Johanniskraut: das blühende Kraut für den Tee schneidet man im Juni-August mit der Schere und hängt die Sträuße sofort zum trocknen auf. Johanniskraut ist heutzutage ein anerkanntes Arzneimittel gegen Depression und nervöse Unruhe, Schlafstörungen, Stimmungslabilität u.ä. Beschwerden. Um eine deutliche Wirkung zu erzielen, muß der Tee allerdings kurmäßig für 4-6 Wochen mit 2 Tassen pro Tag getrunken werden. Darüberhinaus ist die Pflanze aber auch bei Funktionsstörungen von Magen, Leber und Galle, Magen- und Darmschleimhautentzündung, Durchfall, Verbrennungen, Schnittwunden sowie Nervenschmerzen hilfreich. Da bei einer Kur Photosensibilisierung (Lichtempfindlichkeit) auftreten kann (aber keineswegs muß!) sollte man in dieser Zeit keine Sonnenbäder nehmen oder sich anderer intensiver Lichteinwirkung aussetzen.
Daß der Johannistag (24.Juni) früher eine sehr große magische Bedeutung hatte ist vielfach dokumentiert. Besondere Zauberkräfte trieben ihr Wesen und Unwesen, weshalb alles an diesem Tag gesammelte Johanniskraut, und natürlich auch die übrigen Heilkräuter, als besonders heilkräftig betrachtet wurden - sofern man sie auf die rechte Weise gesammelt hatte. Zu Kränzen gebunden sollten sie nun Haus und Hof mitsamt den menschlichen und tierischen Bewohnern vor vielerlei Unbilden bewahren, schlugen sie doch den Teufel in die Flucht und vertrieben Hexen und sonstige böse Geister. War man unglücklicherweise bereits mit behextem Vieh gestraft, konnte die Verfütterung von Johanniskraut plus Beifuß und Salz den bösen Zauber wieder aufheben.
Schopfiges Kreuzblümchen: sowohl Kraut als auch Wurzeln waren in Italien noch vor ein paar Jahrzehnten ein bewährtes Hausmittel gegen viele v.a. chronische Beschwerden der Atemwege wie Asthma, Bronchitis undLungenentzündung, aber auch Erkältun und Grippe.
Vorsicht allerdings vor überhöhter Dosis; außerdem soll das Kreuzblümchen im Falle von Verletzungen der Verdauungsorgane nicht eingesetzt werden.
(Lks. weisse, unten lks. rote Varietät)

Lanzett Kratzdistel

Lunaria annua

 

Nesselblättrige Glockenblume

Acker-Winde: ihre Blüten öffnen sich morgens zwischen 7 und 8 Uhr und schließen sich am selben Tag zwischen 13 und 14 Uhr wieder, dann sind sie verblüht. Also eine äußerst kurzlebige, dafür umso schätzenswertere Pracht am Wegesrand.
Malve: die Malve in ihren verschiedenen Arten gehört zu den altbekannten, vielseitigen Heilpflanzen. Der Tee aus Blüten und Blättern schafft bei leichten Magen- und Darmbeschwerden genauso Erleichterung wie bei Entzündungen des Verdauungstraktes, Verstopfung, Husten, Bronchitis, Erkältung im allgemeinen, Blasenentzündung, Entzündung der Harnwege, Gastritis, Übersäuerung und äußerlich angewendet bei den unterschiedlichsten Hautproblemen.
Mittlerer Wegerich: der Wegerich - in Form des Spitzwegerichs im Mittelalter gern gegen ünerwünschten Liebeszauber angewandt - ist heute ein bewährtes Hustenmittel (Tee mit Honig) und bei allen Erkrankungen der Atemwege nützlich. Außerdem gegen Durchfall, Blasenentzündung, übermäßigen Menstruationsfluß, Hämorrhoiden und Krampfadern, und ebenso für Wundheilung, Geschwüre und Pickel.

