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Ayko
Von Sandra Jung
Mein Freund
und ich redeten schon seit längerem darüber, uns einen
Zweithund zuzulegen. Die
Rasse war uns eigentlich völlig egal. Klar war nur, dass es
ein Jagdhund sein sollte. Denn da wir vor kurzem unser Revier im
Hunsrück gepachtet hatten, wollten wir nun auch einen Hund
aufnehmen, den man dort jagdlich einsetzten könnte.
Ich ging also im Internet auf die Suche. Tagelang durchstöberte
ich Seiten mit Hunden. Ich schaute auf Tierheimseiten, bei Vereinen,
die Hunde aus dem Ausland holen und bei Züchtern. Und trotzdem:
nach über einer Woche hatte ich noch immer nicht den Hund
gefunden, bei dem mein Herz sofort sagte: Das ist er!
Ich hatte die Hoffnung schon fast aufgegeben, als ich schließlich
auf die Website von tierevermitt-lung.de. kam. Da gab es
hunderte von Seiten mit Hunden aller Größen, aller
Rassen und jeden Alters. In die integrierte Suchmaschine gab
ich Jagdhunde
ein; 164 Seiten mit Rassehunden und Jagdhundmisch-lingen lagen
nun vor mir. Ich fing an zu suchen. Nach scheinbar unzähligen
Seiten fiel mein Blick auf ein kleines schwarz-weißes Häufchen
Elend.
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Juli, wie ich ihn zum ersten Mal im Internet sah. |
Ich
klickte das Bild an, und da war er MEIN HUND!!!
Er hieß Juli, war 4 Monate alt und wurde in Spanien
mit seinen Geschwistern auf einer Müllkippe gefunden, ausge-setzt
in einem Karton!
Als mein Freund abends nach Hause kam zeigte ich ihm die Bilder und
die Beschreibung. Er war wenig begeistert. Ein Hund aus dem Ausland,
aus dessen Augen die pure Angst blitzte! Das wird niemals ein Jagdhund,
meinte er.
Doch ich war nicht abzubringen! Den will ich! Den oder keinen! Ich
rufe da jetzt an.
Ich rief tatsächlich an, und man sagte mir das Juli noch
zu haben sei. Ich freute mich wahnsinnig und leitete alles Er-forderliche
in die Wege.
Eine Vorkontrolle wurde gemacht, und schon einen Monat später
kam Ayko (wie wir ihn nannten) direkt aus Spanien zu uns. |
Es
war ein abgemagertes und von Zecken überhäuftes Etwas, ließ
sich nicht anfassen und hatte die Rute ständig eingeklemmt.
Nun war mein Freund erst recht der Meinung, dass aus ihm niemals
ein Jagdhund würde...!
Aber es kommt ja immer alles ganz anders als man denkt!
Wir hatten Ayko knappe 4 Wochen als er plötzlich sehr ruhig
wurde, kaum noch fraß und viel jammerte. Wir stellten hohes
Fieber fest (41 Grad), und ich war völlig verzweifelt. Natürlich
fuhren wir sofort zu einer Tierklinik. Aber auch dort war man zunächst
ratlos. Ayko mußte zwar 4 Tage in der Klinik bleiben, doch
einer Diagnose kam man nicht |
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näher.
Man könne nichts feststellen, hieß es
nur. Unser Welpe hatte fiebersenkende Mittel bekommen, wir nahmen
ihn mit nach Hause, und nach ein paar Stunden schoss das Fieber
wieder
in die Höhe... Am nächsten Morgen fuhren wir zu unserer
Tierärztin. Als sie hörte, dass Ayko aus Spanien kommt,
veran-lasste sie sofort eine Untersuchung auf Mittelmeerkrankheiten.
So stellte sich heraus, dass Ayko Ehr-lichiose, Babesiose und Leishmaniose
positiv war! Ich war total schockiert. Also ging es am folgenden
Tag
zu einer Spezialistin für Mittelmeerkrankheiten. Sie fing sofort
mit der Behandlung an, und Ayko ging es nach 2 Tagen bereits deutlich
besser. Nur 2 Wochen später
war er wieder ganz der Alte.
Ich fing nun allmählich mit seiner Ausbildung an. Ayko hatte
inzwischen Vertrauen zu mir aufgebaut und folgte mir auf Schritt und
Tritt. Er lernte schnell. Von Anfang an nahmen wir ihn natürlich
mit ins Revier. Es stellte sich auch bald heraus, dass er absolut
schussfest ist und eine feine Nase besitzt.
Er fand nicht nur alle Fährten im Wald, sondern zeigte sogar
typische Vorstehhaltung vor dem Wild. Ich war selbstverständlich
sehr stolz auf unseren neuen Hund, und auch mein Freund war endlich
von Ayko überzeugt.
Fazit: Ayko ist seit dem 24.09.05 bei uns. Er hat seitdem viel
gelernt. Er kann heute apportieren, liebt das Wasser und hat inzwischen
einige
Nachsuchen auf Rehwild und Schwarzwild erfolgreich gemeistert.
Seine Krankheiten sind ausgeheilt, und er hat sich zu einen selbstbewußten
jungen Hund entwickelt, dabei freundlich zu jedem Artgenossen. Noch
heute hat er eine bessere Beziehung zu mir als zu meinem Freund. Aber
mit Männern hat er generell ein Problem, obwohl er unterdessen
fast alle sonstigen Ängste abgelegt hat.
