Der
Große Münsterländer in der Familie - ein Blick
in das Leben von Dana (1)
Von Karin
Oehl
Als wir unsere
Dana bekamen, war sie ja noch einige Wochen im Verband mit zeitweise
7 Geschwistern. Die Tiere lebten im Haus bekamen dort alle Geräusche
und Vorgänge mit. Sie spielten im Garten, be-kamen Zuwendung
von der Familie und den Besuchern. Nach und nach fanden alle
Welpen
ein neues Zu-hause. Dana - unser eigener Hund - war und ist kein
Einzelhund. Je größer sie wurde, um so mehr nahm-en
die Spiele mit dem vorhandenen Rüden Ernie (Mischling)
den Charakter einer Standortbestimmung an. Auch uns gegenüber
versuchte sie häufig, zu ergründen, wer nun der Boss
wäre.
Nun, das war ja rasch geklärt. Die Versuche den Ernie auszuspielen,
indem sie sich besonders bei uns einschmeichelte, nahmen bisweilen
etwas groteske Formen an.
Wir waren und sind bemüht Gerechtigkeit (auch in den Augen
der Hunde) walten zu lassen. Der Rüde
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| Dana mit
ihren Geschwistern. Foto: Oehl |
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mit
den älteren Rechten bekommt immer noch das Leckerchen oder
Futter zuerst, wird zuerst angeleint usw.. Dana akzeptiert das,
nur
gelegentlich ist sie schneller und klaut so blitzschnell, dass
man es nicht für möglich hält.
Aber
wer ganz nahe bei Herrchen auf der Couch sitzen darf, wird ausgekaspert
(oft gewinnt Dana). Sie schaut ihren Herrn an, schmachtend, dass
man schmelzen möchte. Sie
ist ein Kampfschmuser erster Güte, sie schaut, macht sich
bemerkbar, immer Löbchen heischend. Wenn wir im Wald üben,
dann bemüht
sie sich, alles wunderbar zu machen und Leckerchen oder Lob einzuheimsen
(wenn sie mal ausgebüxt ist zum Jagen, schaut sie nicht
nach uns, aber wenn die Nabelschnur Leine dran ist,
häufiger).
Von den Besitzern der Geschwister höre ich ähnliche
Storys im Bezug auf das Verhalten.
Dana ist kinderlieb, aber es kann vorkommen, dass ein Kind
zu |
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klein
und Dana zu stürmisch
ist. Sie leckt (was sie nicht sollte), und lässt sich streicheln,
drängt darauf, bringt Spielzeug, lässt sich Futter
wegnehmen, knurrt nicht.
Gegen
andere Hündinnen, auch Geschwister und Mutter, wurde sie allerdings
schon mal kiebig, anson-sten ist sie verträglich, auch mit
den hauseigenen Katzen und "ihrem" Rüden. Die zwei
spielen, dass es eine wahre Wonne ist... Im Haus akzeptiert sie
Zeiten, in denen wir unserer Arbeit nachgehen können, ohne
Probleme.
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| Dana
als Welpe mit dem Hausgenossen Ernie. Foto:
Oehl |
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Allerdings
bleibt sie äußerst ungern allein, klaut, wenn wir etwas
auf dem Tisch liegen lassen und sie sich unbeobachtet glaubt und
trägt gerne Schuhe ins Bettchen. Sie zerbiss neulich aus Langeweile
ihr Geschirr (nicht das Erste).
Auch in Zukunft wieder einen Großen Münsterländer?
Immer, solange die Kraft für die endlosen Spa-ziergänge
und flotten Spielchen reicht!
Mit dem
ausgeprägten Jagdtrieb gibt es wenig Probleme, weil wir auch
mal Mäuschen zur Belohnung buddeln lassen und Dana viel beschäftigen.
Langeweile ist tödlich, aber wohl nicht nur für den Großen
Münsterländer...
Erstveröffentlichung
in Der
Große Münsterländer in Nicht-Jäger-Hand
Zum
Fotoalbum
Münsterländer
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Ansprüche
eines Großen Münsterländers an seine/n Halter/in
(2)
von Pia C. Gröning
Sie haben beschlossen,
dass ein Hund bei Ihnen einziehen soll? Jetzt stellt sich die große
Frage, welche Rasse (bzw. Mischung) soll es sein.
Falls
Sie mit dem Gedanken spielen, einen Großen Münsterländer
(kurz GM genannt) anzuschaffen, dann sollten Sie überprüfen,
ob Sie zu dieser Rasse passen! Im folgenden spreche ich einige
Punkte an, die sich in der Praxis gezeigt haben.
