Die Wasserhunde
Von Sigrid Lietzke

1735 tauchte im "Systema naturae" von Carl von Linné der Begriff des "Canis aquaticus" - des Wasserhundes - auf.
Von Linné bezeichnete so alle lang- und zotthaarigen Hunde, welche bei der Jagd auf Wassergeflügel Verwendung fanden.
Es sind Apportierer, die nach dem Schuss eingesetzt werden, um die geschossenen Enten und Gänse aus dem Wasser zu holen.
Gemeinsam ist ihnen das längere gewellte oder gelockte Fell, welches sich leicht ölig anfühlt, sowie ihre Apportierfreudigkeit und ihre Begeisterung für jede noch so kleine Pfütze.
Während die Retriever, die zu den Apportierhunden gehören, auch im Feld zum Apportieren von Hase und Hühnervögeln herangezogen werden, so werden Wasserhunde - wie der Name schon sagt - ausschließlich zur Wasserarbeit gebraucht.
Zu den Wasserhunden gehören laut FCI: Irish Water Spaniel, Barbet, Cao de Agua Portugues, American Water Spaniel, Lagotto Romagnolo, Perro de Agua Espanol und der niederländische Wetterhoun. Der Epagneul de Pont-Audemer müsste eigentlich auch mit dazugezählt werden, gilt laut FCI allerdings als Vorstehhund; der Barbet, der eigentlich auch ein Vorstehhund ist, wird allerdings wiederum als Wasserhund gewertet.

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Famous Crowd's Paperback Writer, genannt Fellow wurde in Dänemark geboren und lebt in der Schweiz. Foto: Yvonne Cassada

Der Irish Water Spaniel
Von Sonja Neuhaus

Der Irish Water Spaniel ist bei der FCI unter der Gruppe 8, den Apportierhunden, Stöberhunden und Wasserhunden eingeteilt. Noch genauer gesagt gehört er in die Rubrik 3, Wasserhunde.
Die Schulterhöhe des Iren liegt bei ca. 59 cm, und damit ist er der grösste Vertreter der Spanielvarietäten.
Beim IWS handelt es sich nicht um eine moderne Schöpfung. Er wurde das erste Mal schon im Jahr 1859 auf einer Ausstellung in England gezeigt und dann als Rasse anerkannt. Wie genau er entstanden ist, weiss man freilich nicht.


Fellow. Foto: Yvonne Cassada

Das auffälligste am Iren sind sicher die dicht gelockten Haare und der "Rattenschwanz". An der Rute wachsen die Haare nur kurz, das gleiche gilt für das Gesicht und den Halsbereich. (Vergleichen Sie die Behaarung vom IWS und die vom Afghanischen Windhund...). Das Fell soll dicht und wasserabweisend sein. Und... obwohl der IWS einem Pudel ähnlich sieht und ich auf der Strasse immer wieder nach meinem "schönen, braunen Pudel" gefragt werde, haart der Ire. Das Fell bedarf regelmässiger Pflege. Es muss häufig gebürstet werden, und in unseren Breitengraden mit dem dichten Bewuchs kann man nach einem langen Spaziergang am Fell ablesen, wo der Hund war: kleine Äste, Pflanzen und Dornen bleiben gern in seinen Locken hängen. Man kann ihn zwar scheren und das Haar wächst wieder nach, doch ist dies sicher nicht der Sinn vom Halten eines langhaarigen Hundes, der für die Wasserarbeit gezüchtet wurde.


Fellow. Foto: Yvonne Cassada
Vom Temperament her ist der IWS ein sehr aktiver Hund. Er will bei jeden Wetter raus und sich bewegen. Und meiner Meinung nach sollte man jeden Hund, so auch diese intelligente Rasse, beschäftigen. Ein arbeitsloser Irish Water Spaniel findet sicher auch allein einen Job, Frage ist, ob wir den dann auch gut heissen...
Bei der Wahl dieser Rasse darf man nicht vergessen, dass der Ire für die Wasserjagd gezüchtet wurde. Noch heute wird er dafür verwendet. Entsprechend sollte er seinen Arbeitsdrang ausleben dürfen. In den meisten Ländern wird er jagdlich wie ein Retriever geführt. In Frankreich und Belgien trifft man ihn auch bei Stöberprüfungen für Spaniels. Ich habe bis jetzt allerdings nur von einem IWS gehört, der, wie es die Spanielprüfung in der Schweiz, Deutschland und Österreich verlangt, spurlaut ist.

Jungrüde Fellow. Foto: Yvonne Cassada
Tendenziell ist der IWS Fremden gegenüber ein eher zurückhaltender Hund. Ich habe einige Tiere gesehen, die sehr scheu waren und sich von unbekannten Personen kaum anfassen liessen. Es ist daher unbedingt auf eine gute Sozialisierung schon beim Züchter zu achten.
Bei uns in der Schweiz gibt es momentan keine Zucht; in Deutschland und Österreich hat es weniger als eine handvoll Züchter. Aus diesem Grunde kann die Suche nach einem Welpen unter Umständen zeit- und kostenintensiv werden..!
Wie alle grossen Hunde kann auch der Ire Probleme mit den Hüften haben (HD). Das Hauptproblem sind meiner Meinung nach jedoch die recht häufigen Krebserkrankungen bei dieser Rasse. Ich will nicht versuchen, Gründe aufzuzeigen, wieso das so sein könnte oder gar Schwarzmalerei zu betreiben. Aber man sollte diese Dinge wissen, bevor man sich so einen Hund kauft.

