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Die
Natur als Hundeschule
Die Ausbildung
eines Welpen gleich in der Naturlandschaft zu beginnen hat
eine Menge für sich. Dazu ein paar simple Beispiele.
Aufgrund seines noch relativ geringen Aktionsradius bleibt
der kleine Kerl ganz von sich aus in Ihrer Nähe, und
Sie unterstützen diese lobenswerte Gewohnheit, indem
Sie ihn bewußt auf interessante Din-ge am Wegesrand
hinweisen: ein Mauseloch, frische Spuren, leibhaftige
Wildtiere
usw., und bieten ihm damit nicht nur einen starken Lernreiz,
sondern gewinnen auch enormes Ansehen als "Anführer",
er-fährt der Welpe doch, daß Sie tausend
spannende und wichtige Dinge kennen, wissen und finden,
an den-
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en
Sie ihn teilhaben lassen. Hund und Mensch haben so von
Anbeginn
eine gemeinsame Erlebniswelt, und das ist für die Bindungsbereitschaft
des Welpen von Bedeutung.
Selbstverständlich bestimmen Sie anfangs auch die allgemei-
ne Marschrichtung, und da es dem Welpen mitnichten gefällt,
plötzlich allein auf weiter Flur zu stehen, lernt
er ganz schnell, auf Ihren Verbleib zu achten.
Körperliche Geschicklichkeit wird in der freien Landschaft
auf natürliche Weise entwickelt und optimiert, wenn Sie
Ihren jungen Vierbeiner mit zunehmender Belastbarkeit da-zu
anleiten: umgestürzte Bäume etwa kann er mal überklet- |
tern,
mal ist es möglich, sie zu unterkriechen; kleine Wassergräben
bieten dem Beherzten eine Chance zum Weitsprung, oder die
Erfahrung,
daß Wasser naß ist, wenn man den Graben lieber
durchwatet; dichtes Unterholz zu durchdringen, z.B. auf der
Suche nach dem
Bringsel, gehört zum Training genauso dazu, wie das Balancieren
über einen am Boden liegenden Baumstamm, die Erkenntnis,
daß man an einer steilen Böschung vielleicht
mitsamt einerMini-Lawine aus Moos und Erde herunterrutscht,
sofern
man |
nicht
fein aufpaßt, daß überfrorene Pfützen
unter einem zerbrechen, wenn die Eisschicht noch zu dünn
ist, und daß die Fortbewegung auf einer Eisfläche
ohnehin deutlich andere Fähigkeiten fordert als
auf dem nackten Erdboden oder der Nadeldecke unter
Kiefern und Tannen.
Weisungen mit leiser Stimme zu erteilen ergibt sich
in der Natur eigentlich von ganz allein, und ebenso
die Präferenz
der stummen Kommunikation mittels Gesten. Ihr Welpe und Junghund
gewöhnt sich rasch daran, auf Ihre Signale zu achten,
denn für prompte Reak-tion können Sie ihn ja ebenso
prompt belohnen: etwa mit einem geworfenen Tannenzapfen
oder Stöckchen,
dem er nachsetzen kann, oder indem Sie ihn auf einen besonders
interessanten Fund aufmerksam
machen. |
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Auch
die nötige Disziplin beim Sichten von
Wildtieren, deren Jungen, ihren Brutplätzen (sofern
für Freund
Hund erreichbar) lehrt und lernt man vor Ort spielend, da
Ihr Junghund ja noch ohne weiteres kontrollierbar ist,
Sie
sein Ungestüm bremsen, und seine gesunde Neugier in
vertretbare Bahnen lenken können.
Um Wildtiere besser fotografieren zu können, ist es
bisweilen notwendig, ohne den Vierbeiner im Schlepptau noch
ein Stück
näher zu pirschen. Klar, daß Sie auch diese künftige
Übung von Anbeginn mit einbeziehen. So lernt Ihr Begleiter,
daß gelegentliches, ruhiges Abwarten am angewiesenen
Platz ein-fach zum Spaß der Expeditionen dazugehört.
Der tägliche Aufenthalt in der abwechslungsreichen
Na-
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turlandschaft
fordert und fördert alle Sinne Ihres Freundes und
trainiert seinen Bewegungsapparat auf optimale Weise. (Vorausgesetzt
freilich,
Sie über-treiben's nicht hinsichtlich der Länge
und Schwierig-keiten des Spaziergangs!)
Lernspiele wie Apport, Suche, Fährten etc. lassen sich
im Wald oder in den Wiesen, am Bachufer oder Teich ohne
Kopfzerbrechen
in den erfreulichen Ab-lauf der gemeinsamen Unternehmung
einbeziehen.
Dasselbe gilt für Spezialaufgaben, die Ihr Hund entsprechend
seinen Anlagen bald erfüllen kann. Sei es das Verweisen
von Spuren oder Objekten oder das |
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Aufspüren bestimmter
Funde; was er demnächst als Scout und verläßlicher
Begleiter beherrschen soll, können Sie ihm hier im
praktischen Zusammenhang mühelos beibringen.
Ebenso wichtig wie die Gewißheit eines führigen
Hundes als "Endergebnis" ist aber die Tatsache,
daß Sie Ihrem vierbeinigen Gefährten die Möglichkeit
schaffen, er selbst zu sein, ein echter Jagdhund nämlich,
der täglich mit seinem Meister-Kumpan in die "Wildnis"
zieht, und daß Sie selbst durch prak-tisches Erleben
mehr Wissen, Verständnis und Respekt gegenüber
der Natur entwickeln werden, als alle Bücher dieser
Welt Sie lehren können. |
Fotos: 1
Volker Dorsch: Gordon Setter Keno; 2 Irish Red Setter
Welpe "Spirit of Red Hawk"; 3
Frauke:
Irish Red Setter Kevin vom Wondsbarg ; 4
Anja Pietsch: Vizsla Caillou;
5
Anke Lange: English Springer
Spaniel Maxi
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