Meine Erfahrung mit dem Deutsch Langhaar
Von Kerstin "Stinie" Epp

Der Hund muß zum Revier und zum Führer passen, dann macht das geinsame Jagen Freude. Mein Re-vier gab einen Hund vor, der zu ruhiger und besonnener Schweißarbeit fähig ist, daneben Freude am Wasser mitbringt, also hauptsächlich nach dem Schuß eingesetzt wird. Ich selbst wollte einen mittelgroßen bis großen Hund, der vor allem Ruhe ausstrahlt und ein gefestigtes Wesen hat, ohne aber träge zu sein. Der Deutsch Langhaar stand also nach reiflicher Überlegung recht schnell fest.

Meinen ersten Langhaar übernahm ich im Alter (also sein-em, nicht meinem) von 7 1/2 Jahren über den Tierschutz- verein Krambambulli Jagdhundehilfe, und er sollte ruhiger Pol und jagdliche Ergänzung zu meiner damaligen Schweiß- hündin sein. Dieser DL, Arco mit Namen, brachte Papiere und die bestandene Brauchbarkeitsprüfung mit, war aber seit 3-4 Jahren nicht mehr bejagt worden und außerdem im letzten Jahr erziehungsmäßig entglitten. Dennoch war nach kurzer Begutachtung klar, dass er zu uns kommen würde.
Zuerst "polierte" ich seinen vergessenen Gehorsam wieder auf und arbeitete ihn in den jagdlichen Fächern erneut durch. Dank konsequenter Erziehung wurden die Grenzen schnell gesteckt, und bereits nach 4 Wochen mit mir be-stritten wir unsere erste Fuchstreibjagd.
Stand er zu diesem Zeitpunkt auch noch nicht völlig in meinem Gehorsam, ließ er sich dennoch so gut führen und kontrollieren, dass er von allen Seiten nur gelobt wurde.
Arco zeigte sich mir in allen Bereichen, trotz mancher Macken, die er von seinem ersten Zuhause mit-brachte als so toller Hund, dass mir klar war, ich würde dem Deutsch Langhaar treu bleiben. Dass ich allerdings so schnell zu meinem zweiten DL kommen würde war nicht geplant, doch irgendeine Schick-

salsfügung wollte es wohl so. Meine Schweißhündin verstarb nämlich überraschend an einer Vergiftung. Der mir seit Jahren bekannte DL-Züchter meiner Wahl hatte auch just Welpen liegen, und so suchte ich mir die kleine Utha aus. Der verfressen-ste Welpe von allen, bis heute auch noch der verfessenste Hund, den ich je besaß. Sie hat es faustdick hinter den Ohren..!
Was sie jagdlich und auf ihren Prüf- ungen bringen wird, muß die Zeit zeigen. So weit ich das bisher ein-

schätzen kann, bringt sie jedoch die besten Vorraussetzungen mit, ein sehr guter Jagdhund zu werden.
Und Arco? Nun, an heißen Tagen geht es nicht mehr ganz so schnell, an kühleren wirkt er deutlich jüng-er. Seine nächsten Jagdeinladungen mit mir hat er, aufgrund seiner Leistungen, bereits erhalten, und bei der Arbeit blüht er ohnehin auf. Wenn alles nach Plan verläuft, wird Utha innerhalb der nächsten 2-3 Jahre die Jagd in dem Maße übernehmen, wie Arco langsam davon zurücktreten muß. So lange er allerdings noch freudig aufspringt wenn ich meine grünen Sachen anziehe, so lange darf er mit! Und sollte das irgendwann nicht mehr der Fall sein, ist ihm ein warmes Plätzchen auf dem Sofa sicher.
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