Hündin Kerryken Celebration genannt Vicky. Foto: Sonja Neuhaus
Persönlich liebe ich am Irish Water Spaniel, dass seine Augen immer vor Freude und Tatendrang leuchten. Immer ist er bereit etwas zu unternehmen. Lange Ruhezeiten liegen ihm nicht. Das verlangt vom Besitzer einiges an Einsatz. Die IWS sind sehr lernbegierig, wollen etwas gemeinsam mit dem Besitzer unternehmen und nur gewöhnliche Spanziergänge liegen ihm nicht. Das ist ihm zu langweilig. Ich selbst bin keine Jägerin. Ich gehe aber regelmässig Fährten, mache Dummyarbeit und verschiedene Arten von Suchen. Immer wieder erstaunt es mich, wie gerne der Ire mit der Nase arbeitet. Seine Jagdleidenschaft ist gut in Grenzen zu halten, wenn man ihn ausreichend und adäquat beschäftigt.
Für mich ist der Irish Water Spaniel ein Geheimtipp für Menschen, die sich nicht scheuen bei jedem Wind und Wetter draussen zu sein, die nicht zimperlich sind im Bezug auf Schmutz im Haus und bereit sind, mit ihrem Hund gemeinsam immer wieder Neues zu lernen.


Fellow im Galopp. Foto: Yvonne Cassada

Weiter zum zweiten Rasseportrait Irish Water Spaniel

 

 


Der Irish Water Spaniel - einzigartig wie seine Heimat
Von Sigrid Lietzke

Herkunft: Auf einmal war er da, der Irish Water. Sein Schöpfer, Justin McCarthy, züchtete in der ersten Hälfte des 19. Jahrhunderts einen Hund, der noch heute seinesgleichen sucht. Bereits in der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts wurden die Nachkommen von "Boatswain", dem Stammvater der Irish Water Spaniels, erfolgreich auf Ausstellungen gezeigt, und 1890 gründete man den "Irish Wat-er Spaniel Club". Das Geheimnis, wie genau und aus welchen Rassen der hübsche Ire entstanden ist, nahm Mr. McCarthy allerdings mit in sein Grab.


Oben und Startfenster: Hündin Catanka Twist and Shout, genannt Twister. Fotos:Ildikó Czech (Ungarn)

Rassekennzeichen: der Irish Water ist wohl unverwechselbar. Ein mittelgroßer Hund - die Schulter - höhe bei der Hündin beträgt 51 bis 56 cm, beim Rüden 53 bis 59 cm - kräftig, kompakt gebaut und dennoch äußerst elegant. Das wohl auffallendste Merkmal sind seine leberfarbenen, lang gedrehten Locken, die außer Gesicht, Kehle und Rute den gesamten Körper bedecken. Sein "Rattenschwanz" ist übrigens eine unverwechselbare Rasseeigentümlichkeit. Doch nicht nur durch sein Aussehen fällt er auf, auch durch seinen Gang: ein trabender Irish Water erinnert nämlich sehr an einen Afghanen.


Birtok. Foto:Ildikó Czech (Ungarn)
Jagdliche Verwendung: In seiner irischen Heimat wie auch in Großbritannien erledigt er die Arbeit eines Retrievers bevorzugt in sumpfigen, morasti-gen Gebieten. Er schreckt selbst vor eisigem Was-ser an der Küste nicht zurück und apportiert stun-denlang Enten und Gänse aus dem Meer. Sein leicht fettiges Fell schützt ihn dabei vor Auskühlung. In Deutschland wird er sich freilich kaum je als Jagd -gebrauchshund durchsetzen, vor allem weil ihm der Spurlaut fehlt.

Wesen:
Er gilt als der Clown unter den Spaniels. Charmant und humorvoll wie die Bewohner seiner Heimat, im Hause ein "Gentleman", ein Kind unter Kindern, draußen temperamentvoll und arbeits -

freudig. Rüden sind nicht unbedingt freundlich zu ihren gleichgeschlechtlichen Artgenossen. Auch gelten sie als noch eigenwilliger als die Hündinnen. Die lockigen Iren sind durchaus wachsam und mißtrauisch gegenüber Fremden, aber aufgrund ihrer spanielhaften Freundlichkeit kaum als Schutzhund zu gebrauchen. Sie sind sehr bewegungsfreudig und benötigen sowohl körperliche als auch geistige Beschäftigung. Oft wird gesagt, sie vereinen die Intelligenz des Pudels mit der guten Nase des Setters und dem Jagdeifer des Spaniels.


Birtok. Foto:Ildikó Czech (Ungarn)

Zum Fotoalbum Irish Water Spaniel

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