefressen, kratzte es dezent an der Haustür und Jules ver-langte Einlaß! Mal im Ernst, wenn er meiner Fährte folgte, die er erst seit 5 Tagen kannte, wie um alles in der Welt sollte er dann seinen Herrn verlieren?
Auch als Jagdhund ist er noch "toll drauf". Sobald wir in die Felder oder den Wald hinterm Dorf kom-men, geht er von ganz allein los, sucht sich die beste Ausgangsposition um systematisch gegen den Wind zu suchen, ganz brav auch die Ränder inspizierend. Dies getan kommt er zu mir, läßt sich loben und geht ins nächste Feld. Und das alles im flotten Trab bis Galopp. Keine Spur von Altersschwäche!
Klar, wenn wir nach gut 2 Stunden heimkom-men, frißt Jules und ruht erst mal zufrieden aus, aber wieso auch nicht? Er hat seine Be-dürfnisse für den Moment befriedigt und schläft 'ne Runde. Kluger Hund!

Nun, gleich nach Weihnachten wurde Jules endlich von unserer Tierärztin untersucht. Einen Chip hat er nicht, stellte sie fest, und die Täto. Nr ist nicht mehr vollständig lesbar. Aus dem, was man lesen kann wissen wir aber immerhin, daß es sich um eine Tätowierung der ENCI (ital. Äquivalent des VDH) handelt, er also ein reinrassiger Setter mit Pedigree ist. Meine Altersschätzung war eher schmeichel-haft, denn die TA meinte, dem Zustand der
Zähne und v.a. der Kiefer nach zu urteilen, könnte der Hund auch schon gut über 10 Jahre alt sein... Ansonsten erfuhren wir noch nicht viel: Jules hat eine massive Otitis, leichte Bindehautentzündung, jedoch ein gesundes Herz, (sein Husten ist also wohl altersbedingt) er wiegt bei ca. 57 cm Widerrist-höhe nur wenig über 20 kg (mein sehr schlanker Laufhund Jonas ist 60 hoch und wiegt fast 30 kg...!) und das war's erst mal. Urin- und Kotuntersuchung konnten natürlich nicht gleich während unserer Präsenz gemacht werden, so daß eine Antwort auf die Frage seines Dauerdurchfalls und der extrem erhöhten Flüssigkeitsaufnahme (und -abgabe) noch aussteht. Vor Jahresende liegt noch die Blutabnahme für Filaria- und Leishmaniosetest, Analyse der Nierenwerte und so weiter an.
Übrigens ist Jules völlig ohne (bisher erkennbare) "Macken". Im Auto mit-fahren kann er ohne Erbrechen und Chaos. Im Wartezimmer der TA war es ganz schön voll, was Jules überhaupt nicht störte. Ganz im Gegenteil suchte er freundlich Kontakt zu den Hunden und Personen, die rechts und links neben uns saßen, ließ sich von allen tätscheln: Männern, Frauen, Kindern. No problem. Auch zeigte er keine Angst vor der TA.
Hier im Dorf ignoriert er Hühner und Katzen.
Wenn ich mal gewaltig die Stimme er-hebe, um diesen Irrwisch von einem Deutsch Kurzhaar zur Vernunft zu

bringen, oder den nun leider fast völlig tauben Jonas zu rufen, schaut Jules zwar eine Spur betroffen, nimmt das Ganze aber keineswegs persönlich.
Nur ein einziges Mal habe ich ihn bisher deutlich unsicher gesehen, und zwar am 7. Tag seines Lebens bei uns. Da kam uns nämlich im Wald ein sehr schlanker, hochgewachsener, in Jäger-Outfit gekleideter Herr entgegen. In Wahrheit der denkbar liebenswürdigste Mensch und außerdem nicht Jäger sondern Trüffelsucher, aber Jules mied es tunlichst - und ganz gegen seine sonstigen Gewohnheiten - sich dies-em Mann zu näheren.

Nun, ich habe Jules Fund natürlich ordnungsgemäß beim Gemein-deamt angezeigt (wo selbstredend noch keine Suchanzeige für ihn vorlag). Sollte sich sein Besitzer nicht binnen 3 Monaten melden, geht Jules automatisch in "meinen Besitz" über, und dann kann er ggf. nach Deutschland ausreisen, falls sich dort ein liebevolles neues Zuhause für ihn findet.


