| Herbst Was
der Hund Ihnen zeigen kann
Wer
den Winter nicht im sonnigen Süden verbringen wird,
tut jetzt gut daran, sich ein geeignetes Plätzchen
für Winterschlaf bzw. Winterruhe zu suchen, oder
Vorräte
für die kalten Monate anzulegen. Der Igel zieht den
langen Schlaf vor, und falls Ihr Vierbeiner bisher kein
Stacheltier getroffen hat, besteht jetzt Hoffung (oder
Gefahr), daß er Ihnen die Präsenz eines herumwandernden
Igels auf Quar-tiersuche mit frenetischem Kläffen
anzeigt.
Die
Schläfer machen sechs bis sieben Monate im Jahr Traumzeit,
klugerweise (meist) an Orten, die vor Mensch und Hund
sicher
sind. Doch bevor sie ungefähr im Oktober eindösen,
suchen sie das geeignete Schlafgemach und Ihr Hund kann
ihnen ohne weiteres tagsüber begegnen.
Auch Eichhörnchen sind dieser Tage sehr aktiv beim
Sammeln von Haselnüssen, Eicheln und dergleichen,
so daß Ihr Scout sie häufig verweisen wird.
Alle Mitglieder der Hirschfamilie (Rehe ausgenommen) sind
im September/Oktober brünstig, was zu einer gewissen
Aufregung im Revier, möglichen Sichtungen und vielen
Geruchsspuren für Ihren Hund führt. Im Oktober
beginnt auch die Paarungszeit der Wildschweine.
Der (erwachsene) Rehbock hingegen befreit sich im Herbst
von seinem "Geweih", und der Duft dieser Abwurfstangen
zieht Ihren Freund magisch an
!
Und da wir schon bei Rehen sind: wenn die Nahrung karg
wird, fressen Rehe und Hirsche gern die Triebe und Knospen
von
Sträuchern, Laubbäumen und Tannen an. Das Ergebnis
ihrer Mahlzeiten ist mit dem bloßen Auge erkennbar
und der "süße" Eigengeruch der Schlemmer
für die Hundenase höchst fas-zinierend. |
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Worauf
Sie selbst achten müssen
Wenn Fledermäuse etwa im Oktober ihre letzten Runden
drehen, wird das Ihrem Vierbeiner wohl ziemlich egal sein.
Für Pilze, die seit Sommerende aus dem Boden schießen,
Wildbeeren, Hagebutten und Haselnüsse gilt das gleiche.
Es sei denn, Ihr Scout ist ein Spaniel, der Brombeeren
zu
schätzen weiß und keine Gelegenheit zum Pflücken
ver-paßt, wohlgemerkt erntet er nur die schwarzen,
reifen Früchte; die roten, sauren Beeren läßt
er für Sie übrig
.
Vielleicht
wird Ihr Freund auf die riesigen Schwärme von Zugvögeln
aufmerksam, aber Verlaß ist nicht darauf.
Wenn er im Winter Interesse für Fraßspuren an
Obst, Eicheln, Kastanien, Nüssen usw. gezeigt hat,
wird ihn dies-es Kapitel wohl auch im Herbst wieder fesseln.
Wenn nicht, schauen Sie halt selbst aufmerksam zu Sträu-chern,
Bäumen und den Spuren zu Ihren Füßen.
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Projektideen
Nachdem sie im vergangenen Winter erstmals ein Auge auf verlassene
Nester geworfen und in diesem Sommer fleißig Mauserfedern
gesammelt haben, könnten Sie nun im Herbst doch
mal herausfinden, wel- che Vögel fortziehen oder
bleiben. Wovon sich die Hiergebliebenen bis zum nächsten
Frühjahr ernähr-en, werden Sie anhand der
Fraßspuren und direkten
Sichtungen feststellen.
Interessant ist es auch, Vorratslager der Eichhörnchen
zu markieren (z.B. mit farbigem Wollfaden am Baum oder Strauch)
um im Winter zu kontrollieren ob der fleißige Sammler
wirklich zurückkehrt, wer sonst sich evtl. dort bedient
(Spuren im Schnee!), und im Frühjahr festzustellen,
ob die Speisekammer vollends leergeräumt ist.
