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Biografisches
Als
ich 1957 in Bochum das smogverhangene Licht der Welt
erblickte
hatte niemand in meiner Familie auch nur die geringste
Vorahnung; wahrscheinlich weil ich weder Schlappohren
aufwies, noch
andere Merkmale einer caniden Zukunft.
Dass ich schon in der Startphase meines Erdenlebens
verrückt war nach allem, was unter den Begriff "Tier" fällt
und einige Jahre später begann,
kiloweise die Pferdebücher aus der Stadtbücherei zu
verschlingen fand niemand seltsam, denn welches kleine
Mädchen fühlte sich nicht (zumindest)
von Pferden magisch angezogen? Mein familieninternes Statement
im Volksschulalter, wenn ich einmal gross wäre Schriftstellerin
oder Tierlehrerin zu werden, am besten aber beides, fand
schändlicherweise
kaum Beachtung. Tatsächlich blieben tierpädagogische
Bemühungen meinerseits zu dieser Zeit auch noch gänzlich
aus. Das hatte die bedauerliche Folge, dass unser
Goldfisch weiterhin ohn' Unterlaß aus seinem erbarmungswürdigen,
kleinen Rundglas sprang, bis meine Schwester ihn eines
Morgens
versehentlich tot trat, die beiden Hamster meines Bruders
bis zu ihrem traurigen Ableben bissig blieben, unsere
gemeinsame
Schildkröte auf Nimmerwiedersehen verschwand, die Mäuse
im Kartoffelkeller weiterhin Reißaus vor mir nahmen
und so weiter.
An ein eigenes Pony war natürlich überhaupt nicht
zu denken, und mein Vater erstickte jede Hoffnung auf einen
Welpen, oder wenigstens ein Kätzchen im Haus sofort im
Keim. Demzufolge blieb mein Wunsch nach einem eigenen Hund
für lange Zeit auf "Foxi" beschränkt,
den Holzwolle gefüllten Foxterrier auf Rädern, der
mich gemeinsam mit zwei Teddys und diversen anderen Stofftieren
loyal, stubenrein und liebevoll durch die Kindheit begleitete.
Ob es nur am fehlenden Vierbeiner lag weiss ich nicht
mehr, aber es ist urkundlich belegt, dass ich mit siebzehn
allein gen Norden zog, in Hamburg das Abitur machte, und dann
dort anfing zu studieren. Architektur. Nicht Schriftstellerei
oder Tiererziehung.
An einem unbestimmten Tage Anfang 1977 jedoch steckten dann die Nornen
geheimniskrämerisch ihre Köpfe zusammen, flüsterten
miteinander und plötzlich erschien in meinem von Statik
und Bauphysik geplagten Hirn der Gedanke: "Hey, Moment mal!
Ich hab' doch längst meine eigene Wohnung und könnte
endlich einen Hund halten!" |
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Erinnern Sie sich vielleicht auch noch an das unbeschreibliche
Hochgefühl, als Ihnen auf einmal klar war, dass Sie jetzt
wirklich und wahrhaftig den Hund zu sich nehmen würden,
den sie schon als Kind erträumt hatten?
Für mich jedenfalls war dieser Augenblick schicksalhaft,
und als ich am 7.7.1977 meinen achtwöchigen Blauschimmel
Cocker Jessica in den Arm gedrückt bekam, änderten etliche Planeten
ihren Lauf, karmische Kräfte begannen zu wirken, ich
war selig wie nie zuvor und Jessica leckte mir begeistert
die Nase.
Damit
ich auch wirklich begriffe worum's im Leben künftig
gehen
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würde, fügten die Nornen es, dass das Fernsehen einige Tage später eine Sendung über
Eberhard Trumler brachte, seine Wildhunde, seine Forschung,
seinen Groll gegen
die bloßen Hundevermehrer, gegen absurde, tierquälerische
Rassestandards. 45 Minuten TV, die in mir eine innere
Kulturrevolution auslösten.
Mit Hunden leben! Hunde
beobachten und verstehen! Hundeverhalten dem Menschen
nachvollziehbar
machen! Nicht als Business, nicht als dubioser Egotrip, sondern
um der Hunde selbst willen!
Na ja, zuerst einmal lagen die langen
Sommersemesterferien vor uns. Jessica
wurde stubenrein, verlor ihre Milchzähne, tobte
und schmuste wie das nur Welpen können, lernte zu gehorchen,
entdeckte, dass sie ein Jagdhund ist und liess mich
ernsthaft fragen, wie ich 20 Jahre ohne sie hatte existieren
können. Dann wurde es Herbst, und die Uni ging wieder los.
Ich weiss noch genau wie oft ich morgens |
im Dunkeln auf dem Bahnsteig stand, auf die S-Bahn wartete und dachte: "Die
erste Vorlesung ist Bauentwurf (oder Bauchemie oder Statik),
und da muss ich hin
aber Jessica ist ganz
allein; bestimmt heult sie schon in kompletter Verzweiflung. Ausserdem
würd' ich eh lieber mit ihr spazieren gehen als die
verdammte Vorlesung zu hören
" Und dann
dieses Gefühl
von Befreiung wenn ich auf dem Absatz kehrt machte, nachhause
rannte, Jessica anleinte und mit ihr im ersten Dämmerlicht
durch die Felder und Wiesen außerhalb Hamburgs
streifte, und soll der Teufel den Bauentwurf |
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holen! Erinnern Sie sich noch, wie Ihr Hund als Welpe war? Zu jeder
Tages- und Nachtzeit voll sprühender Lebenslust, hellwach
und zu allen Schandtaten bereit, sozusagen? Wie er draussen
in der freien Landschaft alles wahrnahm, anzeigte, Ihnen
verständlich machte? Da sitzt der Hase, dort oben klettert
aufgeregt das Eichhörnchen, hier muss ein Fuchs
entlanggeschnürt sein, dort sind die Kotpillen vom
Reh! Schau, Mensch, die Kühe auf der Weide dösen
noch, aber natürlich könnte ich mal eben
unter der Umzäunung durchschlüpfen und sie alle ordentlich
aufwecken! Soll ich? Von denschlafmützigen Enten
im Teich ganz zu schweigen! Aber, oha! jetzt kommt der
griesgrämige
Nachbarshund vor dem ich mich fürchte, und da drücke
ich mich doch lieber eng an deine Beine, damit du mich beschützt!
Erinnern Sie sich an diese unvergleichliche Erfahrung von
wortloser Kommunikation und Gemeinschaftsgefühl, diese
einzigartige Empfindung, dass Sie einem jungen Geschöpf
einer ganz anderen Spezies Beschützer, Lehrer, Komplize
und Freund sein können? Die ansteckende Daseinsfreude
des Welpen, sein absolutes Vertrauen in Sie, die totale
Bereitschaft,
mit Ihnen durch dick und dünn zu gehen? |
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Natürlich sah ich sehr schnell ein, dass Jessica
und Vollzeitstudium nicht zu vereinbaren waren, und beantragte
erst mal ein Urlaubssemester. Um ihr Alleinsein künftig
aufs vertretbare Minimum zu reduzieren, zogen wir von der
Peripherie in die Stadt, aber dorthin, wo es gute Auslaufmöglichkeiten
für sie gab.