 

Rauhhaariges Weidenröschen

 

Purpur Orchidee

 

Süße Wolfsmilch

 

 

Waldakelei


Muscari comosum


Muscari comosum geöffnete Blüte
Taubenkropf Leimkraut: bevor die Pflanze ihre Blüten entwickelt, die übrigens durch Nachtfalter bestäubt werden, kann man die zarten Blätter wie Spinat zubereiten und z.B. als ausgezeichnete Raviolifüllung verwenden.
Schlehe: der Neuntöter lebt gern in Schlehenhecken und spießt seine Beute auf den langen, harten Dornen auf. Mag das den Sträuchern auch gelegentlich ein etwas grusliges Aussehen verleihen, ist die Schlehe doch in all ihren Teilen ein äußerst nützliches Naturheilmittel für den Menschen. Ihre winzigen Pfläumchen helfen bei Durchfall und lassen sich zu exzellentem Schnaps oder Likör sowie zu gesunder Marmelade verarbeiten. Aus den Blättern gewinnt man ein wirksames Blutreinigungs- mittel und einen Stoffwechselregulator, der bei bestimmten Formen von Fettleibigkeit und krankhaftem Heißhunger Erfolg bringt. Blätter und Rinde helfen bei Fieber und Asthma sowie als Tonikum der Verdauungs- organe. Aus den Blüten schließlich bereitet man Blutreinigungstee sowie harntreibenden, abführenden Aufguß.
Wiesensalbei: die ersten zarten Frühlingsblätter kann man wie Spinat zubereiten; sie schmecken besonders gut in der ital."frittata", einer Art Omelette. Ein Aufguß aus Salbeikraut als Zusatz im Fußbadwasser hilft gegen übermäßiges Schwitzen und seine Nebenwirkungen. Schon die alten Pharaonen kannten den Salbei als Heilmittel, das die Verdauung fördert, die Nerven beruhigt und die Menstruation unterstützt. Sei angemerkt, daß der Wiesensalbei in etwa dieselben therapeutischen Eigenschaften besitzt wie sein berühmter Bruder, Salvia officinalis, aber nur in ungefähr der halben Quantität.
Wasserminze: die Wasserminze enthält geringere Mentholmengen als die allseits bekannte Pfefferminze, die übrigens aus erster entstand. Minze wird allgemein bei Erkältung, Grippe, Verdauungsstörungen, Koliken und Blähungen eingesetzt, ferner für Inhalation und als Massageöl, für Waschungen, Wickeln und Bäder. Übrigens vertreibt ihr Geruch manche Insekten, was sie in den warmen Monaten besonders nützlich macht. Ein paar frische Blättchen geben aber auch dem gemischten Salat, dem Obstsalat oder dem Eisbecher eine besondere Note, und viele, regionale Rezepte der italienischen Küche schließen Wasserminze als aromatische Besonderheit ein. Achtung: vom zu langen Gebrauch der Inhalation mit Pfefferminzöl raten Experten ab und weisen darauf hin, es nicht bei Kindern anzuwenden.
Walderdbeere: die Blätter für den Tee kann man im Mai-Juni sammeln; die Erdbeeren sind etwa im Juli reif. Der Tee hilft bei Durchfall und Katarrhen der Atemwege, als Gurgelmittel bei Zahnfleisch- u Rachenentzündung. Die Erdbeeren selbst empfehlen sich gegen Hautausschlag, Nierengries- und steine.
Vogelnest Orchidee: "Besitzt kein Chlorophyll und kann daher organische Stoffe nicht photosynthetisch aufbauen. Diese Stoffe bezieht sie von dem Pilz Rhizoctonia neottiae auf dem sie schmarotzt; Pilzfäden die in die nestartig verschlungenen Wurzeln eindringen, werden in bestimmten Zellen verdaut." (Aichele, 1994)
Zweigriffliger Weißdorn: Blüten (während des Aufblühens) und Blätter für den Tee im Mai-Juni sammeln; die Früchte ("Mehlbeeren") im Oktober. Es ist längst wissenschaftlich erwiesen, daß die Inhaltsstoffe des Weißdorns, v.a. die Flavonoide, die Durchblutung der Herzkranzgefäße, des Gehirns und die Tätigkeit des Herzmuskels steigern.
Weiße Waldrebe: in Mitteleuropa wachsen nur wenige Lianen, die Weiße Waldrebe ist eine davon. Im Winter erkennt man sie gut an ihren wollknäuelartigen Fruchständen.
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