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Anschaffung
eines GM Welpen
Wahrscheinlich
werden Sie schnell feststellen, dass es sehr schwierig ist einen
GM
Welpen mit Papieren zu kaufen. Es gibt wenige Züchter dieser
Rasse, die ihre Welpen an Nicht-Jäger vermitteln. Allerdings
ist mir zum Beispiel eine Frau bekannt, die wochenlang um einen
GM
Welpen "gebet-telt" hat, und irgendwann ist der Züchter
weich geworden . Eine andere Variante ist einen Großen Münsterländer
ohne Papiere zu kaufen. Diese stammen meistens von Bauernhöfen
oder so genannten Massenzüchtern. Sie unterstützen
mit einem Kauf nicht nur sg. Schwarzzuchten, sondern bekommen
in der Regel
einen schlecht geprägten Welpen, der schlimm-stenfalls viele,
festsitzende Defizite in seinem Sozialver-halten aufweist.
Mein
Grundtenor lautet für einen Nicht-Jäger eigentlich: "Finger
weg von GM Welpen". Diese Worte helfen Ihnen aber sicherlich
nicht weiter, wenn Sie bereits stolzer Be-sitzer eines Exemplars
dieser
Rasse sind. In diesem Falle |
kann
ich Ihnen mit auf den Weg geben, dass Sie sich gerade in der
Welpenzeit
um eine gute Beziehung zu Ihrem Hund bemühen sollten. In dieser
Zeit haben Sie noch die Möglichkeit, den Jagdinstinkt durch
Bällchen-Spiele als Jagdersatz zu kanalisieren. Sie können
auch dafür sorgen, dass Ihr Hund kaum re-ale Jagderfahrung
macht. Das Wichtigste für Sie ist zu wissen, dass Sie
es in dieser Zeit am einfach-sten haben Ihren Hund sorgsam
auszubilden und seine Übungen
zu generalisieren (im Vergleich zu einem erwachsenen Tier).
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Anschaffung
eines erwachsenen GM
Aus diversen
Gründen können Sie ab und zu im Tierheim oder bei privaten
Tierschutzorganisationen erwachsene GM finden. Durch ihr bestechend
schönes Aussehen erhalten die Tierschützer viele Anfrag
-en. Doch welche Ansprüche haben diese Hunde?
Der
GM ist in der Regel ein angenehmer Haus-Mitbewohner. Die meisten
GM
Besitzer
berichten, dass ihre Hunde ruhig und unauf-fällig im Haus
oder in der Wohnung sind. Die Tiere schlafen die meiste Zeit und
neigen
nicht dazu, hektisch herum zu rennen. Gegen einen Platz auf der Couch
haben sie meistens (wie viele andere Ras-sen auch) nichts einzuwenden.
Grundsätzlich
eignet sich der GM hervorragend als Familienhund. Am liebsten möchte
er überall dabei sein. Auf Grund seiner meist großen
Unkompliziertheit im Bezug auf andere Menschen und Haustiere
ist das kein Problem.
Er sucht sich wahrscheinlich recht schnell
ein ge- |
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gemütliches
Plätzchen zum Liegen und findet trotz
großem Trubel um ihn herum Schlaf. Auf
dem Spa-ziergang wird aus dem ausgeglichenen, ruhigen Hausbewohner
plötzlich ein einziges Energiebündel. Wenn Sie einen
Hund suchen, der ständig um Sie herum ist und mit Ihnen gemeinsam
etwas unternehmen möchte, wie z.B. Stöckchen spielen,
dann sollten Sie sich besser eine andere Rasse aussuchen. Der
GM
neigt dazu große Kreise (500 m ist normal) um seine Menschen
zu ziehen. Hierbei können Sie besonders auf dem Feld beobachten,
wie viel Spaß es ihm macht, Wildspuren auszuarbeiten.
Um Ihrem Hund dies-en Radius zu ermöglichen, sollte er über
einen gewissen Grundgehorsam verfügen. Dieser ist gar
nicht so einfach zu trainieren, da in der Luft jede Menge Duftpartikel
fliegen, die für Ihren Hund eine große Ablenkung bedeuten.
Das heißt für Sie, dass Sie die Gehorsamsübungen
sorgfältig mit Ihrem Hund ge-neralisieren müssen.
In der Praxis hat sich herausgestellt, dass besonders der GM (im
Gegensatz zu den auf Hundeplätzen üblichen Gebrauchshunderassen
wie z.B. der Deutscher Schäferhund) auf Strafe empfindlich
reagieren. In der Regel blocken sie jegliche Trainingsversuche
ab, indem sie einfach gar nichts mehr tun. Das wird ihnen dann
leider als Sturheit oder Dominanz ausgelegt. Deswegen und grundsätzlich
empfehle ich ein Training basierend auf positiver Verstärkung.
(Anmerkung: Allein aus ethischen Gründen kommt für
mich nur diese Art des Trainings in Frage, die selbstverständlich
für jede Hunderasse gelten!)
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Einer
der vielen Vorteile von positiver Verstärkung ist, dass
der Hund gerne mit mir arbeitet und nicht weil er muss.
Ein sehr wich-tiger Aspekt, um sich auch auf größeren
Distanzen auf seinen Hund verlassen zu können...!