Wie ich es trotz häufiger Abwesenheit im Hörsaal
hinkriegte, mein Studium erfolgreich zu absolvieren, weiss
ich wirklich nicht. Hingegen weiss ich mit Bestimmheit,
dass Jessica der einzige Hund war, der an den Examen
teilnahm. Während ich über meinem Abschluß-Entwurf
schwitzte, apportierte sie vorn im Saal Papierkugeln,
die
ihr die Aufsicht führenden Professoren geschickt warfen,
oder sie erschmeichelte sich Schinkenbrötchen von
meinen Kommilitonen. Das heisst, sofern sie nicht
auf der Fensterbank sitzend aufmerksam den Verkehr in
der City Nord beobachtete
Dass ich dieses ganze, inzwischen sinnlose Studium überhaupt zu einem ehrenvollen Ende brachte, dafür gab es übrigens nur zwei |
Gründe: erstens hatte ich mir und Jessica
zur Feier meines akademischen Titels "Dipl.-Ing." einen
achtwöchigen English Springer Spaniel versprochen,
und ausserdem wollte ich nach der Architektur in
aller Ruhe Philosophie und Theologie studieren, denn
Lorenz, Trumler
und Giordano Bruno hatten mich inzwischen gelehrt, dass
Hundeforschung auch mit Naturphilosophie zusammenhängt.
Nun, kurz vor meinem 23. Geburtstag erhielt ich meinen ersten
akademischen Titel, und kurz nach meinem 23. Geburtstag
erhielt
ich, sehr viel bedeutsamer, meinen zweiten Hund, Jana , braun-weiß mit Loh,
pummelig, blauäugig, frech. |
Hatten
Sie je das Vergnügen, Ihrem erwachsenen Hund dabei
zuzuschauen, wie er einen Welpen erzieht? Und wie das Band
zwischen den beiden
allmählich wächst, sich festigt, ein echter Bund
fürs
Leben wird? Wie sich die zwei Tiere aufeinander einstellen
und auf Sie? Ich erdreiste mich zu behaupten, dass Sie
dabei mehr über angewandte Theologie und Philosophie
lernen können, als Bücherstaub hüstelnd in
einem Universitätsstudium.... Was mich nicht hinderte, letzteres |
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trotzdem noch etliche
Semester lang zu tun, in meiner Freizeit wohlgemerkt,
wenn ich also
nicht Hunde beobachtete, filmte,
fotografierte, Protokolle führte und verglich.
Jemand, der so richtig vom "Hunde-Virus" befallen
ist, dem macht es auch Freude, seine Beobachtungen und Schlussfolgerungen
mitzuteilen. Und so erschien 1982 mein erstes kleines Buch; eine Rassemonografie des English Springer Spaniels. Aber mich reizte auch, eigene
Theorien in Sachen Zusammenleben und Ausbildung auszuprobieren
weshalb kurz vor Janas 4. Geburtstag ein neues Mitglied
in unsere Familie kam: Gordon Setterwelpe Gina .
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Ans Unistudium war an diesem Punkt natürlich
nicht mehr zu denken. Ich brauchte alle Zeit für mein
Trio und Hunde im allgemeinen. (Wahrscheinlich hat die evangelische
Kirche an mir aber ohnehin keine besonders wünschenswerte
Pastorin verloren; man denke nur an die Hunde, die Sonntag morgens
während meines Gottesdienstes garantiert Kauknochen
knabbernd vor der Kanzel herumgelungert hätten, in
Erwartung ihres ersehnten Spazierganges
.)
Während
Ginas Kindheit hatten wir einen Hunde-Freund, der seinen
Riesenschnauzer
gerade für die Schutzhundprüfung vorbereitete. Er
(ich meine den Freund) hat, glaube ich, nie so ganz verstanden,
wieso ein 7 monatiger Setter immer, allsogleich und absolut
zuverlässig "Down" macht - und dabei spitzbübisch
mit der Rutenspitze wedelt. Gina machte dieser Befehl offensichtlich Spass.
Dank Jessicas und Janas ebenso |
tatkräftiger
wie subtiler Unterstützung hatte sie Gehorsam auf lustvolle
Weise gelernt und tat deshalb einfach gern was ich
ihr auftrug.
Genau an dieser Stelle der Geschichte steckten die Nornen
ihre Köpfe erneut zusammen, munkelten miteinander, und am
selben Abend rief Eberhard Trumler mich an und erklärte
sich sehr interessiert an meiner Mitarbeit in seiner Haustierkundlichen
Forschungsstation Wolfswinkel.
Drei Wochen später zogen wir zu ihm und seiner Familie,
wo gerade die Arbeit
an dem Buch "Das Jahr des Hundes" im Gange
war.
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Heute trägt die Station Trumlers Namen, und ich nehme
an, die Atmosphäre ist eine ganz andere.
Damals gab
es noch das berühmte Scheich-Gehege, von
dem
"Das Jahr des Hundes" berichtet, und das Gehege
mit Arka (Wolf - Irish Wolfhound - Scottish Deerhound - Mischling)
und
ihrem Saluki-Gatten Ygal, der den Wildhunden zeigte, was Monogamie
bedeutet. Und dann waren da die Neuguinea-Dingos, die Parias,
die Schakal-Hund-Mischlinge, ein paar "gemeine" Haushunde,
und in der guten Stube natürlich ein Paar Italiensche
Windspiele.
Für mich war das der erste Kontakt mit Wildhunden, und
ich wüßte nicht wie ich das Gefühl beschreiben
soll, als der erste Dingo, nach meinem tagelangen Stillsitzen
im Gehege, endlich die Nase nach meiner Hand reckte und sich
sanft streicheln ließ. |
Ich
zögerte
hingegen ziemlich lange ehe ich zum ersten Mal wagte, in
das weiträumige Gehege der Wolf-Windhundkreuzungen
zu gehen. Arka und ihre Nachfahren waren nicht nur beeindruckend
große
Wolf-Hunde, sondern besaßen allesamt ein ausgeprägt
wölfisches Verhalten. Wanderte ich durch ihr Gehege,
folgte garantiert das gesamte Rudel in Sicherheitsabstand
aber voller Alarmbereitschaft; mußte ich mal hinter
einem Gebüsch verschwinden, überdeckte Arka in
Person unverzüglich meine unverschämte Duftmarke,
und verliess ich ihr Territorium schließlich, versammelte
sich die ganze Gruppe am Zaun und blickte mir mit rätselhaften
Wolfsaugen schweigend nach. |
Arka hatte zu jener Zeit Welpen, und abgesehen von der Routinearbeit
diverse Gehege zu beobachten und zu filmen, konnte ich ein
anderes Projekt verfolgen: Die Integration eines Wildhundwelpen
in eine Haushundegruppe plus Mensch. Die sandfarbene
Arka-Tochter Alyscha lehrte
mich und meine drei britischen Jagdhundedamen in Rekordzeit, dass Haus- und
Wildhunde, seien letztere auch schon mit Haushund vermischt,
zwei ganz verschiedene Paar Schuhe sind,
und als wir 1985 die Station wieder verliessen, mußte
ich Alyscha zurücklassen - das Leben mit uns, zumal
ausserhalb der Station, wäre für sie der
pure Dauerstress gewesen.
