Neuigkeiten aus Italien
Von Sabine Middelhaufe

Sommer 2007: Kostenlose tierärztliche Assistenz auf Autobahnraststätten

Um italienische Tierfreunde zu ermutigen, ihre Hunde mit in den Urlaub zu nehmen und sie bei mögli-chen Reiseproblemen zu unterstützen, helfen seit 2004 - und damit nun schon zum vierten Mal - die Veterinäre der Vereinigung italienischer Tierärzte mit: 45 von ihnen machen an den reiseintensiven Sommerwochenden bis Ende August freiwillig Dienst auf diversen Autobahnraststätten, "Autogrill" genannt, wo sie in den "Fido Parks", für Hunde bestimmten Bereichen der Raststätte,gratis zur Konsul-

tation bereit stehen. Sie beraten die Tierbesitzer, wie man den Reisestress für die Vierbeiner am best- en reduziert, sie vor zuviel sommerlicher Hitze schützt, sie am Ferienort in den Bergen oder am Meer optimal in Form hält uvm.
Eine Pause im Fido Park lohnt allemal, denn dort können sich Hunde (jeder Nationalität natürlich!) an frischem, fließendem Wasser gütlich tun, nach Wahl in einer sauberen Thermo-Hütte ausruhen oder mit ihrem Besitzer eine Runde über den Agility-Parcours drehen, was nach Stunden im Auto sicherlich beiden guttut!

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30.07.2007 Hund überfahren - Schadensersatz für die Halterin
Wer je in Italien war, weiß, dass die Einstellung vieler Autofahrer gegenüber Tieren lautet: wenn das Vieh nicht rechtzeitig von der Fahrbahn verschwindet, ist es selbst dran schuld.
Ein heute in der Provinz Pescara ergangenes Gerichtsurteil könnte das Startsignal für eine diesbe-zügliche Veränderung sein.
Ein Autofahrer hatte einen Hund tödlich verletzt, doch statt auf gerichtlichem Wege von der Besit-zerin des Tieres für den Schaden an seinem Wagen entschädigt zu werden, entschied der Friedens-richter Aurelio Della Nebbia in Ortona (Chieti), völlig anders: da der Fahrer nicht beweisen konnte, alles getan zu haben, um dem Hund gefahrlos auszuweichen, es hingegen nachsweislich unterlassen hat-te, dem schwer verletzten Tier in irgendeiner Weise Hilfe zu leisten, verurteilte Della Nebbia ihn zur Zahlung von Schmerzensgeld für den "existentiellen Schaden, den er durch die Zerstörung der intensiven emotionalen Beziehung der Hundebesitzerin und ihrem Tier durch den Tod des Hundes ver-ursacht hat."
(Quelle: Corriere della Sera)

Fotos: Fenski 1,3; Coppola 2

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3.9.2007 Trotz der Waldbrände vorzeitige Eröffnung der Jagdsaison

Noch am 28. August wurden in Italien 264 Brandherde registriert, und die Zentrale der Staatlichen Forstbehörde erhielt allein an diesem Tag über 5000 Anrufe bei ihrer Umwelt-in-Not Nummer. Und die Feuer speziell in den südlichen Regionen des Landes sind keine Bagatellen: es handelt sich um Brän -de mit Flammenfronten von 500-4000 m Breite, die Hunderte Hektar Wald zerstören und Tausende Hektar gefährden. (Quelle: Apcom)
Am 31. August hatte sich die Situation drastisch verschlechtert: 439 Brände mußten an diesem letzten Tag des Monats bekämpft werden, und die Verluste an Wald waren dennoch enorm. (Quelle: La Gazzetta del Mozzogiorno)

Bedenkt man, dass die Flora und Fauna Italiens seit Monaten unter den Flammen leidet, die nach vorsichtigen Schätzungen mindestens eine Millionen Tiere getötet haben und die Über-lebenden vor das Problem verlorener Nahrungs-quellen und verbrannter angestammter Reviere stellt, ist die autonome Entscheidung von 14 Regionen ("Bundesländern"), den Beginn der Jagdsaison ausgerechnet in diesem Jahr auf den 1./2. September vorzuverlegen völlig un-verständlich. Der Chef der Grünen im italien-ischen Parlament, Angelo Bonelli, sprach denn auch von inakzeptabler Verantwortungslosig-keit und forderte die Regierung auf, einzu-greifen. (Quelle: ALICE Notizie)
Auch WWF und andere große Umweltorganisa-tionen des Landes verlangten in einem Schreib-en an Ministerin Lidia Lanzillotta die Aufheb-ung des vorzeitigen Jagdbeginns in den von Waldbränden besonders stark heimgesuchten

Regionen und Jagdverbot für die Randgebiete der verbrannten Territorien. (Quelle: Daily News Agency)
Wie auch immer die Damen und Herren in Rom reagieren werden - das erste Septemberwochenende sah in vielen Teilen Italiens, trotz der Appelle an den gesunden Menschenverstand, Tausende von Jägern in Autos und Geländewagen zu ihren Jagdzonen brausen, von Sonnenaufgang bis zum späten Abend hallten die Schüsse, und natürlich gingen bereits am ersten Tag der Saison 2007/08 die ersten Jagdhunde verloren.

Foto: S. Middelhaufe

Mehr zum Thema Jagd in Italien finden Sie übrigens hier.

   
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