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Der Otterhound als Familienmitglied
Von Beate Fandler
Da auf dieser Seite bereits eine sehr zutreffende Rassebeschreibung zu finden ist, möchte ich mich diesbezüglich kurz fassen:
Ursprünglich wurde der Otterhound, wie der Name schon sagt, zur Jagd auf den Fischotter gezüchtet. Die Jagd geschah mit einer Meute dieser Hunde, die dabei meist über Stunden zu Lande und zu Wasser unterwegs waren. Daher brauchte man hierfür einen ausdauernden Hund mit wasserabweisendem Fell und guter Spürnase.
Seitdem die Otterjagd verboten ist, gibt es für die Otterhoundmeuten kaum noch Arbeit, auch findet sich selten ein Exemplar dieser Rasse in Jägerhand, obwohl er sich für die Schweißarbeit gut eignet.
Die Überlebenschancen der Rasse (in der englischen Presse wurde sie zuletzt unter der Überschrift: "Ein Welpe, so selten wie der große Pandabär" behandelt,) besteht meines Erachtens nach darin, sich als Familienhund zu beweisen. |

Der Otterhound ist ein guter Familienhund. |
Und die Otterhound-Fans sind sich einig, er ist ein fantastischer Familienhund!
Als Meutehund ist er gesellig veranlagt, (sperren Sie ihn also nicht allein in den Zwinger, es sei denn Sie haben mehr als ein Exemplar) und so gibt es selten Probleme mit anderen Hunden, vorausgesetzt, dass diese auch noch " Hündisch" sprechen und verstehen..
Auch Dominanzprobleme mit Familienmitgliedern gibt es in der Regel nicht, denn der Otterhound ist nicht der Typ Hund, der Sie von seinem Lieblingsplatz (meistens die Couch) vertreibt, sondern ihn gerne mit Ihnen teilt. |
Erwachsener "Otti" und Welpe. Als Meutehund zeichnet sich die Rasse durch hohe soziale Verträglichkeit aus. |
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Es sind friedliche und langmütige Hunde, die allerdings nach meinen bisherigen Erfahrungen (derzeit haben wir drei Exemplare) vom Temperament sehr unterschiedlich ausfallen können.
Bei aller Freundlichkeit und Umgänglichkeit dieser Rasse, dürfen wir aber nicht vergessen, wofür sie gezüchtet wurden: Eben dazu ihre Nase zu gebrauchen und ausdauernd zu jagen.
Daher müssen diese Hunde viel Bewegung bekommen, und auch Sie selbst sollten viel Bewegungsfreude mitbringen. Ob sie nun lange Spaziergänge bevorzugen, Joggen, Fahrrad fahren oder reiten, ein Otterhound macht alles mit (natürlich noch nicht im Welpenalter). Wir haben es in diesem Winter sogar mit dem Hundeschlitten probiert... |

Otterhounds - Version Schlittenhund.
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Wegen seiner Spürnase und des meist vorhandenen Jagdtriebs, ist eine konsequente Erziehung nötig, wenn Sie nicht möchten, dass Ihr Hund auf einer Wildspur stundenlang verschwunden ist.
Der Behauptung, dass man ein Exemplar dieser Rasse niemals von der Leine lassen kann, möchte ich allerdings entschieden widersprechen. Es ist eine Frage der Erziehung !
Auch wenn der kleine Otterhound in der Hundeschule wohl nicht zu den Musterschülern zählen wird, da er meist von den vielen spannenden Gerüchen viel zu abgelenkt ist, um auf Sie zu achten, so ist es doch möglich, ihm eine familientaugliche Erziehung zukommen zu lassen. Allerdings ist ein Otterhound kein Border Collie oder Pudel etc.; im Zirkus werden Sie nie mit ihm auftreten können, es sei denn in der Clownnummer. Sprich, er ist kein Hund für die Hundedressur - und das wir meiner Meinung nach auch in vielen Hundeschulen mit Erziehung verwechselt. |

Selbstverständlich ist ein Otterhound erziehbar, nur hält er nichts von stupidem Drill.
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Stupides Üben von Sitz, Platz, Komm und Bei Fuß wird ihm sicherlich schnell langweilig, daher empfehle ich immer, nach einer Erziehungsmethode zu suchen, die Ihrem Hund auch Spaß macht.
Denn wenn der Hund am Training Freude hat, werden Sie auch zum Erfolg kommen. Aus diesem Grunde sollten Sie den Jagdtrieb ihres Otterhounds nicht unterdrücken, sondern umlenken.
Ich habe gute Erfahrungen mit dem Einsatz einer Futterbeute gemacht, die der Hund erjagen darf. Die kann man an eine "Reizangel" hängen und herumschleudern und der Welpe jagt hinterher. Sollte er sie erwischen, übt man auch gleich das Bringen (sprich:Apportieren).
Später kann die Beute zum Apportieren geworfen werden.
Durch das Ziehen der Beute über den Boden, legt man auch erste Fährten; zu Beginn unterstützt mit Leckerchen auf der Strecke, deren Abstände man mit zunehmender Übung vergrößert und später ganz weglässt. |

Den Jagdtrieb der Rasse darf man niemals unterschätzen oder gar ignorieren.
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Nehmen Sie ruhig die Hilfe einer Hundeschule in Anspruch, aber erkundigen Sie sich, ob spezielle Kurse für Nasenarbeit angeboten werden (Mantrailing, Objektsuche etc.), nicht um sofort daran teilzunehmen, aber so haben sie schon einen Anhaltspunkt, ob man dort auf "nasenlastige " Hunde eingestellt ist.
Ich sollte noch erwähnen, dass Otterhounds eher Spätentwickler sind, also verzweifeln sie nicht über Ihren Welpen! Ab 6 Monate aufwärts lernt er leichter und ist konzentrierter bei der Sache, dafür wird er dann mit einem knappen Jahr auch noch mal richtig pubertär.
Zuviel Härte ist bei der Erziehung nicht angesagt, da in den meisten Ottis eine sensible Hundeseele zu Hause ist.
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Mag er äusserlich auch sehr rustikal erscheinen, ist er im Innern doch ein sensibler Hund. |
Seine Stärke liegt ganz klar im Sozialbereich, da er sich durch seine gelassene, offene und meist pazifistische Art gut in den Familienalltag einfügt. Er gewöhnt sich meist problemlos an viele Menschen, spielende Kinder (sowohl an ihren Lärm, als auch daran, dass sie ihn mit plötzlichen Liebesbeweisen überfallen), er verzeiht es, wenn er mal geknufft wird, und er neigt nicht dazu, sein Territorium zu verteidigen (sei es nun gegen den Briefträger oder die Spielkameraden ihrer Kinder). Damit ist er allerdings auch kein Wachhund. |
Otterhounds lieben - und brauchen - viel freien Auslauf! |
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