Allerdings hatte mich die Arbeit mit Trumler überzeugt,
dass ich unbedingt weiter in der Rassehundeforschung
arbeiten wollte, aber irgendwo, wo es mehr abgeschiedene Gegenden
gab - in Italien zum Beispiel. Folglich zogen wir, Jessica, Jana, Gina und ich, in die Toskana,
genauer gesagt in die Apuanischen Alpen. Dort oben in den
verlassenen Bergen startete ich das Projekt "Gordon Setter". |
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Für etliche Jahre studierte ich (oder vielmehr: wir,
schliesslich halfen ja alle Hunde mit) die Jugend-entwicklung
der Gordonwürfe.
Bis die Schicksalsweberinnen etwas ganz Übles ausheckten:
irgendein Irrer warf unbemerkt Giftköder in mein Grundstück.
Ich wünsche Ihnen von Herzen, daß Sie diese Erfahrung
nie machen werden.
Das Gift (Strychnin, nach Meinung des Tierarztes) führte,
entsprechend der geringen Dosis, zunächst zu Erbrechen.
Als es Stunden später das Gehirn erreichte, stürzte
sich der betroffene Hund plötzlich knurrend auf den erstbesten
Gefährten neben sich, und dann rastete er aus, wurde
im wahrsten Sinne des Wortes verrückt.
Gordon Junghündin Rana, nachdem sie sich nachts knurrend
auf ich weiss nicht welchen Kumpan gestürzt hatte,
zerstörte
während ihres folgenden Amoklaufes den gesamten, sehr
stabilen Hüttenkomplex der sechs Hunde vorm Haus,
verbiß
sich dann in der Hüttenpolsterung, fiel ins Koma und
starb erst Stunden später. Nur drei Tage darauf griff
Jessica nachts plötzlich den Gordon David an und bekam
dann schauerliche Laufanfälle, während derer
sie, ohne noch zu wissen, was sie tat, wie zwanghaft
kurze Strecken
im Grundstücke herumraste, dann zuckend zusammenbrach,
heulte, und wieder versuchte zu rennen.
Ich wohnte allein in den Bergen, natürlich weitab vom
nächsten Dorf, ohne Auto, ohne Telefon, ohne Verbindung
zu irgendwem, und meine Hunde auf diese Weise sterben zu
sehen
war alles andere als erbaulich.
Nachdem ich Rana und Jessica beerdigt und endlich begriffen
hatte, dass ein Giftleger sein Unwesen trieb, war mein
einziger Gedanke, die Gruppe unverzüglich zu verkleinern,
denn es gab keinen Ort, an den wir so plötzlich hätten
umziehen können, und mehr als zwei Hunde konnte
ich in dem grossen Grundstück nicht beaufsichtigen.
Ich hatte noch Monate Angst vor diesem unbekannten Menschen,
der
meinen Hunden grundlos und gnadenlos einen derart qualvollen
Tod bescherte, aber er tauchte nie wieder auf.
Nur Jana und die fehlfarbene Gordon Junghündin Suki
blieben bei mir - wochenlang mit Maulkorb sogar im eigenen
Garten
Seltsam sind die Verstrickungen des Schicksals
- ein halbes Jahr später bekam ich nämlich einen
neuen Hund. Das trug sich folgendermaßen zu: Jemand
fuhr mit seinem dreifarbigen Englisch Setter Rüden
in die stillgelegten Marmorbrüche oberhalb meines
Hauses und band das Tier dort mit einem Seil an. Tatsächlich
sah ich den hübschen Kerl (ich rede natürlich
vom Hund) beim Morgenspaziergang in der Ferne dasitzen,
dachte
mir aber nichts Böses, ausser, dass es ihm
unter der glühenden Sommersonne ganz schön warm
sein müsste. Der Jemand fuhr irgendwann an meinem
Grundstück vorbei bergab. Am folgenden Tag war auch
der Hund verschwunden. Seltsamerweise jedoch hatte er
ein durchgebissenes
Seil hinterlassen. |
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Seltsamerweise
wuselte nun auch jede Nacht etwas durch den Garten, liess
sich aber nie von mir erwischen. Erst drei Wochen später
"stellten" Jana und Suki den Eindringling bei einer
nächtlichen Pinkelrunde. Dass der Rüde,
von mir auf den Namen Paul
getauft, abgemagert war, kann man sich leicht vorstellen.
Um seine Panik vor mir, dem Menschen, zu verstehen, muss
man allerdings in die tiefsten Alptraumwelten steigen, die
die Seele eines Hundes bedrücken können. Ich
will hier nicht beschreiben, wielange es dauerte, um Paul
davon
zu überzeugen, dass ich ihm genauso wohlgesonnen
war wie Jana und Suki. Oder wie er anfangs beim Wittern
von
Federwild ausnahmslos immer die Rute klemmte, sich zu mir
schielend kurz duckte, und dann einfach weiterging und so
tat, als hätte er nichts gefunden. Oder wie er, nach
etlichen Monaten bei uns, mein
perfekter Schutzhund gegenüber allen Männern wurde, obwohl
sich die Herren ganz und |
gar
friedlich verhielten. Oder
wie dieser große Rüde mir panisch auf den Schoß
sprang, als er zum ersten Mal nach langer Zeit die Stimmen
von Jägern in der Nähe hörte. Natürlich
half er zu diesem Zeitpunkt den zwei Hündinnen ansonsten
tüchtig
und völlig unverklemmt beim Suchen und Vorstehen und
war der Stolz in Person, wenn er mich auf seine Beute hinwies.
Der Korrektheit willen hatte ich Pauls Fund natürlich
bei der nächstgelegenen Kaserne der Carabinieri gemeldet.
Vielleicht kam es dadurch, daß der örtliche Tierschutzverein
auf mich aufmerksam wurde. Jedenfalls stieg zum Sommerende
hin
eines der Mitglieder auf meinen Berg und fragte, ob man nicht
einige Welpen bis zur endgültigen Vermittlung bei mir
unterbringen könne. Klar doch! Und so entstand in unserem
grossen
Grundstück bald so eine Art Hunde-Kinderheim. Als der
Besitzer des Hauses in dem ich lebte von der Aktion erfuhr,
brachte
er mir zwei Welpen seines Lupo Italiano Paares, die ihm daheim
den Garten zu ruinieren drohten, und die er, obwohl die übrigen
Wurfgeschwister schon vergeben waren, noch nicht hatte vermitteln
können.