30.12.06
Am vorletzten Tag des alten Jahres kamen dann die ersten Un-tersuchungsergebnisse der TA, die ich kaum fassen konnte: Jules leidet nicht an Diabetes, seine Nieren sind völlig gesund, die Blutwerte sind okay. Wieso also der Dauerdurchfall und das unmäßige Trinken? Weil der arme Kerl offensichtlich schon seit langem total verwurmt ist..! Einmal die Darmparasiten rausge-worfen, gibt's keinen Durchfall mehr, ergo kein ständiges Trink-en und Pischern (oh, wie werde ich den morgendlichen Großputz des Hundezimmers vermissen...) und Jules kann bei ganz normal-

er Ernährung mühelos ein paar Kilo zulegen. Der Filaria-Test erbrachte die Diagnose "negativ" fürs Serum, aber "positiv" a fresco, mit anderen Worten: Jules ist 2006 mit der Filaria in Kontakt gekom-men und hat Mikrofilarien im Blut. Deshalb muß er für ein komplettes Jahr, also nicht nur im Sommer, monatlich seine Prophylaxe-Pille nehmen. Die Leishmaniose-Auswertung wird erst gegen Ende Januar da sein, doch die TA war sehr optimistisch: Jules zeigt keinerlei Hautauffälligkeiten oder sonstige typ-ische Symptome, sein Fell ist gesund und glänzend, die bisherigen Analysen sind erfreulich ausgefallen - gehen wir also zuversichtlich ins neue Jahr! Tabletten für den Parasiten-Kill, Kamille und Tropfen für die Augen, Tropfen für die Ohren, 7 Tage Antibiotika und homöopathische Tropfen für den Husten, und der brave alte Jules sollte wieder aufm Damm sein!
Die guten Untersuchungswerte und Jules allgemeine Vitalität brachten noch einmal die Frage seines ge-schätzten Alters auf. Diesmal meinte die TA: 8 - 10 Jahre. Und der Grund für das völlige Fehlen aller oberen Schneidezähne und die starke Abnutzung der unteren? Jahrelanges Beknabbern harter Objek-te - Steine oder metallener Gitterstäbe z.B...! Na, wenn ich bedenke, wie Jagdhunde in Italien üblich-erweise gehalten und untergebracht werden, kann ich mir gut vorstellen, wie er aus schierer Langeweile Tag für Tag, Jahr für Jahr seine Zähne wetzte. Armer Jules....

2.1.07
Wieder einmal frage ich mich: wie konnte je-mand diesen Hund aussetzen?! Da gehen wir heute durch den Wald, Jens, Jonas und Jules voran, und plötzlich bleibt Jules nahe des Baches steh-en, duckt sich, verharrt vollkommen regungslos. Ich schaue. Nichts. Jonas trinkt im Bach. Gewiß kein Grund für diese Pose. Jens rennt zu Jonas. Jules, allein am jenseitigen Bachufer, rührt sich nicht, fixiert etwas. Ich kucke angestrengt und sehe nichts. Vielleicht wittert er Mäuse? Gehe weiter, überquere den Bach, und dann, drei Schritte vor mir, und kaum einen vor Jules Nase

steht eine Waldschnepfe auf und flieht! Jules stand bombenfest vor, und ich Idiot hatte nichts ge-merkt! Natürlich, kaum nahm die Beute Reißaus ging unser Setter hinterher; mit Jens im Kielwasser, der nun auch endlich begriffen hatte, was los war. Was ich sagen will: dieser Hund, mag er 8 oder 10 Jahre alt sein, arbeitet; ganz selbstverständlich; bei jedem unserer zwei täglichen Ausgänge; im Feld genauso wie im Wald; mit Passion und Jagdverstand; es ist ihm so offensichtlich Freude, Befriedigung und Bedürfnis, daß mir immer wieder Zweifel kommen, ob er am Ende nicht doch bloß "abhanden" ge-kommen ist. Andererseits: er ist kein Hund, der verloren geht; außerdem hat ihn bisher niemand ge-sucht...Hol's der Henker.
Jules hat mich in den nur 2 Wochen seines Lebens mit uns schon auf andere, finstere Gedanken ge-bracht, seine Jagdleidenschaft betreffend. Manche Tierschutzorganisationen sind froh, ehemalige Jagdgebrauchshunde aus dem Süden an Nicht-Jäger zu vermitteln. Bisweilen bestehen sie sogar dar-auf, daß der neue Besitzer kein Waidmann ist. So wie ich z.B. Aber was, wenn dem Hund das Jagen ein Bedürfnis ist? Klar, es gibt Jagdhunde, die sind froh, ihren Job an den Nagel zu hängen, weil sie - aus welchen Gründen auch immer - nie Gefallen daran fanden. Aber es gibt auch andere. Jules meinetweg-en. Ein Jäger hätte, da am Bach, sofort erkannt, daß der Hund vorsteht, die Schnepfe absichtlich hoch-gemacht, geschossen, und dem braven Setter die enorme Befriedigung verschafft, Beute gemacht zu haben. Ich hingegen stand nur da wie ein Einfaltspinsel und hab Jules die ganze Arbeit verdorben. Und wie soll das in Zukunft weitergehen? Der Hund sucht, nicht weil er muß, sondern weil er es will, findet vielleicht - und dann? Bestenfalls kann ich das Wild zur Flucht zwingen, aber Jules zeigen: Hey, wir sind ein Team! Du tust deinen Teil der Arbeit, ich den meinen, und wir freuen uns gemeinsam am Ergeb-nis, nämlich der Beute - das werde ich nie können.
Oh, elendes Dilemma!