Ich würde diesen Hund für kein Geld der Welt mehr hergeben!
Er ist mein absoluter Traumhund! |
| Ayko
heute: ein ernsthafter Jagdhundprofi beim Fitness-Training.
Alle Fotos: S. Jung |
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Harry
von Franziska Kokemor
Ein halbes
Jahr war ich bisher in meinem Leben ohne Hund - nicht schön.
Dass ich frisch verheiratet war (was sehr schön war) und
es in einem neuen Land und neuer Uni sehr viel zu erledigen
gab, hinderte
mich nicht daran, jedem noch so unattraktiven Hund sehnsüchtig
nachzustarren.
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Mein
Mann und ich waren uns einig, dass wir in absehbarer Zeit den
ersten
gemeinsamen Hund wollten und so durchforschte ich schon bald Tierschutzseiten
im Internet. Durch meinen letzten Hund, den Pointermischling
Arco,
den ich aus einem Schweizer Tierheim hatte, bin ich zum Pointerfreund
geworden und es zog mich unweigerlich zu dieser Rasse. Es waren
so
viele, die einen guten Platz gesucht hätten... Immer mehr interessierte
ich mich dabei für die Problematik der Hunde im Süden,
speziell der Jagdhunde.
Schliesslich fiel unsere Wahl auf Harry und ich telefonierte aufgeregt
ein erstes mal nach
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| Unser
Harry! Foto: F. Kokemor |
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Spanien,
wo wir erfuhren, dass Harry schon seit ca. zwei Jahren in einem
grossen Tierheim in der Nähe von Almerìa
lebte - und niemand hatte sich bisher für ihn interessiert.
Obwohl er sogar auf der Titel-seite bei "Setter/Pointer in
Not"
als "Sonnenschein Harry Potter" benannt wurde.
Kurz und gut: am 6. August 2003 konnten wir Harry im Düsseldorfer
Flughafen in Empfang nehmen. Es war auf den Tag genau ein Jahr her,
dass ich meinen geliebten Arco hatte einschläfern lassen müssen.
(Bis zu unserer Hochzeit im Frühling 2003 betreute ich die
Hunde meiner Mutter in der Schweiz.)
Harry war von Anfang an ein total unkomplizierter Hund. Er musste
sich gar nicht gross einleben, son-dern es war, als wäre er
schon immer bei uns gewesen! Natürlich hatte er noch ein paar Ängste,
was mit der Zeit besser wurde (z. B. Lärm eines vorbeiratternden
Zuges). Aber sonst - keine Probleme. |
| Erster
Urlaub mit Harry im Herbst 2003 an der Ostsee. Foto:
F. Kokemor |
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Wir
konnten ihn überall mit hinnehmen, er verhielt sich ruhig
und freundlich. Naja, ruhig, solange nichts Essbares vor seiner
Nase
war. Harry ist nämlich unheimlich verfressen. Schon in der Anwesenheit
von Lebensmitteln fängt er an zu sabbern, was das Zeug hält.
Da wir damals in einer Mietwohnung waren, war es wichtig, dass
der Hund ruhig alleine sein konnte. Denn ab und zu musste auch
ich zur
Uni. Wir hatten aber sinnigerweise den Einzug unseres Wunschhundes
auf meine Sommersemesterferien "geplant". Und so konnte
ich im 5-Minuten- Schritt das Warten üben. Jeden Tag ein wenig
mehr. Das brauchte einiges an Durchhaltevermögen und ich
verbrachte manche Stunde im Keller (denn da hätte ich ihn
gehört, wenn´s
richtig laut geworden wäre). Aber die Ausdauer hat sich gelohnt,
wenn es auch nicht oft nötig ist.
Am ganzen Körper hat Harry irgendwelche Narben und zwei Schrot-kugeln;
die ausgeprägten Liegeschwielen sind im Laufe der Zeit dank
Sofas, weicher Körbchen etc. fast verschwunden. Ein alter
Bruch am linken Sprunggelenk hat zu Muskelatrophie, Achsenverschiebung
und Arthrose
geführt. Er kommt aber dank Zusatzfuttermittel und ge-legentlicher
Physiotherapie sehr gut damit zurecht. Seine Rute ist ihm in Spanien
leider kupiert worden.
Der einzige Knackpunkt ist Harrys extremer Jagdtrieb. Ich
besuch- |
te
ein Seminar für Jagdhunde in Liebhaberhand, welches uns sehr
gut gefiel und wovon ich auch viel um-setzte und übte. Ich
hätte
von nun an Monate intensiv, konzentriert und konsequent mit Harry
arbeiten müssen. Aber das Schicksal wollte es anders...
in Form von Ezi... |
Harry
ist ein ganz toller Hund. In der Zwi-schenzeit hat er noch sehr
viel
gelernt, so auch zu apportieren und Fährten zu arbeiten, wenn
auch "nur" zum Spass. Dem anfangs sehr ängst-lichen
Ezi war (und ist) Harry ein souveräner und verlässlicher
Freund und Beschützer. Die kleine Tina, die Anfang 2005
als Welpe zu uns kam, nahm er sofort unter seine Fittiche.
Alle drei vertragen
sich hervorragend und sind ein wunderbares Team.
Rechts: Harry
im goldenen Oktober 2006.
Unten: Harry, Ezi und Klein-Tina.
Foto: F. Kokemor
Hier erfahren Sie mehr über Franziskas Pointer Ezi.
Und hier über Tina. |
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