Was ist im Herbst sonst noch draußen los?
Der Herbst ist die Jahreszeit, in der die Tierwelt beginnt,
fast leer zu erscheinen, weil viele Arten abreisen oder
einschlafen.
Die Pflanzenwelt dagegen verwöhnt Auge und Gemüt
vorm Großen Abschied erst noch einmal mit flammenden,
warmen Farben, dem Schauspiel des Laubfalls, den letzten,
unver-hofft lauen Tage, gefolgt vom ersten Rauhreif und seinen
wunderschönen, feinen Kristallformen an Hal- men
und Blättern. Und natürlich beschert er allen,
die teilhaben wollen, die Früchte des dahinschwin-denden
Jahres
Wildobst
sammeln und verarbeiten
Die Zeit des Wildobstsammelns beginnt genau genommen schon
im Juni/Juli mit den aromatischen Walderdbeeren, (reich
an
Viamin C und Mineralstoffen, hilfreich bei Verstopfung und
Katarrhen der Atemwege, Zahnfleisch- und Rachenentzündung,
Hautausschlägen und Nierensteinen) die Sie am besten
an Ort und Stelle verspeisen (falls in Ermangelung an
Fuchsbandwurm
u.ä. gefahrlos möglich).
Im Juli/August ist dann die Heidelbeere dran, (roh ein mildes
Abführmittel, getrocknet hingegen eine natürliche
Medizin bei Durchfall) die sich bestens dazu eignet, Ihren
Pfannkuchen zu zieren oder Li-kör für den Winter
zu produzieren.
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Wildobst
erst bestimmen, dann ernten! Die Frucht in der Mitte ist giftig! |
Holunder
steigert das körpereigene Abwehrsy-stem,
lindert rheumatische Schmerzen, liefert |
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reichlich
Vitamine und Mineralstoffe und wirkt als leichtes Abführmittel.
Etwa zur selben Zeit reifen auch die Brombeeren, (Kaliumlieferanten
und Verdauungsförderer) die Sie zu Marmelade, Saft
und Likör verarbeiten können. Brombeergelee mit
ein paar herben Wildäpfeln ist fantastisch, und als
Belag der italienischen Crostata, einer dünnen Mürbeteigtorte,
kaum zu überbieten.
Aus der Schlehe ("Schwarzdorn") läßt
sich ein hervorragender Likör zubereiten, den Sie, an
einem klirrend kalten Wintertag mit Ihrem Scout heimgekehrt,
so richtig genießen werden!
Fraßspuren
Wildtiere benutzen zum Fressen natürlich Maul oder Schnabel,
Pfote oder Fuß. Die Spuren, die sie mit dem einen
oder anderen auf dem Boden oder an der Frucht hinterlassen,
sagen
dem Kundigen mit Gewiß -heit, wer hier geschmaust hat.
Denn jeder benutzt seine arteigene Technik um z.B. die Haselnuß zu
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öffnen,
jeder produziert charakteristische Zahnabdrücke im
Fruchtfleisch bzw. verrät, was und wie-viel er mit
dem Schnabel entfernen konnte. Mäuse verdauen außerdem
während des
aktuellen Mahls ihr Fressen von vorhin, so daß die
winzigen Kotzäpfchen am Futterplatz sie verraten. Überdies
hat jeder so seine kulinarischen Vorlieben und ist auch
dadurch
bestimmbar. Versuchen Sie's!
Vorbereitungen
für den Winterschlaf. Wer wo wie
Insekten tauchen im Frühjahr wie aus dem Nichts auf
und verschwinden zum Herbst ebenso urplötzlich wieder.
Finden Sie doch mal heraus, was während der kalten
Monate mit Fliegen, Mücken, Libellen und Spinnen passiert,
wo all die Käfer und Wanzen bleiben, ob Ameisen zum
Ende der warmen Saison ein-fach allesamt sterben und Regenwürmer
in Winterschlaf gehen!
