| Sommer Was
der Hund Ihnen zeigen kann
Juli/August ist die Zeit der
Brunst bei den Rehen. Nicht nur hören Sie tagsüber
das heisere Bellen der Böcke; an jungen Bäumen
entdecken Ihr Hund und Sie auch deren Geweihspuren. Damwildmütter
hingeg-en haben gerade erst Junge bekommen.
Auch bei den Dachsen sind die Monate Juli und August die
Zeit der Paarung,und es besteht Hoffnung, diese an sich
nachtaktiven Einzelgänger am hellichten Tage anzutreffen
und ihren schaurig-schönen Ranzschrei zu hören.
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Baum-
und Steinmarder paaren sich jetzt erneut, während bei
den Schläfern (Sieben,- Garten- und Baumschläfer)
zwischen Juni und September Nachwuchs ins Haus steht.
Vor
allem der August bringt auch eine regelrechte Flut an Mäusen,
Wühlmäusen, Bilchen und Eichhörn -chen.
Junge Igel sind jetzt selbständig und folglich auf eigene
Faust unterwegs.
Eine neue Eidechsengeneration wird geboren, und (ungefähr)
im August schlüpfen Schlangenkinder aus ihren Eiern,
es sei denn, sie gehören zu den Vipern und werden lebend
geboren. Es wurde an anderer Stelle schon gesagt, daß
der Vipernbiß für Hund und Mensch tödlich
ist (sofern man nicht rechtzeitig beim Arzt anlangt). Denken
Sie besonders im August daran, wenn Vipernmütter extrem
gereizt sind.
Gegen Ende des Sommers realisiert der Dachs möglicherweise
seine innenarchitektonischen Träume, sprich: er erweitert
seinen Bau, ein Faktum, das Ihrem Hund nicht entgehen wird.
Ansonsten ist der Sommer bei vielen Arten eine eher ruhige
Periode. Verständlich, denn wer will sich unter der brennenden
Sonne schon verausgaben, wenn er nicht unbedingt muß?
Worauf
Sie selbst achten müssen
Wahrscheinlich findet Ihr Hund das Meer an Schmetterlingen
und Libellen im August eher langweilig, ebenso den "Gesang"
der Grashüpfer und die Tatsache, daß bestimmte
Spinnen ihre Kinder auf dem Rücken spazierentragen.
Da mausernde Vögel sich nun tunlichst versteckt halten,
findet Ihr Vierbeiner wenig Freude an ihnen, und daß
weibliche Ameisen zum Sommerende vom Nest fortfliegen dürfte
ihn wenig interessieren.
Den lauten Bettelruf der Waldkauzjungen hört man nur
nachts, und da schläft Ihr Scout vermutlich bequem auf
dem Sofa, und ich fürchte es ist ihm auch ziemlich schnuppe,
wenn Schwalben und Mauer-segler im September gen Afrika aufbrechen.
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Für
Sie hingegen ist der Sommer die große Zeit der Insektenfotografie.
Auf Bäumen, Sträuchern, Wildblumen und Gräsern
wimmelt es nur so von Schmetterlingen, Käfern alle
Art, Wanzen usw.
Auch Spinnen - gelbe, grüne, weiße und sonstwie
clever getarnte - leben in der freien Natur. Es ist schon
faszinierend,
sie bei der Jagd auf sehr viel größere Insekten
zu beobachten, oder ihre Netze und Nester zu studieren.
Schnecken existieren nicht nur auf der Speisekarte; selbst
die gemeine Nacktschnecke mit ihren vielen verschiedenen
Farben
verdient Ihre Aufmerksamkeit bei einer Wanderpause. |
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Falls
Sie lobenswerterweise Wildkräuter für den Tee
oder gar die Hausapotheke sammeln, kommen Sie jetzt auf
Ihre Kosten.
Und so manche Wildblume läßt sich nicht nur mit
der Kamera festhalten, sondern auch für die eher farblosen
Wintermonate trocknen und zu attraktiven Wanddekors verarbeiten.