Der
GM wurde für selbstständige Arbeit gezüchtet und legt
dieses Verhalten auch an den Tag, wenn er nicht jagdlich geführt
wird. Das ist eine Eigenschaft, die den geeigneten GM Halter beglückt.
Sie werden schnell feststellen, dass Hundehalter andere Rassen sich
darüber auslassen, dass Ihr GM sich weit von Ihnen entfernt und
nicht ständig schaut, ob er etwas für Sie tun kann. Eventuell
wird Ihnen unterstellt, dass Sie eine schlechte Bindung zu Ihrem Hund
haben oder falsch mit ihm trainieren. Machen Sie sich keine Sorgen,
denn sollten Sie das Glück haben, andere GM und ihre Halter
zu kennen, dann wissen Sie, dass es denen nicht anders ergeht.
Nur weil |
der
GM sich außerhalb des Hauses lieber alleinedurch
die Ausarbeitung von Wildfährten beschäftigt und diesem
seine ganze Aufmerksamkeit widmet, bedeutet das nicht, dass Ihr
Hund
dumm ist. Sie wer-den feststellen, dass ihr Hund innerhalb des Hauses
sehr schnell jegliche Kunststückchen und Übungen erlernt.
An Ihnen liegt es, dass Ihr GM außerhalb des Hauses diese Übungen
generalisiert. Das wird wahrscheinlich länger dauern als
bei nicht jagdlich orientierten Rassen, da diese Hunde weniger
durch Wildgerüche
abgelenkt werden. Doch dafür lässt Ihr Hund sich wahrscheinlich
kaum von anderen Hund-en oder Menschen in seinem Tun ablenken.
Meine
persönliche
Erfahrung ist, dass mein Freundeskreis von meiner GM Hündin Eika
begeistert ist. Besonders wird ihre Unkompliziertheit sowohl gegenüber
Mensch als auch Hund geschätzt. Doch alle sind sich einig, dass
Eika kein Hund für sie wäre, aus folgenden Gründen:
-
sie arbeitet trotz Clickertraining ungerne im hundesportlichen Bereich
- sie
zieht manchmal so große Kreise um mich herum, dass sie außer
Sicht gerät
- falls
sie doch mal eine Spur hat, von der sie nicht abrufbar ist, dann
ist Angst vor Jägern gegeben
- die
Verknüpfung von Hör- und Sichtzeichen mit eine Übung
brauchen etliche Wiederholungen
- die
Generalisierung einer Übung ist anfangs sehr müßig
und zeitaufwendig
- ein
GM Besitzer spaziert mit einem gewissen Gesichtsausdruck ("ich
sehe das Wild vor meinem Hund") durch die Welt.
Hat
hingegen ein Hundehalter Gefallen an seinem GM gefunden, dann sagt
er meistens: "Einmal
GM, immer GM!"
Hier die
Vor- und Nachteile der GM in aller Kürze:
Pro:
- wesensfest
- sehr sportlich
- äußerst menschenlieb
- angenehm ruhig und unkompliziert im Haus
- meistens gut verträglich mit anderen Artgenossen
- kein übertriebener Beschützerinstinkt
- weiches Fell, relativ pflegeleicht
- elegant und schön anzuschauen
- selbständig
- apportierfreudig
- kein will to please Hund
Contra:
Als einzigen
Contra-Punkt kann ich den Jagdinstinkt und den daraus entstehenden
Jagdtrieb nennen. Dies bringt viele Probleme mit sich:
- Anstrengende
Spaziergänge für Hundehalter/in
- Konzentrationsprobleme
im freien Gelände
- Frustaufbau
(Stress) bei Nicht-Auslebung des Jagdtriebes
- Kein will
to please Hund
Diese
Listen sind aus meinen eigenen Beobachtungen und meiner subjektiven
Meinung entstanden. Sie stellen weder Anspruch auf Vollständigkeit
noch Richtigkeit. Immer hängt das Wesen eines Hundes von
vielen Faktoren ab, z.B. seinen Menschen und seiner Sozialisation.
Und auch hier gilt der Grundsatz: Ausnahmen bestätigen
die Regel. Meine beiden
GM hatte ich aus 2. Hand, und beide hatten unabhängig |
voneinander
die oben genannten Eigenschaften. Besonders viel Mühe
hatten sich die Vorbesitzer bei der Sozialisation ihrer Hunde
nicht gegeben...
Andere Halter unterstützen durch ihre Aussagen meine Beobachtungen.
Ein
weiterer wichtiger Grund für diese Wesensfestigkeit mag
sicher die geringe Verbreitung dieser Rasse sein.
Erstveröffentlichung
des Textes in Der
Große Münster-länder in Nicht-Jäger-Hand
Alle Abbildungen zeigen den Großen Münsterländer
Meldos. Fotos: Anja
Zum
Fotoalbum
Münsterländer
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