Besonders gut erinnere ich mich an Binna, einen
etwa vierwöchigen Pointer-Segugio-Mischling. Nicht
nur weil sie das Prinzip der Stubenreinheit komplett missverstand
- sie sprintete vom Garten ins Haus, um zu pischern etc.,
sondern
vor allem, weil sie der erste junge Welpe war, mit dem das
nun erwachsene Setterpaar Suki und Paul Kontakt hatte. |
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Suki
war bei Binnas Ankunft gerade scheinschwanger, und nachdem
die Kleine ergebnislos versucht hatte, bei Jana und Paul
die vertraute Milchbar zu finden, endete sie zwangsläufig
bei Suki - und wurde fündig. Der nahezu verklärte
Gesichtsausdruck der Gordonhündin, wenn Binna wohlig
schmatzend das bißchen Milch aus ihren leicht
geschwollenen Zitzen sog, wäre ein Foto wert gewesen.
(Aber natürlich
hatte ich ausgerechnet da keinen Film in der Kamera.) Der
Tierarzt erklärte, es sei in Ordnung für
die Hündin,
und folglich liess ich der Natur ihren Lauf. Binna wurde
Sukis Adoptivtochter, und Paul sammelte erste Erfahrungen,
was es bedeutet, Vater zu sein, denn der Welpe adoptierte
ihn einfach als solchen mit. Vielleicht brachte Binna sie auf
den Gedanken, und außerdem fand Suki den ungefähr
gleichaltrigen Engländer Paul ohnehin sehr anziehend.
Tatsache ist, daß sie ihn bei der nächsten Frühjahrsläufigkeit
unter diversen (streunenden) Bewerbern
zu |
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ihrem Gatten erwählte, ihm ihre Jungfernschaft
opferte und schließlich drei English und drei Gordon
Setter farbene Welpen gebar. (In meinem Bett, nebenbei
bemerkt, obwohl
sie die Wurfkiste zunächst ach so wunderbar gefunden
hatte
) Mit Papa Paul und Tante Jana hatte sie gute
Unterstützung,
und die lieben Kinder gediehen prächtig. Ebenso meine
Forschungsarbeit mit ihnen.
Kaum waren alle Welpen - Setter, Lupo Italiano und Tierschutzhunde-
vermittelt, flüsterten die Nornen mal wieder und wir
mussten den einsamen Berg verlassen: Der Besitzer
des Hauses hatte eigenen Bedarf angemeldet.
In der Etagenwohnung im Dorf gestaltete sich die Haltung von
zwei Damen und einem Hundeherrn sehr schwierig, zumal Paul
auf den Geschmack gekommen war und die Welt mit seinen Nachkommen
füllen wollte.
Gott sei Dank lernte ich gerade rechtzeitig einen Jäger
namens Paolo kennen, dessen Hund vor kurzem
gestorben war, und der Paul trotz dessen allgemeiner Skepsis
gegenüber
Männern (und Kindern) äusserst sympathisch
fand. Erstaunlicherweise bekundete auch Paul eine spontane
Sympathie für Paolo. Unter der Bedingung, dass
Paul unverzüglich zu mir zurückkäme, wenn
der eine oder andere Herr mit der Veränderung nicht
glücklich
wäre, zog Paul zu Paolo. Zu meiner Freude verstanden
sich die beiden ruhigen, sensiblen Gesellen ausgezeichnet,
und so war unser Engländer gut versorgt, zumal sein
neuer Herr ihm etwas bieten konnte, wonach er inzwischen
richtig
lechzte: im Ernst jagen zu gehen nämlich!
Hätten sich doch die Schicksalfäden nur nicht schon
wieder verwirrt
! Suki starb wenig später von
einer Viper in die Lefze gebissen, und Jana, ihr Leben
lang daran
gewöhnt, vierbeinige Kumpanen um sich zu haben, wollte
so ganz ohne die anderen auch nicht mehr, gab ihrem Krebsleiden
nach und starb im selben Monat wie Suki. |
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Der Schock, plötzlich ohne Hund zu sein, war niederschmetternd.
Ich füllte ständig Wasser- und Futternäpfe
für Hunde, die nicht mehr lebten und zückte die
Leinen zum gewohnten Spaziergang, obwohl es keine Hunde mehr
gab, die mich hätten begleiten können.
Meine englische Freundin im Nachbarort, die vor langer Zeit
Gina übernommen hatte, (eine komplizierte Geschichte,
die an anderer Stelle erzählt wird) erklärte
just zu dieser Zeit, Kinder und Gatte seien des Hundes
müde.
So kam Gina nach Jahren des Exils überglücklich
zu mir zurück.
Man kann nicht in einem italienischen Bergdorf leben und in
dessen Umgebung mit einem Hund spazierengehen, ohne Bekanntschaft
mit herrenlosen Hunden zu machen. |
Nr.
1 war Purzel.
Die, der Entwicklung der Zähne nach zu urteilen
vielleicht achtwöchige Hündin erschien eines
Tages auf dem Dorfplatz - Herkunft unbekannt. Purzel
war lackschwarz mit
weißem Latz und drei weißen Pfotenspitzen. Auf
dem Rücken trug sie dichtes Langhaar, das Richtung
Kopf zu Rauhhaar wurde und, wie sich das gehört, buschige
Augenbrauen und einen hübschen Bart bildete. Auch
die Läufe waren rauh behaart;
nur der Schwanz fiel
ziemlich aus der Rolle, hätte er
doch einen Schäferhund gut gekleidet. Purzels Ohren
boten eine verwirrende Vielfalt, denn obwohl dreieckig und
relativ
groß, hatten sie noch nicht entschieden, was sie werden
wollten: Steh,- Kipp- oder Rosenohren. Vom Format her erinnerte
die junge Hündin verblüffend an Basset oder Dackel,
denn sie war nicht nur extrem lang, sondern stand auch
auf
sehr kurzen, stämmigen, leicht krummen Läufen,
und ihren |
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Schäferhundschwanz trug sie hoch aufgerichtet
wie eine Laufhundrute.
Diesmal tuschelten nicht die Nornen, sondern mein deutscher
Tierarzt Freund, der gerade zu Besuch war, mit mir. Nach
nur
ganz kurzer Überlegung adoptierte und taufte er Purzel
auf eben diesen Namen, schmuggelte sie bei der Rückreise
im Flugzeug irgendwie mit nach Berlin und erzählte
mir etliche Monate später, ihr Bart sei inzwischen
rostbraun. |
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Diverse andere, erwachsene Hunde folgten Gina und mir bei
den Spaziergängen, und taten einfach so, als ob sie
zu uns gehörten. Ich war mehr als willig, sie zumindest
zeitweise aufzunehmen - nicht so Gina. Draußen verhielt
sie sich einfach nur spröde, um es nett auszudrücken,
aber betraten die Gäste dann wie selbstverständlich
ihr Heim erster Ordnung wurde sie zur Furie. Niemand
hielt
ihren Psychoterror länger als ein paar Tage aus. Niemand
außer Scheich.