Projektideen
Vielleicht haben Sie im Winter wohl eine Menge verwaister
Nester entdeckt, aber hatten Mühe mit der genauen
Bestimmung. Setzen Sie jetzt doch mal Ihren Ehrgeiz
darein, festzustellen,
welche Vögel tat-sächlich in Ihrem Gebiet nisten
und welchen Lebensraum sie jeweils bevorzugen! Im August/September
finden Sie allüberall Mauserfedern (Fundort auf
der Karte notieren!), deren Verursacher mittels Be-stimmunsgbuch
einfach zu benennen sind.
Was ist im Sommer draußen sonst noch los?
Erstaunlicherweise - nicht viel! Manchen Arten paaren sich
wie schon erwähnt, andere haben ihre Sprößlinge
nun gerade groß gezogen oder sind noch damit beschäftigt.
Sie können sich also guten Ge-wissens den Blumen,
Kräutern
und Insekten widmen, und Ihrer Mauserfedersammlung.
Wie
man Fundstücke heimbringt und aufbewahrt
Als eifriger Sammler haben Sie bestimmt schon bemerkt, daß
manches Fundstück, im Rucksack zwisch- en Kamera, Wasserflasche
und Brötchen verstaut, daheim ausgepackt stark lädiert
bis unbrauchbar war. Ich habe mir, aus Schaden klug geworden,
angewöhnt, immer Behälter diverser Größen
im Rucksack herumzutragen: Filmdosen (z.B. für Schmetterlingsflügel,
leere Schlangeneier, unbewohnte Schnecken-häuser,
tote Insekten), Quark- oder Margarinedosen mit Deckel (z.B.
für
kleine Blätter und Halme mit unbewohnten Gallen, Gewölle,
Larvenhäute, Schlangenhäute), eine Pralinenschachtel
(für Mauserfedern, große Blätter mir Gallen,
Steine mit interessanten, natürlichen Gravierungen),
große Papierbrotbeutel
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(für
Kräuter) usw. Damit die Pracht auch zuhause
keinen Schaden nimmt, problemlos benutzbar und an-schließend
wegzuräumen ist, habe ich mir aus Preßpappe und
entsprechend hohen Holzleisten im nötigen Format so
etwas wie Bilderrahmen gebastelt, worinnen die Funde ggf.
mit "unsichtbarem"
Kunststoff-faden oder Kleber befestigt werden können.
Geht's ums bloße Aufbewahren, können Sie solche
Rahmen im Schrank übereinander stapeln; haben Sie hingegen
aus verschiedenen natürlichen Objekten ein echt-es
kleines Kunstwerk komponiert, können Sie den Rahmen
eben auch an die Wand hängen.
Geschützte
Blumen, gefährdete Bäume
So wie es geschützte Tiere gibt, existieren auch Blumen,
die man nur auf dem Foto heimbringen darf und sollte. Auf
der anderen Seite haben wir Bäume, die zwar nicht eigentlich
vom Aussterben bedroht sind, aber, je nach Region, durch
Umweltverschmutzung,
Parasitenbefall und Krankheiten gefährdet sind. Finden
Sie doch mal heraus, ob diese oder jene Art in Ihrem Expeditionsgebiet
vorkommt und dokumentieren Sie Ihre Beobachtungen mit Fotos!
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Federn
Eine Mauserfedersammlung sagt Ihnen nicht nur, welche Vögel
mit Gewißheit in Ihrem Territorium leb-en, Sie können
daraus auch wunderschönen Wandschmuck basteln, oder
Mobiles. Simples Beispiel: in große Eichengallen 5-6
geeignete Federn stecken, mehrere Gallen mit "unsichtbarem"
Kunststofffaden an dünnen Holzstäbchen befestigen,
Stäbchen übereinander unter die Zimmerdecke hängen.
Oder: aus dünnen Weidenruten einen Zopf flechten, waagerecht
an der Wand befestigen, mehrere farbige Woll-fäden
an den Zopf knüpfen und an ihnen Federn, Rosengallen,
Samen der Papstdukaten, kleine, bunte Perlen u.ä.
hängen. |

Fotos: 1
Julia Weber: Deutsch Kutzhaar Drago; alle anderen Sabine
Middelhaufe
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