12.1.07
Womit Jules im wahrsten Sinne des Wortes zu kämpfen hat, das ist Jens, dieser nichts- nutzige, inzwischen 9 Monate alte Deutsch Kurzhaar-Hooligan. Im Haus benutzt Jens den gutmütigen Setter nur als Kopfkissen, Wärmflasche, Fussmatte und dergleichen. Aber draussen, kaum abgeleint, wird Jules zum Sparring-Partner umfunktioniert. Oder besser gesagt zum Sandsack fürs tägliche Training des Champions. Jens hat nämlich ein äußerst unerquickliches Konzept: Spiel be-deutet für ihn nicht, mit Jules (oder Jonas,

Piru-Piru, Lilla, mir, oder sonst wem) etwas ge-meinsam zu unternehmen. Nein. Spiel heisst für Jens, sich mitsamt seiner erheblichen Körper-kraft nach Lust und Laune auf andere zu stürzen, um sie niederzumachen. Ohne Rücksicht, ohne Sensibilität, ohne echte Aggression. Für ihn ist es nur lebhaftes, von den anderen unkontrollierbar-es Spiel. Jonas hat der Spass schon ein Auge ge-kostet. Jules geht er bisweilen reichlich auf die Nerven, aber selten wirft der Setter sich in die Brust und gibt Kontra. Meistens läßt er sich "mißhandeln". Denn an Mißhandlung grenzt es schon, wenn der DK-Flegel den Setter an der Ru-
te packt und kräftig zieht, während der Engländer versucht, in die entgegengesetzte Richtung zu ent-kommen. Wie im Comic. Nur nicht wirklich zum lachen. Zumal Jules am Ende unter Garantie zu Frauchen strebt, und , bitte, beschützt werden möchte... Ich versteh wirklich nicht, wieso er dem jungen Graußmaul nicht unverzüglich die Leviten liest. Im Gegensatz zu Jonas, der sich von dem kleinen Stinker auch alles gefallen läßt, kennt Jules den Jens ja nicht seit sein-em 45. Lebenstag und brauchte eigentlich keine Skru-pel zu haben, ihn mal ordentlich zu verdreschen. Tut er aber nicht. Es bleibt bei einer Ohrfeige alle zwei

Tage, und der Effekt ist dürftig. Versteh einer die (Hunde-)Welt.

27.1.07
Am Donnerstag hatten wir den ersten (extrem verspäteten) Schnee und mit ihm eine böse Überrasch- ung. Während Jules mir zu Füßen das Bein hob, sah ich nämlich plötzlich rot. Nein, nicht symbolisch. Ganz real. Sein Urin reichte während des Spazierganges von dunkelorange bis zartrosa, und keine der Nuancen versprach Gutes. Also gleich eine Urinprobe nehmen, zum TA bringen lassen, bange abwarten. Heute das Resultat: Jules hat plötzlich Bestandteile in seinen Ausscheidungen, die da ganz und gar nicht hingehören. Hypothese: Blasenentzündung, Prostataentzündung, oder, alle guten Geister mögen es vereiteln, ein Tumor. Im Moment bekommt Jules Antibiotika, aber um sicher zu gehen, steht für die nächste Woche eine Ultraschalluntersuchung auf dem Programm. Wollen's Beste hoffen...