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Dieser
sandfarbene Schäferhundmischling hatte eine traurige
Geschichte zu erzählen. (Aber natürlich erzählte
nicht er sie mir, sondern der Postbote, der alles mitangesehen
hatte.)
Also, dieser Rüde wurde eines abends vorm Nachbardorf
von einem vorbeifahrenden LKW geworfen, brach sich dabei
den rechten
Vorderlauf, wurde von einem Augenzeugen (Briefträger)
aufgesammelt, adoptiert und versorgt. Zur Ruhe kam der Hund
leider nicht.
Er humpelte täglich die Asphaltstraßen zwischen
den Dörfern entlang, vielleicht auf der Suche nach Herrn
und Heim, wer weiß. Das böse Glück wollte
es, daß er bei der (hoffnungsvollen?) Verfolgung
eines Lkws erneut angefahren wurde. Wieder
ein Bruch des
rechten
Vorderlaufs. Leider gab es |
diesmal keinen Briefträger,
der ihn zum Tierarzt brachte, und so verheilte der Bruch
schlecht. Der Rüde lungerte weiterhin zwischen
dem Dorf, wo man ihm vom LKW geworfen hatte, und unserem Dorf
herum, und als ich ihn zum ersten Mal sah, fiel mir sofort
die
Verdickung oberhalb der rechten Pfote auf; die alte Bruchstelle.
Vor allem aber fiel mir auf, daß Gina ihn tollerierte,
als er uns nachlief - er überschlug sich nämlich
fast, um ihr seinen Respekt zu bekunden. Na gut, dachte
ich, und ließ
ihn ins Haus kommen. Haustüren waren ihm suspekt, Treppen
erst recht, und sich in einer Wohnung zu bewegen fand er extrem
befremdlich. Aber scheinbar mochte er mich und Gina und überwand
seine Skepsis. Die Inspektion der Zähne, Hoden und des
Allgemeinverhaltens legte nahe, daß der von mir so
benamste Scheich noch nicht einmal ein Jahr alt war. Tatsächlich
verhielt er sich Gina gegenüber wie ein unterwürfiger
Junghund, und das allein bewegte sie, ihn zu dulden. Und
so
kam es, daß Scheich für viele Monate bei uns blieb,
sesshaft wurde, aufhörte, den LKW zu suchen, und
schließlich
von den schon erwähnten Tierschützern an einen neuen, permanenten Besitzer vermittelt werden konnte.
Unterdessen hatte ich eingesehen für das Leben in einem
italienischen Dorf kein genügend widerstandsfähiges
Nervenkostüm zu besitzen und fand nach langer Suche
in den Bergwäldern einen verfallenen Stall, den ich
in ein bewohnbares Domizil umbaute. Gina, nun neun, schon
ziemlich
grau um die Nase und aus unbekannten Gründen auf den Namen
Lieschen umgetauft, fand die Veränderung grandios. Sie
ließ sich sogar dazu herab, Lampo in ihrem neuen Heim erster Ordnung zu akzeptieren. |
Lampo,
ein kippohriger junger Schäferhundmischling,
war in Wahrheit meiner Tierarzt-Freundin zum Einschläfern
gebracht worden, weil die Besitzer ihn nicht in die neue
Stadtwohnung
mitnehmen konnten/wollten. Logisch, daß meine Freundin
die Leute zum Teufel jagte und den gutmütigen großen
Kerl fürs erste zu uns brachte. Leider währte die Idylle nicht lange. Kaum fünf
Monate nach dem Umzug in den Wald starb Gina an Krebs.
Eine örtliche Tierschutzorganisation nutzte die Gunst
der Stunde und füllte mein riesiges, einsames Grundstück
mit herrenlosen Jagdhunden. Setter, Pointer und Epagneul
Breton
kamen und gingen. Nur Lampo blieb, ließ sich in philosophischer
Gleichmut von Banshee tyrannisieren, einem im Wald gefundenen Kätzchen |
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das wir adoptiert
hatten und inspirierte mich
selbstverständlich beim Verfassen meiner Zeitschriftenartikel. Und
dann, natürlich!, mußten die Schicksal spinnenden
Nornen wieder dazwischenfunken.
Sicher haben Sie genügend Fantasie,
um sich folgendes Szenarium vorzustellen: ein am Hang gebautes
schmuckes Haus mit Terrasse. Dank der Hanglage unter der
Terrasse eine Art Verlies, zu dem man mittels einer langen
Leiter herunterklettert.
In diesem nassen, engen Betonraum, der auf einer Seite nur
mit Maschendraht verschlossen ist, lebt eine tragende Jagdhündin,
die mit einer knapp einen Meter langen Kette an die Hütte
im Verlies gebunden ist. Es ist Ende Dezember und so kalt,
dass das Trinkwasser im Napf schnell überfriert,
wie auch das Wasser, das an den Betonwänden des "Zwingers"
herunterrinnt. Der stolze Besitzer der Hündin macht
gerade Ferien und hat seinem Nachbarn aufgetragen, gelegentlich
nach
dem Tier zu schauen, um die Welpen gleich nach der Geburt
zu eliminieren. Die werdende Mutter beginnt in der Sylversternacht
zu werfen, und ich komme am 1. Januar am Haus mit Terrasse
vorbei, frage den Nachbarn verdutzt, wieso er mit einer
Plastiktüte
in der Hand die schwankende Leiter herunterturnt, höre
die Antwort und folge ihm ungläubig. In der Hütte
liegt Laufhundmischling Lola, erschöpft aber gesund,
und bei ihr neun Welpen. Meine erste, automatische Handlung
besteht darin, sie von der verdammten Kette zu befreien,
in der, kurz wie sie ist, ein paar Neugeborene verschlungen
sind.
Neben den sieben schwarz-weissen Welpen liegen zwei Black
and Tans. "Die nehm' ich!" rufe ich, denn der
Nachbar wirft die anderen bereits seelenruhig in die
Plastiktüte.
Dann besinnt er sich und sagt:
"Na, wenn du zwei nimmst,
will ich auch zwei haben", wühlt in der Tüte,
zieht ein Neugeborenes heraus und kratzt sich am Kopf: "Ich
will aber nur Männchen. Weißt du, wie man die
erkennt?"
Der Welpe in seiner Hand ist in der Tat ein Rüde. "Hol'
mir noch einen 'raus", sagt er und hält mir die
Tüte unter die Nase. In dem Gewühl kleiner, warmer
Hündchen ist eines mit großen lohfarbenen Marken
über den Augen - ein Rüde. Den setze ich zu seinen
drei Geschwistern zurück in die Hütte, wo Lola
winselt, aber panische Angst hat, herauszukommen. Jeder
Versuch, mit
dem Mann zu diskutieren ist zwecklos. Er macht mir mit einer
Geste grinsend klar, welches Ende den Tierchen in der
Supermarkttüte
bevorsteht und zieht ab
Ich verzichte an dieser Stelle
auf jeden Kommentar, weil ich dabei garantiert meine leidlich
gute Erziehung vergessen würde.
