Trittsiegel und andere Tierspuren
Von Sabine Middelhaufe

Die Spuren zu lesen, die Tiere in der Natur hinterlassen ist eine unerhört spannende Geschichte, nur am Anfang nicht ganz so einfach. Erschwert wird die Sache gerade bei Trittsiegeln meist noch dadurch, dass man in Bestimmungsbüchern ja Zeichnungen oder Fotos sieht, die gestochen scharf und präzise den ganzen Abdruck zeigen, den Pfote, Fuss oder Schale hinterlassen. Dummerweise geht es einem draussen in der freien Natur dann oft so, dass man nur teilweise oder unscharfe, überlappende oder in Schnee und Schlamm zerlaufene Trittsiegel findet und überlegt dann Kopf kratzend, was das wohl ist, was man da vor sich hat. Im folgenden finden Sie deshalb verschiedene Varianten von Abdrücken und anderen Spuren, die Ihnen vielleicht helfen, das Rätsel zu lösen.

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Reh


Oben: Trittsiegel vom Reh, Länge ca. 4,5 cm.
Unten: übertretene Trittsiegel. Im Schnee zerlaufene Abdrücke sind grösser als in Wirklichkeit.


Trittsiegel vom Reh, Länge ca. 4 cm

Oben und unten: Es ist nicht immer sofort klar, ob da ein Reh oder ein kleineres Schwein gelaufen ist. Häufig zeichnet sich auch beim Reh das Geäfter (Afterklauen) deutlich ab, dann muß man darauf achten, ob das Geäfter weiter auseinandersteht als die Schalen. Sind Geäfter und Schalen etwa gleich breit, war es Rehwild, ist das Geäfter breiter als die Schalen, waren es Sauen.



Oben: Ein Fest für den Spurensucher - Reh, Fuchs und Marder haben sich reichlich verewigt.
Unten: wo Wild durch Büsche wechselt kann man auch einzelne Haare finden, wie hier vom Reh.


Oben: Schlafmulden von Rehen.
Unten: Direkt daneben abgebissene Triebe von Bäumen.


Von Rehen verbissener Ilex. (Foto: Engelbert Braun)


Oben und unten: Kotpillen vom Reh. Diese Losung kann man an der Form mit "Zäpfchen" und "Näpfchen" gut erkennen.


Unerwünschte Spuren: wenn der Rehbock im Frühjahr den Bast von den neuen Stangen "fegt" reibt er sie an jungen Bäumen, die diese Beschädigung oft nicht überleben.


Im Herbst wirft der Rehbock seine Stangen ab.


Rehhaare auf einer Wiese. Ursache unbekannt.


Rehkitze sind ihren Feinden schutzlos ausgeliefert und werden oft schon kurz nach der Geburt erbeutet. Die Hufen oder besser gesagt "Schalen" dieses Kitzes waren knapp 1 cm lang.


Wie dieser Bock im Sommer zu Tode kam ist nicht bekannt.

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Wildschwein


Trittsiegel vom Wildschwein, ca. 6,5 cm lang


Zum Vergleich: Abdruck Mensch und Trittsiegel vom jungen Wildschwein, ca. 6 cm lang


Oben und unten: gespreizte Schalen weisen auf eine eilige Gangart hin.


Gut sichtbar: das Geäfter. (Foto:Charlotte Schmitz)


Oben und unten: Trittsiegel. (Foto unten: Engelbert Braun)


Oben und unten: Spur von Sauen.


Oben und unten: Bei diesen Sauenfährte durch den Schnee, erkennt man deutlich den Verursacher. Häufig, besonders bei nicht so hohem Schnee, sind diese Fährten auch schmutzig. (Foto unten: Engelbert Braun)


Schmutzige Schweinefährte. (Foto: Engelbert Braun)


Oben: hier sieht man ein typisches Zeichen im Trittsiegel der Sau, nämlich die deutlichen Eindrücke des Geäfters (Afterklauen)
Unten: Abdruck eines Laufpaares


Oben und unten: Kot oder "Losung" vom Wildschwein.


Oben: die Suhle, das beliebte Schlammbad der Wildschweine.
Unten: nach dem Bad im Schlamm reiben Sauen sich gern ausgiebig an nahe stehenden Bäumen, die allmählich eine dicke, getrocknete Schlammschicht bedeckt, in der man mitunter Spuren der Borsten entdeckt oder sogar einzelne Borsten selbst


Oben: sardischen Kiefer als Malbaum. Die Rinde wird mit den Hauern sowohl der Keiler als auch der Bachen immer wieder angerissen, um den Harzfluss in Gang zu halten. (Foto: Engelbert Braun)


Oben und unten: die Schwarzwildfährte führt zu einem frischen Aufbruch. (Fotos: Engelbert Braun)


Oben: auch hier besteht kein Zweifel, dass Sauen gewühlt haben.


Eine Rotte Wildschweine hat auf Futtersuche die Wiese umgegraben, etwas das der Bauer gar nicht schätzt.


Rechts zwischen den Eichen haben die Sauen umgedreht, links Rehe geplätzt. (Foto: Engelbert Braun)


Vom Jagdhund gefundener Schädel und Unterkiefer eines Wildschweins. (Fotos: Engelbert Braun)

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Hase


Oben: deutliche Pfotenabdrücke des Hasen.
Unten: Hasenwolle.

 


Oben: Feldhasenspur. (Foto: Reino Toivanen, Finnland)
Unten: Feldhasenspur.


Schneehasenspur. (Foto: Reino Toivanen, Finnland)


Kotpillen vom Hasen.

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Alle Fotos wenn nicht anders angegeben: Sabine Middelhaufe
 

 

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