17.3.07
Hart sind die Nackenschläge des Schicksals. Und diesmal bekam auch ich sie zu spüren. Es müßte auf höchster Ebene unterbunden werden, dass alleinerziehende HundehalterInnen krank werden. Ich hab eine entsprechende Petition eingereicht, aber offensichtlich zu spät, denn ich wurde trotzdem krank, und das bedeutete leider, Jules vorzeitig dem Tierschutz übergeben zu müssen, da, hol's der Teufel, ausgerechnet zur selben Zeit auch seine deutsche Patentante aus gesundheitlichen Gründen schachmatt gesetzt war. So kam Jules Anfang Februar in die Tierunterkunft einer Mailänder Organisation. Wenige Tage darauf erhielt ich per e-mail ein Kurz-Video und ein Foto von ihm sowie die Nachricht der deutschen Schwesterorganisation, dass sich in der BRD bereits Interessenten für den Setter gefunden hätten. Und dann - Schweigen in Walde. Ich ersuchte zweimal schriftlich um detaillierte Auskünfte über Jules' Befinden, denn schließlich stand die Ultraschalluntersuchung noch aus, die ich nicht mehr hatte durchführen lassen können. Nichts. Ich fragte, an welche Adresse ich das Ergebnis seines Leish-maniose-Tests (das übrigens zu meiner Erleichterung negativ ausfiel) schicken könne. Nichts.
Ich hoffe nur, dass der Mensch, der Jules eines Tages adoptiert, sich bei mir meldet, denn wenn dieser bravste aller Setter auch nur recht kurz bei uns gelebt hat, möchte ich doch wissen, wie es ihm geht, ob sein Pischerproblem ernste Gründe hatte, ob er sich in Deutschland eingelebt hat, kurz: was aus ihm geworden ist! Und wenn Sie etwas über meinen früheren Adoptivhund erfahren - informieren Sie mich bitte.....!

19.1.08
Neuigkeiten!
von Nicole Neuer

Jules lebt seit April 2007 bei uns. Lange hatten wir schon überlegt, ob wir diesem süßen Senior ein Zuhause geben könnten, denn ich habe mich gleich von Anfang an in ihn verliebt. In seiner Beschreibung (auf der Vermittlungsseite im Internet) stand aber, dass er mindestens 3 Stunden täglich Fährtenarbeit und Nasenarbeit fordert, und das konnten wir ihm nicht bieten.

Als Jules dann zum Notfall erklärt wurde, da er einen Tumor in der Blase hatte, entschieden wir uns doch für den Opi . So kam der süße Kerl im April 2007 zu uns. Er war gleich Zuhause und wickelte alle Zwei- und Vierbeiner um den Finger. Im Nu waren die Couch und das Bett erobert. Keala, unsere English Setter Hündin, verliebte sich sofort in ihn, und auch unsere kleine Thelma, ein damaliger Pflegehund, war begeistert von seinem Charme.
Jules lebte sich schnell ein, mußte aber nach kurzer Zeit schon opertiert werden, denn er hatte auch einen riesen-

großen Hodentumor, der eigentlich mit dem bloßen Auge schon sichtbar war. Zum Glück erwies er sich als gutartig. Nach über einem halben Jahr mußte Jules leider erneut operiert werden, denn der Tumor, der regelmäßig per Ultraschall kontrolliert wurde, war gewachsen.

Er überstand die doch ziemlich schwere und komplizier-te Operation gut. Übrigens wurden bei der Gelegenheit auch gleich seine Zähne saniert: leider hat er drei von ihnen verloren.
Seitdem genießt er sein neues Leben: ab und zu mal eine Fährte suchen, Leckerchen im Baumstamm erschnüffeln, sich den Kopf über die neuen Intelligenzspielzeuge zer-brechen, in Handtücher eingewickelte Leckerchen aus-packen und, und, und.
Natürlich darf er auch nicht fehlen wenn wir Spenden zusammenrichten für die zurückgebliebenen Italiener:

er muß immer kontrollieren, ob das Futter noch okay ist, und ob die Decken und Hundekörbe noch ihren Zweck erfüllen.
Wenn sonst nichts zu tun ist, geht er immer wieder mal eine Fährte für unsere English Setter Hündin Keala. Jules bevorzugt die kürzeren Fährten und auch die kleineren Flächen die er dann absucht.
Alles in allem, würde ich behaupten, geht es ihm hier richtig gut. Er hat geistige und körperliche Be-schäftigung und liegt abends immer glücklich mit im Wohnzimmer und schaut fern. Das natürlich am liebsten auf dem Schoß - trotz seiner fast 25 Kilo...



Alle Fotos: Nicole Neuer
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