Lola bekommt von mir erst mal freudig akzeptierte Streicheleinheiten,
sauberes, lauwarmes Wasser, ihre Futterschüssel wird
von verschimmelter Salami befreit und mit Trockenfutter
gefüllt.
Und natürlich verspreche ich ihr, mehrmals am Tag nach
ihr zu schauen. Obwohl die junge Mutter reichlich Milch
hat,
finde ich den ersten toten Black and Tan schon am selben
Abend. Seine gleichfarbene Schwester stirbt 48 Stunden später,
der schwarz-weiße Bruder am 9. Lebenstag. Krank? Erfroren?
Totgedrückt? Ich weiß es nicht, aber die Beerdigungen
sind traurig. Bleibt nur der Kleine mit den Lohabzeichen,
der aber auch alarmierend oft klagt; vielleicht wegen der
Nabelentzündung und den vielen Würmern im Bauch.
Den Nabel kann ich nur desinfizieren, gegen die Darmparasiten
gebe ich ihm auf eigene Faust Wurmpaste, worauf sich sein
Befinden schlagartig verbessert. Fast überflüssig
zu bemerken, dass sein künftiger Besitzer
an alledem keinen Anteil nimmt; entweder der Köter
lebt oder er stirbt, ist seine Devise. Lolas Herr,
ein Jäger und Halter
von zehn oder zwölf weiteren Jagdhunden in Zwingern
neben dem Haus, beschliesst vom Urlaub heimgekehrt
plötzlich,
dass er die Hündin los werden will. Der Welpe ist
knapp vier Wochen alt und soll nun ergo zu dem Nachbarn
umsiedeln,
oder vielmehr in dessen Garten vorm Dorf, wo ihn eine Hütte
mit hübscher, kurzer Kette erwartet und viele einsame
Stunden, um über sein Schicksal zu meditieren.
Stattdessen gelangt der kleine Kerl, den ich mit eigener Hand
aus der Plastiktüte genommen hatte, in einen kleinen
Stoffbeutel, wird unter meiner Jacke versteckt in unseren
Wohn-Stall im Wald trans-portiert, auf den Namen Jonas
getauft und zu Lampos und Banshees neuem Gefährten.
(Mehr über Lampo, Banshee und Jonas in
Zurück zur
Natur) Erst später erfuhr ich, daß
der "hilfsbereite" Nachbar kurz nach Jonas' Entführung
willig die Aufgabe übernahm, Lola zu erschießen. |
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Jonas
entpuppte sich als der erstaunlichste Hund, der je mein
Leben
teilte. Nicht nur wegen seiner rasanten Farbentwicklung (von
weiß mit wenig Schwarz und Lohabzeichen über
den Augen zu dunkel Merle und schließlich zu undefinierbar
vielfarbig). Sondern auch wegen seiner panischen Angst
vor sämtlichen
Menschen außer mir. Aber vor allem wegen seiner Jagdleidenschaft.
Ich hatte mir noch nie Gedanken über den Unterschied
zwischen Jagdhunden und jagenden Hunden, Bracken, Laufhunden
also gemacht.
Tatsächlich sind das zwei ganz verschiedene Welten. Wo
der normale Jagdhund direkt mit dem Menschen arbeitet,
arbeitet der jagende Hund nur indirekt für |
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den Menschen. Seinen
Aktionsradius muß man in Kilometern bemessen
und innerhalb dieses Bereiches agiert er selbständig,
mit genialem Jagdverstand, unfaßlicher Fernorientierung
und einer Ausdauer, die begreiflich macht, wieso solche
Hunde
früher von berittenen Jägern begleitet wurden und
heute von Jeep fahrenden. Und es erklärt auch, warum
viele Laufhunderassen heute praktisch ausgestorben sind
-
es gibt kaum noch Jagdgebiete, in denen man ihren Fähigkeiten
und Bedürfnissen gerecht wird.
Jonas war neun Monate alt, als das Dach unseres Wohn-Stalles
endgültig nachzugeben drohte, meine Tierarzt-Freundin
ein festes, neues Zuhause für Pflegehund Lampo fand und
Jonas und ich also nach Deutschland zurückkehrten.
Na ja, ich für mein Teil fand die dort herrschende Atmosphäre
rasch bedrückend und Jonas vermutlich auch, denn er,
dem das Leben in städtischer Umgebung ohnehin schon
arg zusetzte, wurde obendrein beinahe täglich Opfer
hundischer Pöbeleien. Seine Vorfahren sind Petit
Bleu de Gascogne, Foxhound und vielleicht Segugio Italiano,
allesamt Meutehunde
mit ausgeprägter sozialer Verträglichkeit, und
so fehlte ihm jeder Sinn für Macho-Gehabe
und Bully-Allüren. Traurigerweise machte ihn gerade
seine hohe Tolleranz in der städtischen Hundeszene
zum Prügelknaben.
Also flüchteten wir südwärts, in die Schwäbische
Alb. Dort wurde mir schließlich klar, daß die
BRD für Jonas' Zukunft nur eines bedeuten konnte:
gute Aussichten, früher oder später von einem
Jäger
erschossen zu werden wenn ich ihn mal frei laufen ließ,
oder lebenslänglich Leinenzwang. Aber traben am Fahrrad,
eine gehörig lange Schweißfährte (mit Rinderblut,
versteht sich) pro Woche und ansonsten nur die begrenzte
Freiheit an der Feldleine, das war keine akzeptable Lösung
für einen Hund mit Kilometer weitem Aktionsradius und
der angeborenen Sehnsucht nach freiem Laufen, Laufen, Laufen
So gut mir die Redaktionsarbeit bei der Hundezeitschrift gefiel,
in Deutschland konnten wir nicht bleiben. Vor der Rückkehr
nach Italien bekam Jonas allerdings noch eine Überraschung:
Giada,
einen achtwöchigen English Springer Welpen. |
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Während
der ersten Spaziergänge mit Jonas und dem schwarz-weißen
Pummelchen im sonnigen Süden wurde mir so richtig
bewußt,
wie dem armen Kerl der freie Auslauf gefehlt haben musste!
Wirklich zu begreifen, was es heisst, einen Laufhund
zu halten, davon war ich allerdings noch weit entfernt.
Erst Jahre
später bin ich dahintergekommen und muss leider
sagen: Nie wieder! Als Jagdhundfan könnte ich mir keine
faszinierenderen Hunde vorstellen, aber für diese Tiere
hat das Leben nur einen einzigen Sinn: Jagen. Selbständig.
Weiträumig.
Unermüdlich. Jeden Tag. So blödsinnig es wäre,
einem Laufhund, der ja nun einmal vom Menschen gezielt
für
diese besondere Jagdweise
selektiert wurde, per
Teletaktgerät oder auf sonstige Weise |
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seine innerste
Natur austreiben
zu wollen,
so unverantwortlich wäre es andererseits, ihn unkontrolliert gewähren
zu lassen. Dass der Laufhund seine Beute erreichen
und töten will kann man ihm nicht vorwerfen, er trägt
da keine Schuld. Und deshalb sitze ich, Mensch, peinlicherweise
zwischen zwei Stühlen: hier die Verantwortung für
den Hund, der das Recht hat, er selbst zu sein, dort die
Verantwortung
für das Wild mit dem gleichen Recht.