Mäuse,
Bilche und Wühler
Obwohl es in Wald und Feld von Nagern der Kategorie Echte
Maus, Hüpfmaus, Bilch und Wühler ge-bietsweise regelrecht
wimmelt, bekommen wir sie selten (lebend) zu Gesicht.
Bei den maus- bis rattengroßen Bilchen mit den buschig
behaarten Schwänzen mag es daran liegen, daß diese
geschickten Klettermaxen in Bäumen und Sträuchern
vor allem nachtaktiv sind und als echte Win- terschläfer
einen Großteil des Jahres im Land der Träume
verweilen. Die Sieben,- Garten- und Baum- schläfer
gehören
zu den Bilchen, und ebenso die drollige Haselmaus, deren
mehr als apfelgroße, frei-stehende Nester aus
Gras und etwas Laub Ihr Hund vielleicht hier und dort
verweist.
Die Echten Mäuse mit den langen, kaum behaarten Schwänzen
wie etwa Gelbhals,- Wald,- Brand- und Zwergmaus sind zwar
teilweise auch tagsüber unterwegs, aber sehr scheu und
flink, weshalb Sie meist mit einem Rascheln als Indiz ihrer
Gegenwart Vorlieb nehmen müssen.
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vorhanden,
zwar bei Tage anzutreffen und etwa im Falle der Rötelmaus
keineswegs schüchtern, nur achtet der
Zweibeiner dann wohl nicht auf sie.
Andere Zeitgenossen hingegen lieben Mäuse - auf dem
Speiseplan. Reineke hat einen typischen Fang-sprung ("Mäuselsprung")
entwickelt, um sie zu erbeuten. Wildschweine fressen sie
komplett
mit Nest. Grimbart verschmäht sie ebenfalls nicht, wenn
Igel, Frösche und Früchte gerade rar sind, oder
einfach um Abwechslung ins Menü zu bringen
Manche
Schlangen haben Mäuse "zum Fressen gern".
Und Rohr,- Korn- und Wiesenweihe, Mäuse- und Rauhfußbussard,
Turm- und Baumfalke schließen sich dem gerne an, und
all dies erklärt vielleicht, wieso meine Freunde die
Nager es vorziehen, sich weit-gehend "unsichtbar"
zu machen.
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Informationen
langfristig sammeln, vergleichen, auswerten
Beobachtungsdaten bekommen einen besonderen Wert wenn
sie präzise sind und längere Perioden abdecken.
So interessant es ist, z.B. festzustellen, daß im
Expeditionsgebiet ein Dachs lebt - noch viel spannender
ist es, sagen zu können,
daß dieser Dachs sein Revier auf bestimmten Routen
durchstreift, an bestimmten Stellen seine "Toiletten" angelegt
hat, in Abhängigkeit von der Jahreszeit dies oder jenes
frißt, sich wo und wann mit einem anderen Dachs
trifft, sein Heim möglicherweise mit Reineke teilt
usw.
Sofern Sie Ihre Beobachtungen stets mit Datum, Uhrzeit
und Wetterangabe
versehen, werden Sie im Laufe der Zeit auch feststellen,
daß
und welche Prozesse im Tierreich einer be-stimmten Tagesrhythmik
unterliegen, welchen Einfluß das Klima hat und welche
Rolle ein "fettes Jahr" bei einer Art für
die Art spielt, die in direkter Beziehung zu ihr steht.
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Fledermäuse
Die in Deutschland heimischen Fledermäuse ernähren
sich allesamt von Insekten. Also kein Grund an Dracula zu denken
und in Panik zu geraten wenn Ihnen so ein "Nachtschwärmer"
einmal beim Erkund-ungsgang im Dunkeln begegnet. Überdies
sind die meisten Fledermäuse bei uns mehr oder minder stark
gefährdet, so daß ihre Sichtung, Auskunft über
ihre Quartiere - ggf. auch für den Winterschlaf - und sonstige
Details die regionalen Fledermausschützer nur entzücken
kann!
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Fotos: 1
Karin Hahn: Cocker Spaniel Welpe; alle anderen Sabine Middelhaufe
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