Nun, Jonas, Giada und ich hatten das ungeheure Glück
ein Gebiet zu finden, in dem es so gut wie keine Rehe und
nicht ein einziges Kaninchen gab, wo Hasen und Federwild
nur kurz vor Beginn der Jagdsaison im September ausgesetzt
wurden (und dann natürlich bis Ende Dezember, wenn die
Jagd endete, abgeschossen waren), es vor Wildschweinen nur
so
wimmelt, (doch denen ging er von Anfang an instinktiv aus
dem Wege), und so blieben nur Füchse und Dachse,
die in der Tat reichlich vertreten waren. Doch Dachse wandern
nicht tagsüber durch die Landschaft, weshalb sie von
Jonas nichts zu fürchten hatten. Seinem Foxhoundblut gehorchend stürzte
er sich folglich jeden Tag mit unveränderter Wonne
auf die Fuchsfährten. Da konnte er suchen und rätseln
und verfolgen - bestenfalls bis zum Bau, wo der Spaß
zwangsläufig endete, denn um in die Röhre zu kriechen
war er natürlich viel zu groß. Eingedenk dessen,
dass die Füchse normalerweise zwischen Abenddämmerung
und Morgengrauen auf Beutefang ziehen, wenn Jonas zufrieden
in seiner Kuschelecke schlief, hoffe ich inständig,
dass seine jägerischen Ambitionen sie nicht nachhaltig
störten.
Giada hatte ganz andere Interessen. Frauchen, Fressen und
Buddeln. Nach Mäusen, nach Erdöl und nach Trüffeln.
Ersteres verbot ich, weil ich Mäuse liebe, Zweites
fand sie trotz tiefschürfender Grabearbeiten nie,
aber Drittes war unbedingt fördernswert, denn 100
g Trüffel verkaufte
man in der Saison für gut 20 Euro.
Kurz vor Giadas erstem und Jonas drittem
Geburtstag band ein schlauer Jäger aus der Umgebung seine
nicht mehr erwünschte Hündin an unserer Eingangstreppe
an und verschwand. Diana,
vermutlich eine Kreuzung aus Bleu de Gascogne, Ariégeois
und braunem Segugio Italiano, war fast vier Jahre alt, voller
Liegeschwielen wo immer die Anatomie das ermöglicht,
und genauso jagdbesessen wie Jonas. Mit dem einen Unterschied,
daß sie mit dem typischen Geläut der Laufhunde
durch die Landschaft zog, was leider sehr verräterisch
ist. |
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Mir
war schon nach wenigen Tagen klar, daß ich Diana nicht
behalten könnte und wollte, doch der Jäger,
den ich mühelos identifiziert hatte, weigerte sich,
seinen Hund wieder abzuholen und drohte, Diana zu erschießen,
sollte ich sie dreisterweise zurückbringen. Das
arme Ding bei Frost und Schnee draußen streunen zu
lassen war natürlich
auch keine Lösung, und so kam sie mit in die kleine Wohnung,
wurde läufig und liess sich von Jonas decken. Was
mich noch heute erstaunt, denn die beiden hatten dank ihres
Jagdfiebers draussen überhaupt keine Zeit für amouröse
Zwischenspiele, und waren nach den langen Spaziergängen
meist viel zu erschöpft. Meist. Nicht immer. Einmal
fühlte
Jonas sich doch verpflichtet, dem Ruf der
Natur Folge zu leisten, schlief allerdings während des
Hängens
für etliche Minuten tief und fest auf Dianas Rücken
ein
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Dass
nun bloss niemand denkt, die Welpen
wären als Schlafmützen zur Welt gekommen. Ganz
im Ge-genteil hatte sich das Jagdfieber ihrer Erzeuger
in den Nachkommen noch potenziert. Der Bleu farbene Daniel
und seine Schwester Jacqueline, Typ Ariégeois,
blieben bis zur Pubertät bei uns, und an ihre Wilden
Jagden unter Jonas' Führung und Giadas kurzfristiger
Begleitung möchte ich lieber nicht zurückdenken.
Wohlgemerkt, die Viererbande hat nie auch nur ein einziges
Wildtier gestellt und getötet, aber ich fürchte,
sie waren manchmal nahe daran, und hätten es früher
oder später auch geschafft. Aber Daniel starb beim
Toskana-Urlaub jämmerlich an einem Giftköder,
Jacqueline zog zu ihrem neuen Herrn, Diana hatte uns längst
verlassen, Giada konzentrierte sich wieder aufs
Buddeln
und Jonas nahm neuerlich seine Solo-Arbeit in der
Fuchsspurensicherung auf. |
Die
Jahre zogen ins Land, und dann kam der traurige
Tag,
im August 2005, an dem Giada, knapp 11, eingeschläfert
werden mußte. Krebs.
Nun war Jonas in seinem vierzehnten Lebensjahr
plötzlich
wieder Einzelhund.
So ganz gefallen tat ihm das nicht, und wir würden
diesem Zustand garantiert sehr bald Abhilfe schaffen,
beschloß ich. Wenn er einen Welpen in die
Kunst des Fährtenlesens einweihen müßte,
würde
er die Trauer um seine Freundin bestimmt leichter
verarbeiten.
Und ich auch.
Dachte ich.
Tja, fast ein Jahr war ins Land gezogen, seit
Giada in den
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Ewigen Jagdgründen Schmetterlinge verfolgte
und massenhaft Hundekekse mampfen konnte, ohne je
Bauchweh zu kriegen. Uns Erdenbürgern erging es währenddessen nicht so gut, denn in
Jonas hatte sich dieses
seltsame Phänomen wiederholt, das ich schon
bei so vielen Hunden beobachten konnte: wenn
der langjährige
Hundepartner stirbt, gerät das sogenannte
psychosomatische Gleichgewicht nachhaltig aus
dem Lot - und da ändert
auch Herrchen oder Frauchen nichts dran. Jonas,
der den Tierarzt während der ersten 13
Sommer seines Lebens praktisch nur zum Impfen
gesehen hatte, begann
wenige Wochen
nach Giadas Tod zu kränkeln. Aber nicht
nur das. Er begann auch Giada-eigene Gewohnheiten
anzunehmen:
Betteln bei Tisch, Müllfressen, frenetisches
Trüffelsuchen
für den "Eigenbedarf", unerträgliches
Gieren nach jedem Apfel und jeder Möhre
die ich beim Spaziergang kaute, und natürlich
wich er mir draußen kaum noch von der
Seite. Regelrecht gespenstisch. Als hätte
Giada bei ihrer Himmelfahrt noch schnell alle
typischen
Verhaltensweisen bei ihm abgeladen. Seine
ebenfalls eher atypische Begeisterung beim seltenen
Zusammentreffen mit anderen, netten Hunden
brachte mich
in echte Seelennöte, so eindeutig war sein
Begehren nach arteigener Gesellschaft. |
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Dann
im Frühjahr auch einen Welpen zu finden
erwies sich als nicht ganz so einfach, und es
wurde Juni,
bis Jens bei uns
Einzug hielt, ein sechseinhalb wöchiger DK Braunschimmel.
"Opa Jonas" nahm den Winzling sofort und
willig unter seine Fittiche, und Jens fand den Grossen
einfach toll. Letzterer
fühlte sich in den ersten Wochen sogar verpflichtet,
wie eine Furie gegen alle
Vierbeiner zu drohen, die sich, völlig ahnungslos
und in den
meisten Fällen mit den freundlichsten
|
Absichten, "seinem" Welpen näherten. Was
mich erstaunte, denn Jonas hielt sich nie damit
auf, Klein-Giada zu verteidigen
und griff auch bei seinen eigenen Sprösslingen
nur ein einziges Mal ernstlich sauer ein, als
ein fremder
Rüde seinen Sohn Geoffrey angriff.
So lästig Jens' Kuschelbedürfnis auch bisweilen
sein mochte, irgendwie genoss es Jonas durchaus,
wieder "jemanden zu haben", und sein Gesundheitszustand
verbesserte sich merklich. Aber
er wurde trotz alledem nicht wieder "der
alte", der unermüdliche Sprinter, Akrobat,
Clown, passionierte Jäger in allen Lebenslagen,
stets ganz Nase, Auge und Ohr. |
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Ein
paar Tage nach Jens' Einzug brach Jonas völlig unerwartet
zusammen und fiel in einen fast komatösen
Zustand. Während ich
bereits kummervoll
überlegte, wo ich ihn würde begraben können,
begann er, sich
wieder zu regen, stand unsicher aber entschlossen
auf, ging von mir eskortiert nach draussen, um
die Blase zu entleeren, kehrte zum Wassernapf
in der Küche zurück, trank und verlangte
nach einem Spaziergang.
Von der ausgiebigen Runde heimgekehrt, bei der er seine Nulldiät schon
mal mit Pferdeäpfeln und Trüffeln aufhob, trank er wiederum ausgiebig
und forderte sodann seine normale Mahlzeit. Sie bekam ihm ausgezeichnet, und
wenig später rangelte er mit Jens um den Besitz eines Kauknochens, den er
am Ende selbstredend beschlagnahmte und genüßlich fraß. |
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Natürlich
hatte die Tierärztin recht:
Jonas war inzwischen ein alter Herr, so
schwer es mir auch fiel den faszinierendsten all
meiner Hunde,
Begleiter durch viele Abenteuer und Umzüge
so zu bezeichnen.
Leider verkehrte sich auch die positive therapeutische
Wirkung des Welpen rasch ins Gegenteil, denn Jens entwickelte sich, wohl aufgrund
einer angeborenen Nervenschwäche, zu einem extrem problematischen Hund, dessen
chronische Unruhe für alle Beteiligten sehr belastend
war.
Pünktlich zu Weihnachten 2006 fand ich dann einen streunenden |
English Setter Senior, Jules getauft, den liebenswertesten
Hund, den man sich denken kann, doch unglücklicherweise
von einigen alarmierenden organischen Störungen
heimgesucht. Jonas,
der, wie übrigens auch Jules, den mittlerweile
gleichgroßen
Jüngling Jens keine Spur mehr unterhaltsam fand,
und auch
gesundheitlich wieder auf Talfahrt war, zog sich
einfach in sich selbst zurück. Ein Umstand,
der zum Auslöser wurde, einen neuen Besitzer
für
Jens zu suchen.
Dann klappte ich zusammen.
Ruhe, null Stress oder Krankenhaus, urteilte der Doktor. Krankenhaus,
und die Hunde bleiben allein daheim? Wohl kaum.
Der
Tierschutz erklärte sich bereit, Jules nach Deutschland
zu bringen. Eine Jungjägerin aus Deutschland holte
Jens ab, und so leid es mir tat, die beiden ziehen zu sehen,
so erleichtert
war ich, mich in den letzten Monaten, die meinem 14 jährigen
Jonas noch bleiben würden, ganz und gar und ohne jede
Hektik um ihn kümmern zu können.
Im
Oktober 2007, kurz vor Vollendung seines fünfzehnten
Lebensjahres, mußte Jonas eingeschläfert werden.
Auf der Flucht vor einem hundelosen Heim voller
Leinen, Halsbänder und
halb gefressener Kauknochen reiste ich erst einmal
zum "Winterurlaub" nach Deutschland; fast genau
14 Jahre nach meiner letzten Stippvisite. Der Gedanke an einen neuen Hund kam zwar immer mal auf,
doch bis Jonas dann tatsächlich einen würdigen Nachfolger fand,
dauerte es viele Monate, zumal ich immer hin und her gerissen war zwischen den drei Rassen, die in die engere Wahl kamen: der Vizsla, der Segugio Italiano und der Bracco Italiano. Der Segugio ist ein Laufhund, Vizsla und Bracco sind Vorsteher. Am Ende siegte die Vernunft, denn schliesslich wird man nicht jünger, und ein Laufhund, will man ihn angemessen halten, stellt nun mal enorme Ansprüche in Sachen Freilauf und rassegerechter Arbeit.
Im März 2008 wieder daheim in Italien nahm das Schicksal mich an die Hand und führte mich zu einem Bracco Züchter, Dr. Mele, gar nicht so weit von mir entfernt, und auf dessen Hof sah ich zwischen Geschwistern, Mutter, Cousins und sonstigen Verwandten einen schlacksigen, 8 Monate alten Rüden. Nach Stunden in Haus und Garten des Züchters, der mir viele wichtige Tipps in Sachen Bracco gab, stand meine Wahl fest: der schlacksige Braunschimmel sollte es sein. |
Der offiziell Bolo genannte Hund reiste mit mir nach Hause, und ich genoss seine plötzliche Präsenz in meinem Leben fast genauso wie die meines allerersten Hundes mehr als dreissig Jahre zuvor.
Ein Dasein ohne Vierbeiner mag in mancher Hinsicht einfacher sein, aber angenehmer - bestimmt nicht!
Bolo akzeptierte ohne Murren auf Julian umgetauft zu werden, wuchs heran, entwickelte sich prächtig und wurde für manchen Hundefan Anlass, sich einmal genauer mit dieser seltenen italienischen Rasse zu beschäftigen.
Nun bin ich ja prinzipiell der Meinung, dass innerartliche Kontakte für den Hund enorm wichtig sind. Julian ist jetzt zwei Jahre alt, und vielleicht würde ihm ein Kumpel im Haus gefallen und gut tun.
Na ja, im Frühjahr hat sein Züchter wieder Welpen. Wer weiss....
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